Rhododendron und Azaleen
Kamelien
Bambus
Japanische Gärten
Chinesische Gärten
Wassergärten und Gartenteiche
Kamelien
Bambus
Japanische Gärten
Chinesische Gärten
Wassergärten und Gartenteiche
Japanische und Chinesische Gärten
Vollkommenheit des Ungeordneten
von Stefanie Goldscheider
Die prägenden Elemente und der Reiz fernöstlicher Gartenkunst werden am deutlichsten erkennbar im Vergleich mit ihrem krassen Gegensatz - den historischen europäischen Parks und Gartenanlagen, die sich mit dem Lineal geplant, symmetrisch und statisch, ja leblos präsentierten.Berühmte japanische und chinesische Gartenanlagen fügen sich in die Landschaft mit scheinbar ungeordneten Formen ein und bilden reale Natur nach. Steine und Pflanzen sind Bausteine voll symbolischer Kraft und nicht nur reiner Schmuck. Der Wechsel der Jahreszeiten bringt dynamische Veränderungen in den Garten, so auch die berühmte Kirsch- oder Pflaumenblüte. Es werden nur einheimische Pflanzenarten verwendet, was bei der Artenfülle Asiens kaum eine Einschränkung ist.
Japanische Gärten - Ästhetik und Bedeutung
Kiesflächen und Steine
Japanische Gartengestaltung ist eine Kunstform, die sich
über die Jahrtausende veränderte. Die Anfänge im Altertum waren Steine als Gebetsstellen. Geräumte, mit Kies bedeckte Flächen gab es bei Shinto-Schreinen und in Höfen buddhistischer Tempel. Religiöse und kulturelle Einflüsse auf die Gartengestaltung kamen aus China (Geomantie bzw. fengshui) und Indien (Buddhismus).In geheiligten Gärten, die religiösen Zwecken dienen, genauso wie in weltlich-profanen, sind gerechte Kiesflächen und Steine bis heute die wichtigsten Bausteine eines Japanischen Gartens, unabhängig von den verschiedenen Stilrichtungen der Epochen.
Steine oder Felsen symbolisieren Berge, Inseln, Felsküsten oder Wasserfälle. Kiesel und Sand werden beispielsweise zu Strudeln oder Wellen gerecht und versinnbildlichen Wasserflächen (Bild rechts).
Hügel und Teiche
Neben schroffen Bergen und Wasserfällen sind auch sanfte Hügel und Teiche Grundelemente eines japanischen Gartens. Ihre Bedeutung liegt im Kontrast und der Ergänzung, dem Prinzip von yin und yang folgend. Auch sie können als Miniatur oder symbolisiert dargestellt werden, Hügel etwa durch getrimmte Azaleensträucher (Bild rechts). Bäume und Sträucher werden aber auch eingesetzt um Perspektive und Fernwirkung zu schaffen. Solche Effekte lassen sich erzeugen indem unterschiedlich große oder gestutzte Bäume mit unterschiedlichen Blattgrößen und -farben geschickt platziert werden. Auf diese Weise kann ein Teich zur Meeresküste stilisiert werden, wenn die Ufervegetation entsprechend sturmgepeitscht formiert ist. Pflanzen und Jahreszeiten
Wichtig sind auch die jahreszeitlichen Aspekte im Japanischen Garten. Blühende Pflanzen im Frühjahr und Sommer genauso wie laubabwerfende Ahorne oder Ginkgos im Herbst oder rote Kamelienblüten im Winter sind Sinnbild der Vergänglichkeit und genauso wichtig wie immergrüne Kiefern, die Ausdauer verkörpern. Auch für die Bäume gilt, dass sie ein natürliches Aussehen haben sollen, das allerdings gerne ähnlich der Bonsai-Technik durch Formierung künstlich nachgeahmt wird.
Konzept und Anleitung
Die Symbolsprache bei der Gartengestaltung ist sehr differenziert. Die räumliche Anordnung von Felsen und Hügeln sowie Feinheiten ihrer Oberflächen und Farben müssen bei der Anlage bedacht werden.
Aus der Heian-Zeit gibt es mit dem Sakuteiki das älteste Buch zur Gartengestaltung. Es ist noch heute die Grundlage japanischer Gartenkunst und enthält präzise Anleitungen.
Buchtipps:
Sakuteiki oder die Kunst des japanischen Gartens.Die Regeln zur Anlage und Gestaltung aus den historischen Schriftrollen der Heian-Zeit.
Jiro Takei, Marc Peter Keane.
Ulmer Verlag Stuttgart, 2005. 208 S., 34 sw-Abb., 16 Farbtafeln, geb. mit SU.; € 29,90
Das historische Schlüsselwerk der Gartenliteratur aus dem 11. Jahrhundert in deutscher Übersetzung, kommentiert und wissenschaftlich aufbereitet. Das Sakuteiki beschreibt die philosophischen Grundlagen und die praktischen Gestaltungshinweise, die bis heute befolgt werden. Zum besseren Verständnis und als Einstieg in die Thematik sind zunächst die kulturellen und historischen Bezüge zum Leben in der Heian-Zeit und zur Natur, der Geomantie (Fengshui), dem Buddhismus und den Tabus erläutert.
Gut lesbar und spannend für alle Japan-Liebhaber.
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Die Gärten Japans. Tradition & Moderne.
David Young, Michiko Young.
Ulmer Verlag Stuttgart, 2006. 176 S., 193 Farbfotos, 97 Farbabb., gebunden, € 39,90
Der großformatige Bildband zeigt zunächst einprägsam und bestens bebildert die Grundlagen zur Gestaltung. Der Hauptteil widmet sich Japans traditionellen Gärten und stellt die berühmtesten vor: Kiesbedeckte Höfe, Shinden-Stil, esoterische Gärten, Paradiesgärten, Zen-Gärten, Gärten der Samurai, Teegärten und Wandelgärten, sowie moderne Trends und die Gestaltung japanischer Gärten außerhalb Japans. Ein tolles, eindrucksvolles allen Freunden Japanischer Gärten sehr zu empfehlen.
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Gärten im Japan-Stil
Jean Paul Pigeat
Ulmer Verlag Stuttgart, 2007. 168 S., 168 Farbfotos, 21 Farbzeichnungen, kartoniert, € 29,90
Ein Buch mit beeindruckenden Großaufnahmen von Gärten aller japanischer Stilrichtungen, von den großen Wandelgärten bis hin zu den minimalistischen Kiesgärten der Zen-Kultur. Unabhängig von ihrer Größe werden in japanischen Gärten Naturstimmumgen gestaltet. Anhand von Beispielen aus Japan und Frankreich macht Jean-Paul Pigeat die japanische Gartenseele deutlich und bietet Anleitung, sie auf westliche Verhältnisse zu übertragen, ohne sie nur leblos zu kopieren. Das Buch ist sehr empfehlenswert! Bei Ulmer bestellen
Niwaki - Japanische Gartenbäume schneiden und formen
Jake Hobson
Ulmer Verlag Stuttgart, 2010. 144 S., aus dem Englischen übersetzt von Angelika Franz, 236 Farbf., 180 Zeichn., geb. mit SU. € 39,90
Bäume auf japanische Art
Bäume gestalten für extravagante Gärten
Schnitttechniken erstmals Schritt für Schritt anschaulich erklärt
Wolkenbäume, Big Bonsai oder Maxi Bonsai.
Diese Begriffe stehen alle für Niwaki, die japanische Kunst, Bäume in Form zu bringen.
Anschauliche Schritt für Schritt-Anleitungen zeigen den Weg:
einen jungen Baum zu einem idealen Gartenbaum zu erziehen (Niwaki)
Gehölze zu runden Formen zu schneiden (Karikomi)
Kiefernnadeln zu außergewöhnlichen Mustern auszudünnen (Momiage)
ausufernde Bäume in neue Formen zu bringen (Fukinaoshi)
Die notwendigen Techniken.
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Weiterführende Informationen:
Japan-Portal: Informationen zur Historischen Entwicklung der Gartenkunst, zur Gestaltung, zur Zen-Symbolik und Tipps zu den beliebten japanischen Pflanzen Bonsai, Bambus und Ahorn.Chinesische Gärten - Einflüsse auf die Gärten der Welt
Chinesische Gärten wirken mit ihren bizarren Felsenarrangements und Grotten und ihrer verspielten Architektur für nüchterne Betrachter oft kitschig und überladen. Auf den ersten Blick bestehen sie mehr aus vielen zusammengedrängten Gebäuden denn aus Garten in unserem Sinn. Chinesische Gärten enthaltenen keine Rasenflächen sondern sind gepflastert. Und doch stammen die wichtigsten Einflüsse auf die Gartengestaltung und die wichtigsten Gartenpflanzen aus China. Die Philosophie
Die unter dem Begriff fengshui bekannte Prinzipien insbesondere zu den Himmelsrichtungen und Fließrichtungen von Wasser aber auch zur Platzierung von Steinen und zur Auswahl von Bäumen beruhen auf chinesischen philosophischen Theorien zu Yin und Yang sowie den 5 Elementen. Fengshui war ebenso prägend für die natürlich und vollkommen wirkenden Japanischen Gärten. Beide Gartenstile, so unterschiedlich sie erscheinen, bilden reale Natur in Miniatur nach und sind gleichzeitig voller Symbolik. Die gewaltigen Felskompositionen chinesischer Gärten sind Abbild der genauso bizarren chinesischen Natur, mit ihren steil und hoch aufragenden Bergen, die stets als heilig und schön angesehen wurden. Die Pflanzen und ihre Bedeutung
Der einheimische biegsame
Bambus hält Taifunen stand und versinnbildlicht genau diese Standhaftigkeit, ebenso wie uralte Kiefern oder die gegen Ende des Winters an kahlen, knorrigen Ästen erblühende Pflaumen. Die Lotosblume (Bild rechts), die Seerosen ähnelt und aus dem schlammigem Grund der Teiche mit makelloser Blüte an der Wasseroberfläche erscheint, steht für die Reinheit der Seele. Die herbstblühenden, heilkräftigen und würzigen Chrysanthemen fanden ihren Weg in die Ziergärten erst nachdem man ihre Bedeutung in Arzneitiegeln und Kochtöpfen entdeckt hatte. Doch auch viele andere chinesische Pflanzen, allen voran die Päonien haben es in China und weltweit zu großer Berühmtheit gebracht und sind aus Gärten und Blumengeschäften nicht mehr wegzudenken.
Der Chinesische Garten. Geschichte, Kunst und Architektur. Maggie Keswick.
Ulmer Verlag Stuttgart, 2004. 240 S., 124 Farbf., 92 sw-Fotos, 12 Grundrisszeichn., gebunden mit SU. € 59,90
Das Grundlagenwerk zur Geschichte der Chinesischen Gärten von der britischen, in China und England ausgebildeten, sachkundigen Architektin und Autorin. Erweiterte und überarbeiteten Fassung mit Anmerkungen zum Stand der Forschung und zahlreichen Quellenhinweisen. Ein umfassendes Buch für Interessierte an Chinas Geschichte, Kultur und Architektur.
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