ErnährungGesundheitÖkologieGartenFairer Handel


Vegan & Vollwertig geniessen

Annette Heimroth, Brigitte Bornschein
Hädecke Verlag, Weil der Stadt 2010, 216 Seiten, 90 Farbfotos, gebunden, € 19,90


Bestellen Sie das Buch bei Amazon

Eine Ernährungsweise ganz ohne jegliche Produkte vom Tier, ohne Fleisch und Wurst, ohne Eier, ohne Milch und Käse, ja sogar ohne Honig findet ihre angebliche Begründung im Tierschutz aber auch gesundheitlichen Aspekten. Ein Zuviel an tierischem Fett und Eiweiß ist in der Tat häufige Ursache ernährungsabhängiger Krankheiten. Die offensichtliche Lösung für viele Konsumenten - das Weglassen der ungeliebten tierischen Produkte - ist jedoch keine Lösung. Vermeidung allein führt sehr bald zu Mangelkrankheiten, denn wichtige Spurenelemente, essentielle Fettsäuren aber auch Vitamine gibt es nicht in Spaghetti mit Tomatensoße und Marmeladenbrot. Werden alle tierischen Produkte dauerhaft und konsequent vermieden, dann müssen die täglich verzehrten Gerichte möglichst nahrhaft sein. Diesem Anspruch trägt das vorliegende Kochbuch Rechnung und liefert im Sinne Otto Brukers vollwertige Rezepte für Frühstück, vegane Aufstriche, Dips und Saucen, Brot, Frischkost, Suppen, Hauptgerichte, Beilagen, Desserts, Süßspeisen und Kuchen.

Die abwechslungsreichen Rezepte des Buches können auch die Speisekarte von Nicht-Veganern oder Nicht-Vegetariern bereichern.


Ob es noch s üße Kälbchen, Lämmer und Ziegen, freilaufende Hühner oder große Bienenvölker gäbe, wenn sich alle Menschen vegan ernähren würden, sei dahin gestellt. Der heute so wichtige Aspekt der Landschaftspflege durch Schafe und Ziegen, die Beweidung durch Kühe im Bergland hält unsere Landschaften offen, bewahrt die Alpen vor Lawinen und die Küsten vor Deichbrüchen. Es wäre ökologischer Unsinn im Bergland oder in Heidelandschaften Gemüse und Getreide anbauen zu wollen! Solange wir nicht selbst Gras und Gestrüpp essen oder eine solch reichhaltige Natur erschaffen, dass überall wieder Wildtiere grasen und Wildbienen Obstbäume bestäuben, solange ist es sehr kurzsichtig, sich aus angeblichen Gründen des Naturschutzes vegan zu ernähren. Eine weitere Frage ist die des Artenschutzes. Gäbe es auch nur eine Kuh, wenn niemand mehr Milchprodukte oder Fleisch essen wollte? Doch dieses fanatische Buch geht noch weiter und fordert: keine Fertigprodukte wie Tofu, Hafer-, Reis- und Sojamilch, keine Sojawürstchen, kein Seitan (Weizeneiweiß) und keine Margarine. Man ernähre sich von Nüssen in jeder Form - als Käse-, Wurst- und als Milchersatz und mache alles selbst. Glücklicher Weise ist das so kompliziert und unpraktisch, dass der Anteil der fanatischen Veganer auch in Zukunft gering bleiben wird.
Die Rezensentin kann vegetarischen und veganen Gerichten im Hinblick auf eine Reduktion von Futtermittelimporten und Massentierhaltung viel Positives abgewinnen! Man kann jedoch alles übertreiben und so sollte man die theoretischen Teile dieses Buches schlicht ignorieren und lieber hin und wieder die guten, vielseitigen Rezepte ausprobieren.

Stefanie Goldscheider


Andere empfehlenswerte Titel:
Ducasse Nature
Vegan for fit
Vegetarische Verführungen
Feuerbohnen & Kichererbsen
 Das Klima Kochbuch
 Umweltfreundich vegetarisch
Das Fair-Trade-Kochbuch
 
Die fabelhafte Welt des Popcorns
Quinoa, Amaranth, Teff & Co
Alte Gemüsesorten neu gekocht
Kürbisküche
raffiniert. kombiniert.