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Biotopschutz in der Praxis

Grundlagen, Planung, Handlungsmöglichkeiten

Jörg Bergstedt
Wiley VCH, Weinheim 2011; Softcover, 379 Seiten, zahlreiche Illustrationen, Tabellen und s-w sowie Farb-Abbildungen, € 44,90

Ein aktuelles, ein heiß diskutiertes und vielerorts brennendes Thema, landesweit und genauso weltweit: Biotopschutz. Große Flächen, wie in der Serengeti, in denen die geschützten Wildtiere auf Safari bewundert werden können, ist kein sinnvolles oder umsetzbares Konzept für den Biotopschutz hierzulande. Straßen, Siedlungen und andere mehr oder weniger unüberwindliche Hindernisse wie kanalisierte Flüsse, Lärmschutzwände an Bahntrassen oder großflächig ausgeräumte Kulturlandschaften stellen die eigentlichen Barrieren für Tierpopulationen dar. Welche Biotope sollen und müssen geschützt werden und wie kann man sie bestmöglich vernetzen? Der weitgehende gesellschaftliche Konsens des Erhalts von Naturlandschaften, Wildtieren und Wildpflanzen stößt in der Praxis auf Widerstände und auf technische Probleme.

Das vorliegende engagierte Buch des Praktikers und Aktivisten Jörg Bergstedt, der auch über eine entsprechende Ausbildung und viel Erfahrung verfügt, zeigt gangbare Lösungen. Seine Konzeptionen können auch anhand von kleinen Änderungen der Bebauung, Bepflanzung und Nutzung, zu mehr Naturnähe, zur Biotopvernetzung und damit zu echtem Natur-, Tier- und Umweltschutz beitragen.

In diesem kompetenten Sachbuch erklärt der Autor die Funktionen und Funktionsweisen von 30 unserer wichtigsten Lebensräume. Das Verständnis für das komplexe Zusammenspiel in Ökosystemen ist die Voraussetzung zu ihrem sinnvollen Schutz und wird häufig zu wenig beachtet. "Biotopschutz in der Praxis" ist prall gefüllt mit praktischen Beispielen, zeigt dazu deren Planungen, beschreibt die langfristige Pflege sowie angestrebte Entwicklungen. Auch hier zeigt sich immer wieder, dass viele Details, die sich leicht umsetzten lassen, wie verändertes Pflügen, die Anlage oder das Belassen von Hecken und Säumen mit Wiese, Gehölz oder Wald oft weitgehende positive Auswirkungen haben können. Das Buch erspart einem Formeln, Statistiken und wissenschaftliche Grundlagendiskussionen beispielsweise nach der "messbaren Nützlichkeit", Grenzwerten und ähnlichen Abstraktionen.

So ist dieses Buch ein wertvoller Ratgeber, ein Fundus für alle im Naturschutz engagierten Personen, ob bei der Jugendarbeit oder bei regionalen Bürgerinitiativen und es ist eine empfehlenswerte Lektüre für Entscheidungsträger.

Stefanie Goldscheider


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