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Taschenatlas Wirbellose für das Terrarium

180 Gliederfüßer und Schnecken im Porträt

Friedrich Wilhelm Henkel, Wolfgang Schmidt
Ulmer Verlag Stuttgart, 2010, 192 Seiten, 182 Farbfotos, kartoniert, € 9,90


Die Pflege von Wirbellosen, die sogenannte Nano-Terraristik, erlebt derzeit einen ungeahnten Boom, in dessen Folge sich die Zahl der angebotenen Arten gewaltig erhöht hat – nicht immer mit ausreichenden Informationen dazu. Der „Taschenatlas Wirbellose für das Terrarium“ wurde konzipiert, um sich im Zoogeschäft oder auf Börsen schnell über interessante Tierarten ohne, mit 6, 8, 10 oder vielen Beinen informieren zu können. Diesen Zweck erfüllt das handliche Buch in idealer Weise!
Der Taschenatlas dürfte praktisch alle regelmäßig gehandelten Arten von landlebenden Wirbellosen beinhalten, auch die erst in jüngerer Zeit bekannt gewordenen. Auf die aus der Vielfalt herausgepickte Handvoll rein aquatischer Arten hätte man in einem Terrarienführer allerdings verzichten können. Den Artbeschreibungen ist zwar ein vierseitiger allgemeiner Teil vorangestellt; zu Recht wird hier aber auf die spezielle Literatur verwiesen.
Der Taschenatlas stellt 180 Arten von Gliederfüßern und Schnecken auf jeweils einer Seite vor. Innerhalb der einzelnen Tiergruppen, die zum schnellen Überblick jeweils rechts oben stehen, sind die Arten alphabetisch geordnet. Die obere Hälfte nehmen ein Farbfoto und Piktogramme zum schnellen Überblick zu Temperatur, Beleuchtung, Tag- bzw. Nachtaktivität und Körpergröße ein; darunter findet man ausführlichere Angaben zu Verbreitung und Lebensraum, Aussehen, Pflege und Zucht, Ernährung, Giftigkeit und zum notwendigen Terrarientyp. Inkonsequenter Weise finden sich unter den drei letzteren nur kurze Standardfloskeln, während Näheres hierzu unter dem Stichwort „Pflege und Zucht“ versteckt ist.
Auf die Eignung für Anfänger, Schutzbestimmungen und Verhalten wird ebenfalls eingegangen. Hier und da fehlt der gängige deutsche Name. Bei manchen Arten, etwa bei Schrecken oder Vogelspinnen, wäre die Angabe der Lebensdauer sinnvoll gewesen. Inhaltlich fallen einige Fehler auf, etwa die Empfehlung, Vogelspinnen zu besprühen, oder bestimmte Arten aus Trockenwäldern in Feuchtterrarien zu pflegen. Alles in Allem sind die Informationen zu den einzelnen Arten für einen Taschenatlas erstaunlich umfassend und für eine erste Orientierung geeignet. Dafür muss man eine recht kleine Schrift in Kauf nehmen.
Die Fotos sind fast durchweg von guter bis sehr guter Qualität. Allerdings sind artspezifische Merkmale nicht immer zu erkennen. Bei mehreren Arten sind spektakulär, aber untypisch gefärbte Exemplare abgebildet.
Das Buch erfüllt nicht nur seinen Zweck, mit Kurzinformationen zu dienen, sondern macht auch neugierig auf andere Arten. Angesichts des niedrigen Preises sollte man es schon deshalb kaufen.

Andrea Friedrich


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