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Schweinemast

Steffen Hoy (Hrsg.)
Ulmer, Stuttgart, 2013. 176 Seiten, 50 Abbildungen, 58 Tabellen, kartoniert. € 24,90

Das von dem renommierten Autoren Hoy herausgegebene Buch hält sich an die bewährten Vorgaben des 2012 erschienenen Buches über Ferkelerzeugung des gleichen Herausgebers. Neun Autoren beleuchten jeweils auf ihrem Spezialgebiet das gesamte Spektrum professioneller Schweinemast. Die Themenpalette reicht von der Markt- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung über die Bewertung von Schlachtkörpern, Stallbautechniken und Rechtsvorschriften bis hin zu Fragen von Fütterung, Gesunderhaltung und Ethologie des Mastschweins.

 

Die engere Zielgruppe stellt auch hier wieder der Personenkreis im Umfeld größerer Betriebe dar. 3000 – 4000 Mastplätze werden zukunftsfähig genannt, auch die empfohlenen Managementprogramme dürften erst bei solcher Größenordnung von Relevanz sein. Dass einige Tabellen (geringe) Grundkenntnisse in Statistik voraussetzen, weist darauf hin, dass ein nicht ganz ungebildetes Publikum angesprochen werden soll.

 

„Ungebildet“ sind auch die einzelnen Beiträge nicht, die prägnant und kenntnisreich in die Materie einführen. Dass von 10 Kapiteln 8 ein jeweils eigenes Literaturverzeichnis angefügt ist – weshalb dies bei den Kapiteln mit wirtschaftlichem Schwerpunkt fehlt, erschließt sich nicht, erlaubt bei Bedarf eine sinnvolle Vertiefung in das Sachgebiet.

 

 So sinnvoll die Übernahme des Konzeptes der „Ferkelerzeugung“ auch ist, wenn sich ein Artikel aus diesem Buch hier ein Jahr später fast wortgleich wiederfindet und sich auch in anderen seitenlange Wiederholungen zeigen, so wirkt das befremdlich. Zur Ehrenrettung sei allerdings angemerkt, dass durchgehend auf eine Aktualisierung Wert gelegt wurde, was gerade bei ökonomischen und juristischen Fragen nicht unerheblich ist.

 

Erfrischend wirkt der Effekt, dass sind mehrere Spezialisten am Werk, die Meinungen auch einmal auseinander gehen können. Empfiehlt z.B. ein Autor die verstärkte Ebermast, so erklärt der nächste Eberfleisch für kaum genießbar und nicht marktfähig. Trotz umfangreichem Datenmaterial und Information bleibt also noch Raum für eigenes Nachdenken.



Harald Wölfel-Schramm



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