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Viren und Bakterien: Testmethoden im Überblick

Autor: Apotheker Christoph Bertram

Bei einer ärztlichen Untersuchung muss der Arzt entscheiden, ob dem Patienten ein Antibiotikum helfen könnte. Dafür muss der Arzt zuvor wissen, ob der Infekt durch Viren oder Bakterien verursacht wird. Die bisherigen Testmethoden konnten das noch nicht sonderlich gut und vor allem nicht in kurzer Zeit feststellen. Heute gibt es ganz andere Methoden.

 

Das Problem, dass die Symptome bei Bakterien und Viren relativ ähnlich sind, führt noch immer dazu, dass oftmals ein Antibiotikum verschrieben wird, obwohl dies bei einem viralen Infekt gar nicht helfen kann. Klinisch gibt es keine zuverlässige Testmethode, welche sich bisher gänzlich etabliert hat. Allerdings gibt es auch Ausnahmen.

Antibiotika werden immer häufiger verschrieben

Antibiotika zählen zu den am häufigsten verwendeten Medikamenten und die Anwendungszahlen steigen immer weiter. Zugleich bekommt einer von fünf Patienten trotz einer bakteriellen Infektion kein Antibiotikum – dadurch werden Krankheiten schlimmer, Krankheitsverläufe schwerwiegender, wodurch gar ein Krankenhausaufenthalt wahrscheinlich werden könnte.

 

Eine weitere Herausforderung im Gesundheitswesen ist, dass sich neue Bakterienstämme entwickeln, welche resistent gegen Antibiotika sind. Antibiotika sind die Grundlage der modernen Medizin. Daher ist es wichtig an neuen Möglichkeiten zu forschen, damit sich dieser Bereich weiterentwickeln kann.

Neue Diagnosemöglichkeit

Damit der Einsatz von Antibiotika vereinfacht werden kann, muss eine neue Diagnosemöglichkeit geschaffen werden. Tatsächlich ist die Medizin nun darauf umgestiegen, dass auf das Immunsystem und dessen Reaktion geachtet wird. Es ist nämlich der beste Weg entweder eine virale oder eine bakterielle Infektion früh zu erkennen und entsprechend zu bekämpfen.

 

Das Immunsystem reagiert bei Viren gänzlich anders, denn hier kommt es zu einer Zunahme von bestimmten Proteinen im Blut. Hieran kann erkannt werden, dass es sich um einen viralen Infekt handelt. Dieser Ansatz ist aber nicht gänzlich neu, denn es gab durchaus schon Möglichkeiten, welche sich mit diesem Weg beschäftigt haben.

 

Derzeit geht es darum, dass diese Testmöglichkeit noch effizienter und zuverlässiger wird. Das Ziel ist es, dass sich eine Genauigkeit von über 95 Prozent im Bezug darauf entwickelt, dass erkannt wird, ob es sich um einen viralen oder bakteriellen Infekt handelt.

Coronavirus kann problemlos erkannt werden

Es gibt einzelne Virenarten wie zum Beispiel das Coronavirus, welches problemlos mit einem Schnell- und Selbsttest erkannt werden kann. Neuerdings besteht auch die Möglichkeit, dass ein Selbsttest bestellt wird. Dieser kann für den Privatgebrauch angewendet werden.

 

Zum Beispiel vor einem wichtigen Event wie Ostern oder Weihnachten eignen sich diese Tests, damit eine Virusinfektion frühzeitig erkannt wird. So können infolge auch Infektionsketten unterbrochen werden, denn dies ist wichtig, um die Pandemie eindämmen zu können und die Gesundheit der Familienmitglieder oder der Freunde zu gewährleisten.

Bei dem Coronavirus gibt es folgende Testmethoden:

  • Lutschertest (in Deutschland noch nicht zugelassen)
  • Spucktest (bisher nur eine Zertifizierung in Deutschland)
  • Gurgeltest (noch nicht zugelassen in Deutschland, steht aber bevor)
  • Stäbchentest für einen Abstrich in der Nase


Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat bisher über 15 Selbsttests genehmigt. Es ist davon auszugehen, dass demnächst weitere Heimtests zugelassen werden. Der Vertrieb geschieht zum Beispiel durch (Online-)Apotheken. Aus diesen seriösen Quellen kann unkompliziert der Test gekauft werden – aus Kleinanzeigenportalen und ähnliches sollte eher kein Test bezogen werden.