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Botanische Grundkenntnisse auf einen Blick

40 mitteleuropäische Pflanzenfamilien

Yann Fragnière, Nicolas Ruch, Evelyne Kozlowski, Gregor Kozlowski
Haupt, Bern, 2018; Gebunden, 319 Seiten, zahlreiche Farbfotos und Farbzeichnungen, € 34,00.

In Mitteleuropa wachsen ungefähr 3000 Pflanzenarten. Ihre exakte Bestimmung ist nur mit spezialisierter Fachliteratur und einigen Fachkenntnissen möglich. Allerdings gehören die meisten dieser Pflanzenarten zu ca. 40 bis 50 Pflanzenfamilien. Erkennt man die familientypischen Merkmale, ist die restliche Bestimmung viel einfacher. Warum das Ganze? Pflanzenarten, Pflanzengattungen und Pflanzenfamilien sehen sich nicht nur ähnlich sondern haben auch anderweitig verwandte Merkmale wie ökologische Ansprüche oder wichtige Inhaltsstoffe. Man kann also Wildpflanzen besser sammeln und nutzen und man kann seine Umgebung, den Boden, das Kleinklima besser einschätzen, indem man die Pflanzen erkennen kann. Das schön gebundene, großzügig gestaltete Buch "Botanische Grundkenntnisse auf einen Blick" verfolgt diese Ansprüche. So wird zu Anfang erläutert und illustriert was Botanik ist und wie die Klassifizierung funktioniert, das ganze einfach und verständlich sowie übersichtlich. Im Hauptteil des Buches werden dann 40 Familien vorgestellt und zwar die Gemeinsamkeiten ihres Aussehens und ihrer Habitate anhand von Kurztexten und Piktogrammen sowie anhand großer schematischer Illustrationen von Blütenaufbau, Blattstellung und Frucht. Ausserdem sind die typischen Vertreter der jeweils zu einer Familie gehörenden Gattungen mit Fotos abgebildet.

Angesichts der Umstellungen und Neuordnung der Systematischen Botanik ist es selbst für Experten schwer zu sagen, wie viele in Mitteleuropa heimische Pflanzenfamilien es insgesamt gibt. Mit den ursprünglichen Farnen und Schachtelhalmen beginnt der phylogenetische Stammbaum, der dem Buch zugrunde liegt. Die meisten Kapitel widmen sich aber den höher entwickelten Samenpflanzen.

Dargestellt ist die Familie der Kieferngewächse genauso wie die Buchen- bzw. Eichen und die Echte Kastanie, nicht aber Ahorne, Ulmen und Rosskastanie. Was an Blütenpflanzen ebenfalls fehlt, sind die Fuchsschwanzgewächse, zu denen neben bekannten einheimischen Wildgemüsen wie Melde, Queller und Guter Heinrich auch Zuchtgemüse wie Spinat und Rote Bete gehören. Klar, um das gut gemachte Buch nicht zu umfangreich werden zu lassen, ist das Weglassen von weniger bedeutenden Pflanzenfamilien sicherlich vertretbar. Ohne Hinweise darauf, was fehlt, ist das Weglassen allerdings nicht so überzeugend.

Stefanie Goldscheider


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