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Jahrbuch Ökologie

Re-Naturierung. Gesellschaft im Einklang mit der Natur

Hrsg.v. H.Leitschuh, G. Michelsen, U.E.Simonis, J.Sommer und E.U.von Weizsäcker
S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2014, 256 Seiten, kartoniert, 21,90 €

In 38 Artikeln von immerhin 57 zum Teil namhaften Autoren umkreist das Jahrbuch Ökologie diesmal das Thema „Re-Naturierung“. Der Bindestrich dokumentiert dabei die Unzufriedenheit der Herausgeber mit dem herkömmlichen Begriff der Renaturierung, der als „unbrauchbar“ im Sinne des Buches abgetan wird. Eine Neudefinition allerdings findet nicht statt, allenfalls eine Annäherung an einen Begriff, der mehr als nur die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen aus landwirtschaftlichem Boden und Verkehrsflächen fordert.

Der erste Abschnitt „Sehnsucht nach Natur“ bietet die Einladung zu philosophischer Vor-Reflexion der Thematik – allein schon der Artikel Meyer-Abichs zur „Entfremdung vom natürlichen Mitsein“ wäre dabei ein Grund, dieses Buch zu erwerben. Er mag exemplarisch für nicht wenige der enthaltenen Artikel gelten. Wenn Meyer-Abich über das „Mitsein mit der Natur“ beim und durch das Essen eines Fisches meditiert, kann das durchaus zu Irritationen und Kontroversen führen. Gleichgültig aber, wie man zu Meyer-Abichs Thesen steht, zum Nachdenken auch über seine eigenen Positionen wird man auf jeden Fall verlockt. Ähnliches widerfährt einem bei anderen Beiträgen, so dass die besondere Leistung dieser Sammlung einmal mehr darin besteht, für mehr geistige Offenheit bei der Behandlung des Themas Ökologie zu sorgen.

Auch an zum Teil detailreichen Fakten mangelt es nicht, wofür insbesondere die Abschnitte über „Konzepte und Projekte“ und „Persistente Mensch-Natur-Konflikte“ sorgen. So  zeigt etwa Sebastian Strubes schön geschriebener Artikel „Schönes Dorf – intakte Umwelt?“ die zeitgeschichtliche Veränderung unseres Naturverständnisses anhand des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“ auf, Kraas und Butsch befassen sich mit dem „Naturverlust in den Megastädten Asiens“. Vom deutschen Dorf der 60er/70er Jahre zur aktuellen Situation asiatischer Megastädte – das Spektrum des Buches kann nicht besser ausgedrückt werden. Wie immer ist es ein Buch zum Schmökern vor dem Kamin oder in der U-Bahn, kein Artikel ist langer als 10 Seiten und nicht wenige bereiten großes Lese- und Denkvergnügen.

Dr. Harald Wölfel-Schramm

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