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Wetterjahr 2011

Wetter - Klima - Natur

Bernd Eisert, Richard Heinrich, Gabriele Reich
Bodenbender Verlag, Eschenlohe, 2010; 176 Seiten, 134 Farbfotos, 28 Illustrationen, € 14,95


Der letztes Jahr eindringlich empfohlene „Kosmos Wetterkalender“ schien verschwunden, ist jetzt aber unter neuem Titel im kleinen Bodenbender Verlag wieder aufgetaucht. Was hat sich dadurch geändert? Zum Schlechten zunächst garnichts, sieht man davon ab, dass diesmal ein Schwerpunktthema fehlt. Gestalterin und Gestalter sind dieselben geblieben und auch das Grundkonzept, ein Kalendarium für die persönliche Wetteraufzeichnung zu liefern, bleibt erhalten.

Dass das Format vergrößert wurde, kommt der Handhabung dieses Kalendariums zugute. Wie gewohnt können für jeden Tag Wolkenbedeckung, Windstärke und Niederschlagsart schematisiert angekreuzt werden, es ist Platz für die Eintragung von Tag- und Nachttemperatur und für sonstige Bemerkungen. Sonnen- und Mondauf- und –untergang sind gemittelt angegeben, ebenso die Temperaturmaxima und –minima ausgesuchter Städte sowie dort aufgetretene Extremwerte. Wetteraufzeichnungsenthusiasten muss so etwas begeistern, und nur wer überentsprechende Aufzeichnungen verfügt, kann tatsächlich sagen, ob dieser Sommer wirklich so erbärmlich war, wie manche das jetzt meinen. Es sei an dieser Stelle wiederum angemerkt, dass die Referenzzeit für die angegebenen mittleren Temperaturen aus dem aktuellen Zeitraum 2000 – 2009 stammen, nicht aus der herkömmlich verwendeten Referenzzeit 1961 – 1990, was durchaus von Interesse hätte sein können.

Faszinierend wie letztes Jahr sind auch diesmal wieder viele Fotografien. Ein Supralateralbogen mit Nebensonne in den Alpen z. B. lässt das Herz jedes Wetterbeobachters höher schlagen. Gewohnt kompetent und gut verständlich sind die beigefügten physikalischen Erklärungen. Gleiches gilt für die Darstellungen der typischen Wetterlagen jedes Monats sowie die jeweiligen „Monatsthemen“, die von „Schneekristalle und Lawinen“ im Januar über „Kulturpflanzen im Klimawandel“ (Juli) bis zur „Geschichte der Erdatmosphäre“ im Dezember reichen. In gleich solidem Stil weitergeführt werden auch die Rubriken „Wetterwissen“, „Wetter und Natur“ sowie „Wetter und Garten“ mit jeweils einem Artikel für jeden Monat.

So ändert also der Verlagswechsel nichts daran, dass dieses Buch unbedingt auf den weihnachtlichen Gabentisch jedes Wetterinteressierten gehört. Wer die Ausgaben kontinuierlich sammelt (dem Bodenbender Verlag sei gedankt, dass er dies weiter ermöglicht), der hat bald ein Kompendium meteorologischen Wissens beieinander, das es mit manchem auf das Thema spezialisierten Fachbuch aufnehmen kann, dabei aber den gewaltigen Vorteil bietet, unterhaltsam gelesen werden zu können. Wird der Kalender regelmäßig geführt, bildet er einen einmaligen Schatz: Nur hier finden sich Aufzeichnungen darüber, wie das Wetter am jeweiligen Ort ein Jahr lang wirklich war!

Harald Wölfel-Schramm


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