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Küchenschätze der Indios und Indianer

Ilona Steckhan mit Fotos von Carsten Eichner
Walter Hädecke Verlag, Weil der Stadt 2001, 168 Seiten, Leinenband mit Schutzumschlag, 125 Farbfotos, 125 Rezepte, € 29,90, ausgezeichnet mit der Silbermedaille 2001 der Gastronomischen Akademie Deutschland

Was wäre unser Speiseplan ohne die Nahrungspflanzen der Indios und Indianer, von denen viele nach der Eroberung Amerikas in den Küchen und Töpfen der ganzen Welt unverzichtbar geworden sind? Die Rede ist hier von Kartoffeln, Mais, Bohnen, Kürbissen aber auch von Kakao und Vanille. Die neuweltlichen Nahrungspflanzen sind längst in Europa eingebürgert, doch die Rezepte der Ureinwohner Amerikas bergen eine weit größere Vielfalt und verraten noch heute viel über die indianische Lebensweise.
Die Expertin für alte indianische Kulturen Ilona Steckhan bereiste Peru und Mexiko, das Gebiet der Navajos bzw. Pueblo-Indianer in Nordamerika und die Heimat der Ojibwa in Minnesota. Auf der Suche nach alten Küchentraditionen und heutigen exotischen Rezepten ist ein außergewöhnliches Kochbuch mit kulturhistorischen Berichten und tollen Fotos der Menschen, Landschaften und Gerichte herausgekommen.
Die hochentwickelte Kultur der Inkas unter den harten Bedingungen der Hochanden hatten viel mit deren Fähigkeiten beim Ackerbau und in der Zubereitung der Lebensmittel zu tun. Neben einer großen Vielfalt an Obst und Gemüse spielten vor allem Mais als Mehl, Gemüse oder Bier, Bohnen und die vielen Kartoffelarten, die schließlich ihren Ursprung in Peru haben, eine wichtige Rolle. Fisch, Meerschweinchen und Lamas waren die wichtigsten tierischen Proteinquellen. Die Azteken und die heutigen Mexikaner haben außer Tacos, Tortillas und Enchilladas eine reiche Küche mit Avocado, Kaktus, Agave, Chili, Süßkartoffeln, Fisch, Garnelen und vielen Fleischsorten zu bieten. Als Highlights können aber sicherlich Kakao und Vanille gelten.
Die Pueblo bereicherten ihren Speiseplan aus Mais, Kürbis und Bohnen damals mit der Jagd und heute mit aus der Alten Welt von den Spaniern eingeführten Pflanzen wie Weizen, Tomaten und Zitrusfrüchten.
Die Ojibwa an den Großen Seen kochen mit den heimischen, wildwachsenden und inzwischen sehr pupulären Spezialitäten Wildreis, Ahornsirup und Cranberries delikate Gerichte, die zum Nachkochen anregen.
Die gute und sehr anschauliche Darstellung der Kultur und Geschichte, sowie der Landwirtschaft und der Essgewohnheiten, die genauen Angaben zu den Zutaten von damals und heute (und den Ersatzprodukten bei unserem Lebensmittelangebot) machen das Buch zu weit mehr als einem abwechslungsreichen und sehr empfehlenswerten Kochbuch. Für alle Liebhaber indianischer Kultur ist es genauso informativ und nützlich, wie für alle Köche und Gourmets, die gerne einmal etwas neues ausprobieren.


Ein traditionelles Gemüse der Indios: Maca - der peruanische Ginseng
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Stefanie Goldscheider
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