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Schöne Hühner

Porträts ausgezeichneter Rassen

Von Christie Aschwanden und Andrew Perris (Fotos), Übersetzt von Dorothea Raspe
LV-Buch, 2011. 112 Seiten, 94 Fotografien, Softcover. € 17,95.

Die Publikationen des Landwirtschaftsverlages zu „schönen“ Nutztieren haben inzwischen so etwas wie Kultstatus erreicht. Die Fangemeinde wird sich den dem Huhn gewidmeten Band nicht entgehen lassen – zu Recht, was die Brillanz der Aufnahmen angeht, übertrifft es noch den bisherigen Spitzenreiter „Schöne Schweine“! Anlässlich dessen Besprechung äußerte der Rezensent gewisse Bedenken aufgrund der einseitigen Ästhetisierung des Tieres. Eingeschränkt bestehen sie weiter, der Faszination der Fotografien und der liebevollen Gestaltung ist der Rezensent jedoch wiederum gänzlich erlegen.

 

Im Aufbau folgt das Buch exakt seinen Vorgängern. Einem Einführungsteil, der äußerst knapp (auf 7 Seiten!) über Nutzungsgeschichte, Grundlagen der Hühnerhaltung und Usancen von Geflügelausstellungen informiert, folgt ein eindrucksvoller Abschnitt mit 42 Rasseporträts. Jeder vorgestellten Rasse ist jeweils eine schön gestaltete Textseite gewidmet, die „Merkmale“, „Nutzung“, „Verwandte Rassen“, „Gewicht“ sowie „Herkunft und Verbreitung“ zum Thema hat. Die gegenüberliegende Seite zeigt dann jeweils ein Fotoporträt. Sechs Seiten mit fotografischen Impressionen von Geflügelausstellungen aus Groß-Britannien schließen sich an. Den Abschluss bilden ein sehr kleines Glossar und ein alphabetisches Register.

 

Dass es sich um ein angelsächsisches Werk handelt (die Übersetzung ist ohne Brüche und Holprigkeiten) ist nicht nur aufgrund der Leichtigkeit des Stils unverkennbar. Vereinzelt werden Informationen gegeben, die hierzulande unzutreffend sind. Von dem im Text behaupteten rasch steigenden Interesse an ihrem Metier etwa haben deutsche Hobbyzüchter bislang noch nichts bemerkt. Nun, eine umfassende theoretische Aufarbeitung der Thematik macht sich das Buch ohnehin nicht zur Aufgabe. Interessante Neuigkeiten, weiß es aber dennoch zu vermitteln. Wissen Sie, was die „Cochin Mode“ war, oder aufgrund welchen „Nutzwertes“ die ersten Hühner gehalten wurden? Jetzt haben Sie garantiert falsch geraten!

 

Als Handbuch für Einsteiger in die Hühnerhaltung ist dieses Buch gewiss nicht gedacht. Für jeden Liebhaber von Tierporträts ist es aber ein absolutes Muss und für Hühnerliebhaberinnen sowieso!

 

Dr. Harald Wölfel-Schramm



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