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Basilikum

von Stefanie Goldscheider

Der Name des Basilikums stammt vom Griechischen Wort basilikos = königlich. Die Basilikumpflanze ist in Griechenland aber auch in Thailand und Indien heilig. In Indien wurde Basilikum erstmals kultiviert, allerdings nicht zu kulinarischen Zwecken. Die weltweit ungefähr 150 Basilikumarten stammen ursprünglich aus warmen Regionen von Südostasien bis Afrika. Basilikum erhebt italienische Spezialitäten zu den beliebtesten und besten der Welt, hat aber seine Ursprünge nicht in Italien - genauso wenig wie Tomaten oder Pasta. Einige Basilikumarten haben ihren festen Platz auch in anderen Küchen der Welt - und in der Kräuterheilkunde.


Basilikum wirkt und schmeckt

Basilikum, wie wir es kennen, ist unwiderstehlich und lecker mit Mozzarella und Tomaten oder als Pesto, also klein gehackt mit Olivenöl zu Spaghetti. Thailändisches Basilikum ist das unverzichtbare gewisse Etwas in Grünem Thai Curry mit Kokosmilch und Zitronengras dem gaeng keow wan gai.

In Griechenland wird Basilikum wegen des guten Duftes und zum Vertreiben von Mücken an jede Terrasse gestellt. Es soll Unheil abwehren und man streicht vor dem Weggehen mit den Händen über die Blätter. In der griechischen Küche hat Basilikum jedoch keine Bedeutung.

Indisches Basilikum ist die heilige Pflanze einer Gottheit, wird von Hindus verehrt und ist gleichzeitig eine bedeutende Arzneipflanze. Es wird gegen Atemwegs- und Infektionskrankheiten, zum Stressabbau, gegen Bakterien und Würmer sowie gegen Verdauungsbeschwerden gegeben. Diese Wirkungen sind durch die Inhaltstoffe im ätherischen Öl zu erklären. In der ayurvedischen Medizin Indiens ist es unter dem Namen Tulsi auch als Aphrodisiakum gebräuchlich, was in erster Linie auf den betörenden Wohlgeruch zurückzuführen ist.


Die Basilikumarten

Basilikumarten sind Lippenblütler wie viele andere unserer Würz- und Teekräuter, besipielsweise Thymian, Oregano, Rosmarin oder Lavendel. Im Gegensatz zu diesen sind die meisten Basilikumarten einjährig. Allerdings gibt es auch mehrjährige Sorten (Bild rechts, "African Blue"), die aber vorallem hohen Zierwert haben und nicht unbedingt als Gewürze verwendet werden. Neben dem typisch italienischen Genoveser Basilikum ist auch rotes Basilikum, Thaibasilikum und Zitronenbasilikum von großem Interesse für die feine Küche. Allen Sorten ist der exquisite Duft gemein, wenn auch unterschiedliche Aromakomponenten nach Nelke, Zitrone, Anis, Lakritz, Kampher oder Zimt wahrnehmbar sind, die Süßspeisen und Getränken besonderen Pfiff verleihen. Die Arten und Sorten lassen sich botanisch schwer voneinander abgrenzen, auch weil sie untereinander gekreuzt werden und Sorten oft einfache Auslesen eines bestimmen Aromatyps sind.


Großblättriges Basilikum

Basilikum Typ "Genovese" ist die klassische und stark aromatische Sorte aus Italien. Die Blätter sind groß und weich (Bild oben), die Blüten weiß, die Pflanzen ertragreich. Genoveser Basilikum eignet sich am besten für Pesto, also eine Mischung aus zerstoßenen Blättern mit Knoblauch, Olivenöl, Pinienkernen sowie Parmesan und Pecorino. Es schmeckt pfeffrig-süß und verträgt auch Erhitzen ohne sein Aroma zu verlieren. So eignet sich Basilikum Genovese als grünfärbende Zutat in Pasta, Gnocchi oder auf Pizza. Es ist ein besonderer Genuss mit bestem Olivenöl zu Büffelmozzarella, auf Tomatensuppe oder Tomatensalat.


Rotes Basilikum

Basilikum mit roten Blättern gibt es in verschiedenen Sorten wie "Dark Opal" oder "Purple Ruffles", die in Geschmack und Verwendung dem großblättrigen Basilikum ähneln. Durch ihre purpurroten, manchmal auch krausen Blätter und rosa bis violetten Blüten sehen rote Sorten besonders dekorativ aus. Sie können allein oder in Mischung mit grünen Sorten zum Garnieren verwendet werden. Rotes Pesto besteht übrigens nicht aus Rotem Basilikum, sondern vorwiegend aus getrockneten Tomaten.




Thaibasilikum "Horapa"

Thaibasilikum hat ein leichtes Anisaroma und schmeckt besonders süß. Es hat grüne Blätter und violette Blüten (Bild rechts). Ganze Triebenden, eventuell mit Blüten, werden nach dem Kochen den Speisen zugegeben und kurz ziehen gelassen. Thaibasilikum eignet sich hervorragend für Suppen und Thai-Curries mit Kokosmilch.


Zitronenbasilikum

Zitronenbasilikum duftet nach Zitronen. Zitronige Aromakomponenten und solche nach Limone kommen in einigen Basilikumarten vor und zwar in O. basilicum var. citriodorum, O. citriodorum, O. americanum. Zitronenbasilikum eignet sich besonders gut zu Fisch und Meeresfrüchten sowie für Süßspeisen oder Erfrischungsgetränke. Wie das italienische Basilikum auch, verleiht es Salaten, Tomaten, Pasta und Antipasti exquisites Aroma, sollte aber nur direkt vor dem Servieren über die Speisen gestreut und keinesfalls mit erhitzt werden.


Griechisches Basilikum

Das typische Basilikum, das in Griechenland in Töpfen und Kübeln gedeiht, hat kleine Blätter und einen gedrungenen Wuchs. Es verzweigt sich stark und wird zu einer hübschen, kugelförmigen Pflanze mit intensivem Duft. Es steht vor jedem Hauseingang. Zweige des kleinblättrigen Basilikums werden in Griechenland als Glücksbringer verschenkt. Da es nicht ergiebig ist, eignet es sich weniger für die Blatternte.


Heiliges Basilikum "Tulsi" oder "Tulasi"

Tulsi ist eine andere Basilikumart nämlich Ocimum sanctum = O. tenuiflorum. Tulsi hat neben den oben erwähnten medizinischen und religiösen Verwendungszwecken in Indien auch seinen Platz in der Thaiküche. Es ist von besonders intensivem und scharfem Geschmack mit starkem Nelkenaroma. Tulsi kann in asiatischen Wokgerichten mitgebraten werden. Man verwendet die Zweige im Ganzen zur Aromatisierung und isst sie nicht mit. Tulsi ist besonders kurzlebig und kleinwüchsig gedeiht aber wie die anderen Basilikumarten auch bei uns.


Basilikum verwenden

Will man das unvergleichliche Aroma der Basilikumarten genießen, so sollte man dieses nach Möglichkeit frisch verwenden. Getrocknetes Basilikum ist aber auch ein gutes Gewürz für Salate, Suppen und Soßen oder italienische Vorspeisen. Basilikum verliert beim Trocknen und bei Transport oder Lagerung schnell an Aroma. Auch verfärben sich die weichen Blätter sehr rasch braun und werden unappetitlich. Erst zur Verwendung zupft man die Blättchen vom zähen Stängel ab und isst nur diese. Die sonnenverwöhnten Triebe kann man aber im Ganzen trocknen oder fein gehackt in Olivenöl konservieren.

Basilikum selber ernten

Am besten hält man Basilikumpflanzen während der warmen Sommermonate auf der sonnigen Fensterbank oder dem Balkon. Es lohnt sich auch Basilikum selbst auszusäen. Es keimt schnell bei über 25 ° C, wächst ohne Problem und bildet kräftige Pflanzen. Allerdings benötigt es neben viel Wärme und Sonne auch ausreichend Wasser sowie guten Boden oder zusätzliche Düngung. Der Anbau im Garten ist wegen allzu gefräßiger Schnecken oft nicht zu empfehlen.

Damit das Basilikum längere Zeit frisch, aromatisch und grün bleibt, sollen die Blütentriebe stets abgebrochen werden. So verzweigt sich Basilikum immer aufs Neue und kann den ganzen Sommer beerntet werden.

Gartenpflanzen und Saatgut

Samen oder Pflanzen vieler Basilikumsorten in allen Geschmacks- und Duftvarianten sowie mehrjähriger Zierarten gibt es im Online-Versand. Über den Webshop können diese bei der Kräuter- und Duftpflanzengärtnerei Syringa: www.syringa-pflanzen.de bestellt werden.


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