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Bauern- und Wetterregeln

Egon Binder
Ulmer Verlag, Stuttgart, 3., aktualisierte Auflage 2009, 191 S., 55 Kupfer- und Holzschnitte, kartoniert, € 9,90

Sprüche wie "Kräht der Hahn auf dem Mist ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist" sind die Verballhornung der alten Bauern-Wetterregeln, die sich häufig widersprechen. Allerdings gibt es auch sehr viele Wetterbeobachtungen und daraus resultierende Regeln oder Weisheiten mit deren Zuverlässigkeit wetterkundige Einheimische immer wieder die Wettervorhersagen der Meteorologen übertreffen. Die Morgenröte, der Abendwind, der Vollmond, die Vögel, einfach die gesamte Natur geht in diese Wetterprognosen mit ein. Das Buch erklärt in einführenden Kapiteln die Geschichte und Verfeinerung der Wettervorhersagen aber auch Wetterfühligkeit und das Biowetter oder Wetterphänomene vom Alpenföhn über die Schafskälte bis zum Weihnachtstauwetter.
Die Monate des Jahres werden dann kalendarisch und detailliert behandelt: Man findet Sonnenauf- und Untergangszeiten, das typische und das aussergewöhnliche Klima, die Schwendtage, der Kalender der Natur und Ratschläge aller Art. Das Wichtigste aber sind die Wetterregeln für jeden Tag des Jahres, von denen es oft ein halbes Dutzend gibt. Manche geben sicherlich Auskunft zur Kurz- und Langzeitprognose des Wetters. Doch man findet auch erstaunliche Lücken in der Beschreibung bestimmter Wetterlagen zu einer Jahreszeit. Könnte man dieses Fehlen auch als Hinweis lesen, dass sich unser Klima verändert hat? Beispielsweise scheinen Schwüle und Platzregen nicht während der Eisheiligen Mitte Mai vorgekommen zu sein - Im Mai 2009 aber umso mehr. Unter diesem Datum findet man dafür aber lesenswerte Reime wie auch sonst im ganzen Buch: "Wer seine Schafe schert vor Bonifaz (14. Mai, Eisheiligen), dem ist die Wolle lieber als das Schaf".



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