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Eiweiss Guide.

Tabellen mit über 500 Lebensmitteln, bewertet nach ihrem Eiweißgehalt und ausgewählten Aminosäuren

H. Lemberger, F. Mangiameli, N. Worm
Systemed Verlag, Lünen 2014, 139 Seiten, zahlreiche Tabellen; 9,99 €

Über die wichtigsten Bausteine des Lebens, die Proteine gibt es viel zu erfahren. So unterschiedliche Organe wie Muskeln, Haare, Hormone und Immunzellen im Blut sind aus Proteinen aufgebaut, ebenso wie unsere Lebensmittel - Milch, Fleisch und Eier sowie pflanzliche Produkte und Gewebe. Interesssant sind die für die menschliche Ernährung unverzichtbaren, also essenziellen Aminosäuren aus denen alle Körper-Proteine letztlich zusammengesetzt werden. Diese werden im Guide in Stichworten definiert -worin sind sie enthalten wozu werden sie gebraucht. Informativ sind die Abschnitte über vier spezielle Aminosäuren, denen in neuerer Zeit darüber hinausgehende Wirkungen zugeschrieben werden: Der Schutz für das Herz, die Förderung der Leistungsfähigkeit im Sport, eine bessere Immunabwehr und die Erzeugung von Guter Laune sowie die Fettverbrennung die durch Proteine gefördert werden kann, also eine Hilfe beim Abnehmen. Die Abschnitte über die daran beteiligten Aminosäuren Arginin, Leucin, Glutaminsäure und Tryptophan sind lesenswert.

Dann kommen die Lebensmitteltabellen zum Nachschlagen in welchem Lebensmittel viel Leucin und Co enthalten sind. Doch zunächst bekommt man an die 100 Proteinpräparate. In den eigentlichen Lebensmitteltabellen ist dann nachzuschlagen, dass Linsensuppe mit Fleisch angeblich zu wenig Eiweiß enthält, genauso wie Chili con Carne, Fleischsalat, Maultaschen, Omelette und Jägerschnitzel. Naja - das selbe "Schicksal" einer idiotischen Einteilung in "zu wenig Eiweiß" trifft auch Joghurt, einige Wurstsorten, Heringssalat und Sushi. Wirklich lächerlich ist auch die Bewertung der Eiweißwirkungen auf Herz und Co. - da schneiden Schafskäse beziehungsweise Feta und Gorgonzola genauso mittelprächtig ab wie Scheibletten und Schmelzkäse. Na dann guten Appetit! Noch Fragen? Ach ja - alle Gemüse, Hülsenfrüchte und Pilze werden hinsichtlich Eiweißgehalt und Eiweißwirkungen ebenso schlecht bewertet! Zur Ehrenrettung der Autoren könnte spekuliert werden, dass einige der Zahlen in dem neuen Buch schlicht falsch berechnet oder gedruckt wurden. Auf jeden Fall aber wurden sie in kein vernünftiges Maß, keine sinnvolle Relation gesetzt - wer isst schon, wenn er überhaupt anfängt zu kauen - nur 50 Gramm Grüne Bohnen oder Zuckerschoten? Keine Wunder, dass das Eiweiß daraus zu wenig ist. Diese sind in der selben Tabelle mit 50 Gramm Trockenbohnen und Linsen verglichen - die dann an dieser Stelle plötzlich sehr gut abschneiden, anders als in Linseneintopf oder Chili? Haben die Autoren den Wassergehalt von Lebensmitteln vergessen? Lustig und offensichtlich wird dies in der nächsten Tabelle - Frische Champignons taugen nicht, hinsichtlich Eiweiß, getrocknete hingegen sehr... Ach so. Der vermeintliche Sinn des Guides scheint mit der Proteinpräparate-Industrie vereinbart zu sein- Nur gut und alles im grünen Bereich sind jedenfalls die seitenlang aufgelisteten und ausführlichst bewerteten Proteinpräparate, die sind nämlich trocken. Schwierig den fundiert erscheinende ersten Teil des Eiweiß-Guides nun noch ernst zu nehmen. Schade!

 

 

Stefanie Goldscheider


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