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Al Gore: Eine unbequeme Wahrheit.

Originaltitel: An Inconvenient Truth
Die drohende Klimakatastrohe und was wir dagegen tun können

Riemann Verlag, München, 2006; Paperback, 328 Seiten, 19,0x22,8 cm, durchgehend 4-farbig illustreirt, mit zahlreichen Farbfotos, € 19,95

In einem Punkt sind sich die Wissenschaftler aller Lager einig: Die globale Erwärmung ist real, sie geschieht jetzt und sie ist vor allem auf den massiven und verschwenderischen Einsatz von Kohle, Öl und anderen fossilen Energien zurückzuführen. Daraus resultiert ein beispielloser Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre, die Temperaturen erhöhen sich global in dramatischem Ausmaß, wir erleben eine Zunahme der Dürre- und Flutkatastrophen, mehr Hurricanes als je zuvor in der Geschichte und teilweise irreversible Verwüstungen unseres Ökosystems. Doch während die Schäden immer offensichtlicher werden, sinkt die Bereitschaft in Politik und Bevölkerung, sich für nachhaltige Lösungen zu engagieren. Dieser durch die Bush-Regierung mitverantworteten Lethargie will Al Gore durch eine multimediale Aufklärungskampagne begegnen, die Augen, Herz, Verstand und Gewissen der Menschen gleichermaßen anspricht.

Der Autor versucht nicht durch langwierige Erklärungen und Argumente zu überzeugen, sondern liefert zu jeder seiner Hypothesen ein aussagekräftiges Bild, das seine Betrachter wachrüttelt – wirkungsvoller als tausend Worte: eine auf Grund gelaufene ehemalige Fischfangflotte inmitten der Wüstenlandschaft des ausgetrockneten Aralsees; der intakte Amazonas-Dschungel vor 26 Jahren und – von Waldrodungen verwüstet und zerfressen – heute; ein Alpengletscher 1949 – und vollkommen abgeschmolzen 2003; das Manhattan von heute und – als Zukunftsprojektion – nach einem erheblichen Anstieg des Meeresspiegels. Grafiken verdeutlichen den explosionsartigen Anstieg der Erdbevölkerung und parallel dazu der Temperaturen, der ausgerotteten Tierarten, der Wirbelstürme und der durch Umweltschäden verursachten wirtschaftlichen Schäden. Neben Kurzanalysen, griffigen Slogans und Zitaten, neben Tabellen und Grafiken erzählt Al Gore auch von seinem persönlichen Lebensweg und verleiht dem Kampf gegen den globalen Wahnsinn damit ein menschliches Gesicht.
Gore lässt seine Leser nicht in Mutlosigkeit versinken. Er appelliert an die moralische Kraft einer Nation, die den Weltfaschismus besiegt und den Weltraum erobert hat, die als erstes Land ein Gemeinwesen auf den Prinzipien der Menschenwürde, der Freiheit und des Rechts auf Glück errichtet hat. Auch die gegenwärtige ökologische Krise kann mit vereinten Kräften gemeistert werden. Was der Einzelne dazu beitragen kann, zeigt der Autor im Anhang des Buchs – von Energiespartipps bis zum wahrhaft revolutionären Appell „konsumiere weniger!“.
Al Gore verkörpert in einer Zeit, in der Berichte über Folterungen, Angriffskriege und vertuschte Öko-Katastrophen das Erscheinungsbild der USA verdüstern, für viele Menschen die Hoffnung auf ein besseres Amerika: ökologisch bewusst, selbstkritisch und jenseits von Machtinteressen aufrichtig um das Schicksal der Menschheit besorgt. Die gegenwärtige Krise betrachtet Gore als „Gelegenheit zu wachsen“. Er beklagt den globalen Hunger, die Refeudalisierung der Welt, die Erosion der Demokratie in den USA, und er fordert eine „moralische und spirituelle Umwälzung.“ Ein machtvoller, verstörender und zugleich stimulierender Appell von einem der bedeutendsten amerikanischen Politiker der letzten 20 Jahre.
Riemann Pressetext

Berichte in BIOTHEMEN zu Lösungsansätzen:
- Energie aus Biomasse
- Es liegt nicht am CO2 allein.
- Zuckerrohr ist ein Turbo-Gras
- Tausendsassa Bambus - Ökologie und Nutzen


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