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Mäusedorn

Ruscus aculeatus L., Asparagaceae

(Ruscus aculeati rhizoma)

Vorkommen: Mäusedorn ist ein bis 1 m hoher, immergrüner Strauch mit unterirdischer Sproßachse und blattähnlich verbreiterten, stachelig-ledrigen Kurztrieben auf denen die kleinen, weißen Blüten und die roten Beeren sitzen. Der Mäusedorn wächst wild im Mittelmeerraum und auf den Kanaren an trockenen, sonnigen Hängen und in Gebüschen bis 1000 m Höhe. In Belgien und England ist er eingebürgert. Der Name Mäusedorn bezieht sich auf seinen historischen Nutzen zum Fernhalten von Mäusen an Vorräten aufgrund seiner Stacheligkeit.
Verwendung: Der Wurzelstock wurde früher auch als Gemüse ähnlich Spargel gegessen, heute wird der Extrakt medizinisch genutzt.
Inhaltsstoffe: Saponine Ruscin und Ruscosid sowie Steroid-Sapogenine Ruscogenin und Neo-Ruscogenin


Mäusedorn war Arzneipflanze des Jahres 2002. Bereits vor über 2000 Jahren wurde er als Heilpflanze beschrieben. Im Mittelalter galt der Mäusedorn als wirksames Mittel gegen Wassersucht, was sich heute nachvollziehen läßt. In Italien, Frankreich und der Schweiz ist der Mäusedorn längst ein bekanntes Venentherapeutikum. In der Monographie der Kommission E ist er ausgewiesen "zur unterstützenden Therapie von Beschwerden bei chronisch-venöser Insuffizienz wie Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtlichen Wadenkrämpfen, Juckreiz und Schwellungen". So stimuliert der Mäusedorn-Wurzelextrakt den lymphatischen Transport und den venösen Tonus und vermindert damit das Gewebevolumen, also Wasser in den Beinen. Zudem schützt Ruscusextrakt die Venenstützfaser Elastin, strafft das Bindegewebe und hält die Venen elastisch. Wegen ihrer anti-ödematösen und anti-phlogistischen Wirkung werden die isolierten Steroid-Sapogenine aus Ruscus aculeatus auch gegen Hämorrhoiden angewendet.
Literatur:

- Brendler - Gruenwald - Jaenicke; Heilpflanzen-CD-ROM; Medpharm Scientific Publishers 2003
- Fintelmann, V; Weiss, R.F.: Lehrbuch Phytotherapie; 11. Aufl. 2006; Hippokrates Verlag, Stuttgart
- Frohne, D.; Jensen: Heilpflanzenlexikon; 7. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlags GmbH, Stuttgart
- Jänicke - Grünwald - Brendler: Handbuch Phytotherapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2003
- Wichtl, M.: Teedrogen und Phytopharmaka, 4. überarb. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
- Zeitschrift für Phytotherapie, Hippokrates-Verlag