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Thymian

von Stefanie Goldscheider

Thymian hat eine viele Tausend Jahre alte Tradition als Würzkraut und als Heilpflanze. Auf trockenen Felsheiden am Mittelmeer, wo Thymian häufig das Landschaftsbild prägt, entsteht außerdem der begehrte Thymianhonig. Die weiß bis pink gefärbten Lippenblüten sind eine Bienenweide. Im antiken Griechenland verwendete man die stark aromatischen Thymianzweige auch zum Räuchern. Von griechisch thymiama = Beweihräucherung leitet sich auch der Gattungsname Thymus und der deutsche Name Thymian ab.

Antipasti, Meeresfrüchtesalat oder Marinaden für Fisch und Fleisch schmecken mit Thymian anregend sommerlich. Deftigere winterliche Gerichte wie Braten, Ragouts, Eintöpfe und Suppen werden durch die aromatische Schärfe besser verdaulich und lecker.


Die ätherischen Öle von Thymian sind in der ganzen Pflanze zu finden und unterscheiden sich je nach Standort in ihrer Zusammensetzung und im Gehalt sehr stark voneinander. Für die Nutzung als Arzneipflanze werden selektierte Thymiansorten beziehungsweise -rassen weitervermehrt und angebaut. Als Gewürz werden die Zweige oder die abgestreiften, getrockneten Blättchen und Blüten verwendet.

Botanik von Thymian

Thymian (Thymus vulgaris) ist ein ausdauernder, stark verholzender Zwergstrauch. Er gedeiht selbst an nährstoffarmen, sehr sonnigen und heißen Standorten. Der Gartenthymian, der in Mitteleuropa nicht vollkommen frosthart ist, ist mit unserem einheimischen Quendel oder Wiesenthymian (Thymus serpyllum) botanisch und geschmacklich verwandt. Auch der Quendel wächst auf Trockenrasen. Es gibt viele weitere als Würzkraut verwendbare Thymianarten, die ein unterschiedliches Aroma und Aussehen besitzen und teilweise an extrem unwirtlichen Stellen gedeihen. Sie variieren in Blütenfarbe, Blattform und Wuchshöhe sowie in der Schärfe ihres Geschmacks. Die Gattung Thymus aus der Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Labiatae oder Lamiaceae) ist weltweit mit 350 Arten, in Europa mit über 60 Arten vertreten.


Thymian in der Küche

Unverzichtbar ist Thymian in der französischen, spanischen und mexikanischen Küche. Er ist in den jeweiligen landestypischen Gewürzmischungen ein wichtiger Bestandteil. Thymian würzt italienische Pasta, Lasagne und Pizza, passt hervorragend zu Grillfleisch, insbesondere zu Lamm und Schwein und darf in den mediterranen Gemüsegerichten mit Tomaten, Auberginen, Zucchini und Paprika nicht fehlen. Besonders fein ist sein Aroma zum Einlegen von Schafs- und Ziegenkäse, in Kräuteröl, Kräuteressig und Vinaigrette und zu Wildgerichten. Thymian ist getrocknet aromatischer als frisch und kann auch ohne Aromaverlust mitgekocht werden. Thymian ist ein starkes Antioxidationsmittel und verhindert das Ranzig werden von fettem Fleisch.


Thymian als Heilpflanze

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