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Ökologie

C.R. Townsend, M. Begon, J. L. Harper
Springer Berlin, Heidelberg, 2. überarbeitete u. aktualisierte Auflage 2009 (Übersetzung der 3. engl. Aufl.); Hardcover, 622 Seiten, 272 Abbidungen, 20 Tabellen, € 44,95

Nein, Ökologie ist weder die Lehre vom „gesunden“ Einkaufen, noch die Kampfwissenschaft für eine „saubere“ Umwelt. Gern befasst sie sich hingegen mit Fragen wie der, ob denn der Blutegel eigentlich ein Weidetier sei. Eine solche Frage klingt für unsere Ohren abstrus, verweist aber schlicht darauf, dass sich die Ökologie inzwischen zu einer eigenständigen Wissenschaft entwickelt hat, zu der ein elaborierter Sprachcode gehört, der mit der Alltagssprache nicht deckungsgleich ist.

Wenn es nun jemanden gibt, der uns Alltagsmenschen in dieses – gar nicht so abstruse aber hoch relevante – Sprachgebilde einführen kann, so sind das die derzeit wohl wichtigsten akademischen Ökologen, Townsend, Begon und Harper.

 

In deren Selbstverständnis ist Ökologie die Wissenschaft von Verbreitung und Abundanz von Organismen und die damit zusammenhängenden Wechselwirkungen. Wissenschaftstheoretisch wird sie damit in die Nähe der Meteorologie und deren mathematischer Basis, der Theorie der komplexen Systeme gerückt. Und tatsächlich, ein wenig Mathematik muss sein. Aber keine Angst: Diese „knappe Abhandlung“ (die über 600 Seiten sind die Zusammenfassung des Standardwerkes „Ecology“) geht auch dieses Thema in gut angelsächsischer Manier an, das heißt, sie bleibt immer anschaulich und gut verständlich. Sechs Seiten zur Statistik werden dem inhaltlichen Bereich vorausgestellt. Sie bilden das Rüstzeug, um Tabellen und statistische Angaben sinnvoll einordnen zu können. Da das nicht nur für dieses Buch gilt, sei diese lesefreundliche Darstellung allen Interessierten empfohlen. Die weiteren Kapitel lassen sich weitgehend unabhängig voneinander lesen, auch wenn die fortschreitende Lektüre als Selbststudium empfohlen wird.

 

In 14 Kapiteln, die jeweils mit einer Zusammenfassung und Kontrollfragen (!) abgeschlossen werden geht die unterhaltsame Wissensreise von evolutionären Aspekten über die Abschnitte „Umweltfaktoren und Ressourcen“ und „Individuen, Populationen, Gemeinschaften und Ökosysteme“ bis hin zu den anthropogenen Faktoren Umweltschäden und Naturschutz. So theoretisch das Thema jeweils auch erscheinen mag, immer ist es von praktischen Beispielen begleitet, die die Lektüre nie langweilig werden lässt. Sie sei allen empfohlen, die sich zum Thema Ökologie äußern möchten. Es ist ein Thema, das Nachdenklichkeit verdient hat, hier wird dem Denken eine immense Fülle an Material geboten. Studierenden, die dem Thema im Nebenfach, oder im Rahmen eines Studiengangs als Seminarthema begegnen, sollte dieses Buch ohnehin bekannt sein.

 

Den wenigen thematisch Interessierten, die trotz des vorangegangenen Lobes keinen Blick in dieses Werk werfen möchten oder können, sei wenigstens dies verraten: Der Blutegel gilt den Ökologen als Weidetier!

Dr. Harald Wölfel-Schramm



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