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Gemüsegarten natürlich düngen – Tipps und Tricks

von Laura Becker

Terra pretaDamit im biologischen Gemüsegarten kräftige Pflanzen wachsen, ist eine gute Düngung wichtig. Bio-Hobbygärtner verzichten dabei jedoch komplett auf den Einsatz von chemischen Düngemitteln. Um die Pflanzen dennoch mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie auf natürliche Art und Weise gedüngt werden kann. Auch damit gedeihen die Pflänzchen prächtig und man kann sich schon bald über kräftiges Kohlgemüse oder saftige Tomaten freuen. 

Biologisch düngen im Gemüsegarten – gewusst wie

Im Bio-Gemüsegarten sollten Hobbygärtner schon im Herbst und im Frühling daran denken, die Erde gut vorzubereiten. Dann kann während der Vegetationsphase nahezu komplett auf weitere Düngemittel verzichtet werden. Fehlen der Erde Nährstoffe, können biologische Dünger eingesetzt werden. Diese versorgen jene Pilze und Bakterien, die benötigt werden, um Kompost, Mulch oder Gründünger zu zersetzen. Bei diesem Prozess entstehen auch jene Nährstoffe, die für die Gemüsepflanzen so wertvoll sind. Gute Erde ist daran erkennbar, dass sie einen typisch erdigen Geruch und eine lockere Struktur aufweist. Außerdem tummeln sich in der Erde viele kleine Lebewesen wie Würmer, Ameisen und Käfer.

Selbst guten Kompost herstellen

Kompost ist reich an Nährstoffen, die für das Wachstum von Blumen und Gemüsepflanzen sehr wichtig sind. Jeder kann guten Kompost selbst herstellen, wenn er sich ein paar Dinge zu Herzen nimmt:

  • Es sollte auf ausreichend Luft geachtet werden. Gruben oder geschlossene Behälter sind daher zum Kompostieren nicht geeignet.
  • Der Kompost sollte im Schatten stehen.
  • Kontakt zum Boden ist unerlässlich, damit Regenwürmer im Komposthaufen ihre Arbeit verrichten können.
  • Gartenerde, Kalk, Komposterde oder Kompost-Beschleuniger eignen sich hervorragend, um die Verrottung zu beschleunigen.
  • Es ist empfehlenswert, das Kompostmaterial mit Effektiven Mikroorganismen (EM) zu mischen, weil es dann ohne es wenden zu müssen, zu Kompost reift. Möchte man Schwarzerde herstellen, kann die Terra Preta Technologie für den Gartenkompost angewendet werden und zusätzlich Holzkohlegrieß oder RoPro-Streu hinzugefügt werden.  
  • Grasschnitt sollte nur in geringen Mengen auf den Kompost gelangen.
  • In Trockenperioden muss der Kompost etwas angefeuchtet werden.

Auf den Kompost dürfen auch zerkleinerte Reste vom Strauch-, Hecken- oder Baumschnitt, sowie Laub, angetrockneter Grasschnitt, Gartenabfälle und Küchenabfälle wie Gemüse- und Obstreste, sowie Eierschalen. Sobald der Haufen voll ist, wartet man drei Monate ab und häufelt ihn dann um. Nach einer erneuten Wartezeit kann er gesiebt werden und ist fertig für die Düngung des Gemüsebeets. Übrigens: Im Herbst ist es auch möglich, halbverrotteten Kompost in das Beet zu mischen.

Tierische Dünger verwenden – aber richtig

Auch tierischer Dünger ist ein natürlicher Rohstoff. Zum Düngen eignet sich etwa der Mist von Rindern, Schafen, Pferden, Kaninchen, Ziegen und Hühnern. Angewandt wird er wie folgt:

  • Pferdemist ist ein "hitziger Dünger“ mit dem Früh-Beete gut aufgeheizt werden können.
  • Rindermist eignet sich für den Einsatz im Herbst. Er wird oberflächlich in einer dünnen Schicht verteilt und ist ideal, um Starkzehrer zu versorgen.
  • Schweinemist ist fast kalkfrei, dafür aber reich an Kali. Am besten wird er kompostiert.
  • Auch Kaninchen-, Ziegen- und Schafmist sind „hitzige Dünger“, die man kompostieren sollte.
  • Dünger von Geflügel hat einen hohen Kali- und Phosphorgehalt. Er sollte mit Erde vermischt und kompostiert werden.

Auch Hornmehl ist ein tierischer Dünger, der für den Bio-Gemüsegarten sehr wertvoll ist.

Gründüngung: darauf sollte man achten

Darüber hinaus ist die Gründüngung im Gemüsegarten ein beliebtes Mittel, um den Boden zu verbessern. Diese Alternative zur Düngung hat viele Vorteile. Sie unterdrückt beispielsweise das Unkraut und bedeckt nach der Haupternte schnell und unkompliziert den Boden. Die Wurzeln lockern den Boden auf, beleben ihn und sorgen für eine bessere Wasserspeicherung. Manche Pflanzen eignen sich, um Bodenschädlinge und -krankheiten zu bekämpfen, während andere Stickstoff aus der Luft speichern und somit in den Boden bringen. Zu letzteren gehören die Sommerwicke, die Lupine und der persische Klee. Aber auch Ölrettich, Gelbsenf, Studentenblume, Bienenfreund, Ringelblume, Hafer und Buchweizen sind perfekt für die Gründüngung geeignet.

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