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Kosmos Wetterjahr 2010

Natur- und Wetterbeobachtungen im Jahreslauf

Bernd Eisert, Richard Heinrich, Gabriele Reich
Franckh-Kosmos Verlags GmbH, Stuttgart, 2009; 160 Seiten, 100 Farbfotos, 70 Illustrationen, € 10,95


Diese Warnung sei vorausgeschickt: Wer das „Kosmos Wetterjahr“ einmal verwendet hat, wird nicht darum herum kommen, das das nächste Jahr wieder zu tun, auch das darauffolgende usw. Hierin nämlich liegt ein wesentlicher Sinn dieses Buches, das eine übersichtliche und plausible Schablone für die tägliche individuelle Wetteraufzeichnung über ein ganzes Jahr liefert. Sinn ergibt die kontinuierliche Fortsetzung über mehrere Jahre, so dass objektivierbare Vergleiche gezogen werden können. Da zur Temperatur täglich Mittel- und Extremwerte ausgewählter Regionen angegeben sind, lässt sich auch ein historischer Vergleich ziehen. Die Anmerkung der Autoren, dass sich auf diese Weise der „Klimawandel“ konstatieren ließe ist sicher ironisch zu verstehen, dem Hang des eigenen Gedächtnisses, Zurückliegendes fehl zu interpretieren, kann aber gut entgegengewirkt werden (war 2008 ein „kaltes“ Jahr?). Die systematische Arbeit mit dem Buch kann so auch ein Raster für die individuelle Planung nicht nur für Hobbygärtner, auch für Landwirte und Gemüseanbauer bieten: Möglicherweise zeigen sich lokale Singularitäten, die Aussaat-, Auspflanzungs-, Erntetermine besser vorausplanen lassen.

Dient das Buch an erster Stelle der individuellen Datenerfassung, bietet es selbst auch einige zusätzliche Informationen etwa durch monatliche Rubriken wie „Wetter und Garten“, „Wetter und Gesundheit“ oder „Typische Wetterlagen“. Ein „Monatsthema“ liefert vertiefende Informationen zu meteorologischen Themen (z.B. ‚thermo-haline Zirkulation’), die auch für Einsteiger gut verständlich dargestellt sind. Den Jahresschwerpunkt 2010 bilden ‚Wolken’, wer sich von diesem Thema auch eindrucksvolle Fotos erwartet, wird nicht enttäuscht.

Von einer soliden Besprechung wird immer auch Kritik verlangt, in diesem Fall muss sie mild ausfallen: Dass auf jeder der kalendarischen Seiten (eine Woche pro Seite) die 12 verwendeten Piktogramme erneut beschrieben werden, ist Platzvergeudung, dass als „Normalphase“ der Zeitraum von 1999 – 2008 verwendet wird, ist erstaunlich, entspricht nicht unbedingt der Gewohnheit, und lässt den „Klimawandel“ nicht beobachten. Wenigstens ein kleines Literaturverzeichnis aus der hohen Kompetenz der Autoren verfasst, wäre sinnvoll gewesen.

Insgesamt sei festgehalten: Für alle, die Interesse an systematischer Wetterbeobachtung haben, sind die 10,95 € eine gute Investition. Die Geschäftsauslagen verraten es: Weihnachten naht, dem Wetterliebhaber sei das Buch auf den Gabentisch empfohlen!

Harald Wölfel-Schramm


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