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Ökologische Druckfarben – Farbmittel aus regenerativen Rohstoffen

von Thomas Fleckenstein

Jahr für Jahr findet in Deutschland eine zunehmende Veränderung von Denkstilen und Verhaltensweisen statt. Öko ist längst nicht mehr nur ein Trend. Zunehmend achten Menschen auf biologisch und ökologisch einwandfrei gefertigte Produkte und Verpackungen. Auch in der Druckbranche sind nachhaltige Konzepte für die Zukunft unseres Planeten gefragt – unter anderem gehört dazu die Verwendung von ökologischen Druckfarben.

Was zeichnet ökologische Druckfarben aus?

Heutzutage enthält der überwiegende Teil der in Deutschland verwendeten Druckfarben Bindemittel aus kaum abbaubaren, veränderten Harzen und Ölen sowie organische Lösemittel, die auf Erdöl basieren. Ökologische Druckfarben zeichnen sich hingegen dadurch aus, dass sie keine Mineralölanteile besitzen – diese werden durch pflanzliche Öle ersetzt.
Um zu erkennen, welches Optimierungspotenzial in Druckfarben steckt, genügt ein Blick auf gängige Rezepturen. Farben bestehen in der Regel aus

  • - Farbpigmenten,
  • - Bindemitteln (Öle, Flüssigharze, Wachspasten),
  • - Lösungsmitteln und
  • - Hilfsmitteln wie Trockenstoffe und Weichmacher

Hier ist es das Bindemittel, welches einen Anteil von über 50 Prozent darstellt. Dieses wiederum besteht im gleichen Verhältnis aus Flüssigharz und Öl. Allein durch den Ersatz des Mineralöls durch pflanzliche Öle wie Leinöl, Holzöl, Sojaöl oder Rizinusöl kann eine Farbe aus knapp 35 Prozent nachwachsenden Rohstoffen bestehen.
Das ist aber noch nicht alles. Auch die im Bindemittel enthaltenen Flüssigharze können durch regenerative Rohstoffe ersetzt werden. Statt Harz aus PVC, Alkyde oder Kohlenwasserstoff kommt Baumharz, das sogenannte Kolophonium zum Einsatz.
So kann eine Druckfarbe heute bereits zu über 80 Prozent aus regenerativen Rohstoffen bestehen und sich so deutlich von herkömmlichen, mineralölhaltigen Farben unterscheiden.

Farbpigmente – die letzten 20 Prozent

Allein die Farbpigmente sind es, bei denen keine nachwachsenden Rohstoffquellen zur Verfügung stehen. Da den Farbherstellern bis heute keine natürlichen Farbpigmente mit vergleichbarer Farbstärke, Lichtechtheit und Brillanz sowie Dispergierbarkeit zur Verfügung stehen, sind diese durchgängig synthetisch. Ihr Ursprung liegt in den meisten Fällen im Erdöl.

Eine Ausnahme sind die sogenannten „earthCOLORS®“, die von Grund auf konsequent ökologische Druckfarben darstellen. Diese speziellen Farben enthalten weder Pigmente aus der Petro-Chemie noch aus der Chlor-Chemie. Der Nachteil gegenüber konventionellen ökologischen Druckfarben ist der eingeschränkte Farbumfang von gerade einmal sechs Grundfarben. Hieraus lässt sich zwar ein Farbfächer mit 19 Farben entwickeln, diese sind jedoch längst nicht so brillant und leuchtend. Die Entwickler der „earthCOLORS®“ plädieren daher für eine Koexistenz neben herkömmlichen Druckfarben. Bis heute hat sich jedoch noch kein Hersteller gefunden und diese Farben sind noch nicht in Gebrauch.

Fazit

Ökologische Druckfarben sind ressourcenschonend, nachhaltig und umweltfreundlich, da das Bindemittel weder aus Mineralöl noch aus chemischen Harzen besteht. Auch der Mensch profitiert: ökologische Druckfarben verzichten auf giftige Inhaltsstoffe – Printprodukte gewinnen so deutlich an Human-, Umwelt- und Bodenverträglichkeit. Eine Win-win-Situation für die Umwelt und den Kunden.
Zudem können Unternehmen auf einen deutlichen Imagegewinn hoffen, wenn sie ökologisch drucken lassen und ihre Drucksachen beispielsweise mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ kennzeichnen.



Ökologisch Drucken

Umweltdruckerei LokayDie Druckerei Lokay aus Reinheim hat sich auf den ressourcenschonenden und nachhaltigen Druck von Printprodukten spezialisiert. Die Offset-Druckerei wurde bereits mehrfach für ihr nachhaltiges Umweltengagement prämiert und in den Jahren 2010 und 2015 als „Umweltdruckerei des Jahres“ ausgezeichnet. Für die positive Ökobilanz der Reinheimer Umwelt-Druckerei sorgt unter anderem der Verzicht auf Chemie und eine nachhaltige, klimaneutrale Produktion mit alkoholfreien Druckfarben auf Pflanzenölbasis sowie der Einsatz exklusiver Recyclingpapiere.Thomas Fleckenstein, Umweltdruckerei Lokay
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Autor: Thomas Fleckenstein, Umweltdruckerei Lokay

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