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Taschenlexikon der Schmetterlinge Europas

Alle Tagfalter im Porträt

Wolfgang Willner
Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim, 2017, 450 Seiten, zahlreiche Farbfotos, € 24,95


Das Taschenlexikon der Schmetterlinge Europas erscheint in zwei gewichtigen Bänden, aufgeteilt nach Tagfaltern und Nachtfaltern. Für die Tasche und zur Bestimmung im Feld sind diese Bücher jedoch nicht geeignet. Bestimmungshilfen oder ein Bestimmungsschlüssel sind nicht vorhanden. Wer sich in der Systematik der Schmetterlinge beziehungsweise Tagfalter etwas auskennt, der findet beim Durchblättern des nach Gattungsnamen alphabetisch sortierten Buches die gesuchte Art. Das Buch behandelt 464 Schmetterlingsarten und damit alle in Europa vorkommenden Tagfalter aus den fünf Familien Hesperidae, Papilionidae, Pieridae, Lycaenidae und Nymphalidae. Im einzelnen Porträt sind meist ein bis zwei gute Fotos enthalten sowie eine kurze Beschreibung zu Flügelspannweite und Farbe, Flugzeit, Habitat und Futterpflanzen und schließlich dem Verbreitungsgebiet. Allerdings sind nicht von allen Schmetterlingen Fotos der Flügeloberseite und der Flügelunterseite vorhanden und nur recht selten Fotos der Raupen und praktisch nie der Eier oder Gelege. Bei einem Buch über die europäischne Arten hätte man sich auch Verbreitungskarten oder Piktogramme zu den Lebensräumen vorstellen können um die Arten leichter anzusprechen. Die Beschreibungen der Lebensräume ist in den einführenden Kapiteln des Buches gegeben. Die hier aufgelisteten Definitionen zum Naturschutzstatus sind detailliert (Biotopverlust, Flächenverbrauch, fehlende Beweidung oder Mahd, Verlust der Futterpflanze, Übernutzung, Überdüngung, Pestizide, Klimawandel, etc.) doch leider eher selten bei den Porträts konkret angegeben. Und so wünscht sich der durch das Ausmaß des Insektensterbens und des Artenschwundes beunruhigte Bürger an diesem Punkt mehr Expertise. Gebraucht werden Informationen, bevor die Art in der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten oder ausgestorbenen Arten auftaucht. Dennoch ist das Taschenlexikon gut gemacht und empfehlenswert, weil es die Schmetterlinge Europas vollständig abbildet und hoffentlich einige informative Ergänzungen in Neuauflagen erfährt.

 



Die häufigsten Nachtfalter im Porträt

Wolfgang Willner
Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim, 2017, 776 Seiten, zahlreiche Farbfotos, € 29,95


Die Nachtfalter Europas sind mit mehr als 10 000 Arten in über 70 Familien sehr zahlreich und kaum in einem Buch zu porträtieren. Motten, Eulen, Glucken, Schwärmer, Spinner, Spanner, Wickler oder Zünsler sind umgangssprachlich bekannt. Allerdings werden sie aufgrund der Vielzahl der Arten kaum erkannt. Das kann man mit diesem einzigartigen Taschenlexikon ändern, das über 700 Arten anhand von sehr guten Fotos und kurzen Beschreibungen vorstellt. Diese nennen Flügelspannweite und andere sichtbare Merkmale, die Flugzeiten und die Lebensräume sowie das Verbreitungsgebiet. Interessant sind bei allen Schmetterlingen die Nahrungsquellen. Bei den Nachtfaltern umfassen sie faulende Pflanzen, Pilze in Holz und Boden, Blätter und Wurzeln sowie Pollen und Nektar. Das Buch bietet dazu einen guten Überblick und zeigt einerseits den hohen Grad der Tarnung und Anpassung vieler Nachtfalter und andererseits die Schönheit vieler Arten.

Nachtfalter beziehungsweise ihre Raupen fressen an vielen Baumarten und an den Früchten der Landwirtschaft sowie des Gemüse- Obst- und Weinbaus. Viele Arten gelten deswegen als Schädlinge und sind durch Pestizide nicht nur mit gefährdet wie alle anderen Insekten und Schmetterlinge, sondern werden direkt mit Insektiziden bekämpft. Die heute vom Aussterben bedrohten und die stark dezimierten Nachtfalterarten sind allerdings andere, auch wenn dies bei den Porträts im Buch nur selten erwähnt ist.

Dennoch ein empfehlenswertes neuartiges Lexikon, das einen sehr guten Überblick bietet zu den ansonsten in keinem Naturführer behandelten Nachtfaltern

 



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