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Hanf & Co.

Die Renaissance der heimischen Faserpflanzen

Katalyse-Institut für angewandte Umweltforschung (Hrsg.)
Verlag die Werkstatt und AOL Verlag, 1995; aus Hanf- und Recyclingpapier, 224 Seiten, schwarz-weiss Fotos, Grafiken und Tabellen, € 15,20

Das rennomierte Kölner Katalyse Institut präsentiert mit dem vorliegenden Buch Hanf und Co. die Ergebnisse jahrelanger Forschung zu Hanf und anderen nachwachsenden Rohstoffen. Die weiteren vielversprechenden heimischen Faserpflanzen, die etwas kürzer behandelt werden, sind Flachs bzw. Faserlein (Linum usitatissimum) und die Große Brennnessel (Urtica dioica), aus der ehemals der Nesselstoff hergestellt wurde. Zu allen drei Nutzpflanzen werden deren Geschichte und Niedergang aber auch aktuelles zu Sorten und Botanik, Anbau, Ernte und Weiterverarbeitung dokumentiert. Anhand von Fotos, Grafiken, Flussdiagrammen und Tabellen wird der Leser sehr sachlich und fundiert über die ökologischen Vorzüge beim Anbau und der Weiterverarbeitung und die unterschiedlichen Möglichkeiten zur industriellen Nutzung informiert. Das Buch beschreibt aber auch die ökonomischen Rahmenbedingungen des Hanfanbaus.
Das Buch hat zum Ziel mit den positiven und negativen Vorurteilen gegenüber Hanf gründlich aufzuräumen. Es will die Diskussion um die Zukunft der Faserpflanzen am Standort Deutschland versachlichen. Es nennt gewichtige Gründe zumindest in die Forschung und Entwicklung, der in vieler Hinsicht ökologisch besser verträglichen und nachhaltig zur Verfügung stehenden Pflanzen zu investieren. Ziel muss demnach eine Neu- bzw. Wiedereinführung in die Textil-, Papier und Kunststoffherstellung sein.
Die Kapitel mit kurzen Abhandlungen über weitere Energie- und Industriepflanzen für den Anbau in Mitteleuropa regen die Diskussion um Selbstversorgungsgrad, Transporte und umweltverträgliche Landwirtschaft weiter an. Diese Pflanzen sind Lieferanten von Biomasse, Zucker und Stärke, Eiweiß und Ölen, Harz und Wachs, Farbstoffen, Arzneimiteln und Gewürzen,
Ein Fachwörter-ABC für Hanf und ein Glossar am Ende des Buches belegen mit ihren vielen Begriffen die einstmals tiefe Verwurzelung der Faserpflanze in unserer Kultur.
Die fünf Autoren der einzelnen Kapitel sind alle Experten auf ihrem Fachgebiet. Das wissenschaftliche Sachbuch ist Fachleuten und interessierten Laien gleichermaßen zu empfehlen.

Stefanie Goldscheider

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