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Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder

Ein Buch zur Bestimmung aller wildwachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen

Herausgeber Gerald Parolly und Jens G. Rohwer
Quelle & Meyer, Wiebelsheim, 97. überarbeitete und erweiterte Auflage 2019, 1024 Seiten, zahlreiche s-w-Illustrationen und Farbtafeln, gebunden, € 39,95

In der nunmehr 97. Auflage hat der Schmeil-Fitschen nun neue Herausgeber, welche die Arbeit ihrer Vorgänger fortführen und den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen anpassen. Und tatsächlich ist vieles auch mehr geworden, das Buchformat größer. Mit weltweit nunmehr 320 000 bekannten Arten von Gefäßpflanzen ist auch heute die sogenannte binäre Nomenklatur, eine geniale systematische Ordnung, unverzichtbar zur Beschreibung der Arten. Der erste Name, die Pflanzengattung, umfasst viele vollkommen übereinstimmende Merkmale einer Gruppe von Pflanzen, die umgangssprachlich als Rose, Kiefer oder Eiche bekannt sind, aber mehrere bis sehr viele Arten enthalten, wie Stieleiche, Flaumeiche, Traubeneiche, etc. Der zweite Name beschreibt die einzigartige Art mit ihrem Wuchstyp, ihrer Blattstellung und Blattform, ihrer Blütenfarbe, Blütezeit und vielem mehr. Pflanzengattungen bilden Pflanzenfamilien, wie beispielsweise die Schmetterlingsblütler, deren Erkennbarkeit in erster Linie auf dem Blütenbau und den Früchten (Hülsenfrüchte) beruht. Pflanzenfamilien stehen in Ordnungen zusammen. Dies alles bestimmt der Grad der Verwandtschaft. Das System aus Pflanzenfamilien, Pflanzengattungen und Arten ist die historische und universelle Grundlage der Taxonomie und Nomenklatur. Doch diese Systematik ist wegen neuer Methoden der Zuordnung, vor allem durch DNA-Sequenz-Analysen, im Umbruch.

Der geübte Hobbybotaniker kann häufig die Pflanzenfamilie auch ohne Systematik anhand eindeutiger Merkmale erkennen. Wird die Pflanzenfamilie nicht gleich erkannt, helfen bereits hier bestens durchdachte Schlüssel und klar differenzierende Detailzeichnungen, die aktualisiert und verbessert wurden.. Die vielen Unterscheidungsmerkmale beispielsweise an Blättern und Blattstielen oder Blüten, sq taub- und Blütenblättern sind in diesem Klassiker klar gezeichnet und definiert und dann mit einem Fachausdruck belegt. Das ist auch die Stärke des Schmeil-Fitschen, die dieses Werk seit über 110 Jahren unverzichtbar macht. Es ist schlicht nicht möglich, ohne solche genauen Details zu bestimmen. Das ganze Buch ist in schwarz-weiß, abgesehen von 32 Farbtafeln am Ende. Es enthält keine vollständige Abbildung einer Pflanzenart. Zur genauen Ansprache der Art bedarf es dann der Detailzeichnungen und klaren Ja-Nein-Fragen, welche einen der Bestimmung immer näher bringen. Beispielsweise lauten solche Fragen: Blätter wechselständig oder in Quirlen; Blütenstand in Trauben oder Dolden; Blüten radiär oder zygomorph. Detaillierter, systematischer und exakter geht es nicht.

Der Schmeil-Fitschen ist für alle Level der botanischen Kenntnisse eine Bereicherung, denn er hilft beim Bestimmen von Anfang an, beispielsweise zur Unterscheidung von Weiden und Pappeln, genauso wie bei der Unterscheidung zwischen Ambrosia und Beifuß. Die Flora von Deutschland und allen Nachbarländern umfasst in dieser erweiterten Auflage nun 5000 Arten und Unterarten. Gartenpflanzen und eingebürgerte Arten sind mit berücksichtigt, genauso die Pflanzenarten angrenzender Gebiete. Dennoch: Der Schmeil-Fitschen ist die Zuverlässigkeit in Buchform, braucht aber bebilderte Florenwerke zur Veranschaulichung.


Stefanie Goldscheider


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