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Pflanzenkrankheiten

Erkennen und behandeln

Jochen Veser
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 5., überarbeitete Aufl. 2012. 190 S., 274 Farbf., 12 Tab., kart. € 9,90

Trotz, z.T. auch wegen, der vielen Fotos auf engem Raum bietet dieses Buch die derzeit wohl unfangreichste allgemeinverständliche Übersicht über die wichtigsten Schadbefunde insbesondere an den gebräuchlichsten Obst- und Gemüsepflanzen im Hausgarten. Daneben wird den Laub- und Nadelgehölzen noch einige Aufmerksamkeit gewidmet, vergleichsweise stiefmütterlich werden Zier- und insbesondere Zimmerpflanzen abgehandelt (zu diesen sei hier darum auf H.N.Cevat, „Was fehlt meiner Zimmerpflanze?“ verwiesen). Die in den beiden allgemein gehaltenen Kapitel über Schadursachen und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gegebenen Informationen lassen sich jedoch auch auf diese übertragen.
Veser ist bestimmt kein Vertreter der reinen Lehre „biologischer“ Krankheits- und Schädlingsbekämpfung, der Griff zur Giftspritze ist dennoch nicht seine erste Wahl. Wer die im Eingangskapitel vorgestellten Präventionsmaßnahmen beherzigt – sie sind sämtlich praktikabel, der wird wohl ohnehin weitgehend auf „Reparaturmaßnahmen“ an seinen Pflanzen verzichten können. Tritt dennoch ein Schaden ein, so empfiehlt sich zunächst ein Blick in das erste Kapitel des Buches, in dem von der Virusinfektion bis zur Schädigung durch Wirbeltiere die wichtigsten allgemeinen Schadensursachen und entsprechende Gegenmaßnahmen aufgeführt sind. Zur Orientierung sind an dieser Stelle die zahlreichen Fotografien gerade für Laien hilfreich. Das zweite Kapitel widmet sich dann Schadbildern bei speziellen Pflanzenarten vom Apfel bis zu den Zypressengewächsen. Das abschließende Kapitel zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln besteht fast zur Gänze aus Tabellen, die die wichtigsten Wirkstoffe und Einzelpräparate für den Einsatz bei spezifischen Schädigungen nennen.
Wie überall auf dem Ratgebermarkt, so tummelt sich auch auf dem Gebiet der Pflanzengesundheit allerlei Belangloses und Unbedarftes. Die Kompetenz Vesers stellt hier ein erfreuliches Gegengewicht dar. Und auch, wenn dessen hohe Affinität zur Chemie bei den eher naturnah operierenden Gartenbesitzern Bedenken auslösen mag, so sind die gerade einmal 9,90 € dennoch eine sinnvolle Investition, die die „chemiefreien“ Abschnitte allemal Wert sind.


Harald Wölfel-Schramm


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