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Galgant

von Stefanie Goldscheider

Galanga oder Galgant ist eine viel verwendete Gewürzpflanze in Südostasien. Die Heimat dieses Ingwergewächses (Zingiberaceae) liegt in Südchina und rund um das Südchinesische Meer bzw. in Indonesien. In China wurde Galgant bereits im Altertum zum Würzen und medizinisch genutzt. In Deutschland erlangte Galgant im Mittelalter durch Hildegard von Bingen größere Bekanntheit, wurde dann aber wieder vergessen. Die Äbtissin empfahl ihn, ähnlich wie den Ingwer, als Arznei bei Magen- und Darmerkrankungen.


Botanik und Anbau von Galgant

Aus der Pflanzengattung Galanga (synonym = Alpinia) sind zwei ähnliche Arten von Bedeutung, der Große Galgant Alpinia galanga und der Kleine oder Echte Galgant mit der botanischen Bezeichnung Alpinia officinarum. Die Galgantpflanze hat wie der Ingwer ein schilfähnliches Erscheinungsbild und bildet getrennte blüten- und blatttragende Sprosse aus. Als Gewürz genutzt wird der bis 1 m lange Wurzelstock. Das typische knollige Rhizom ist bei der Ernte ca. 2 cm dick und stark verzweigt. Die Blätter des Kleinen Galgants werden maximal 1,50 m hoch. Der Große Galgant aus Indonesien wird bis 2 m hoch und hat ein weißliches Rhizom, der Kleine Galgant aus China ein rotbraunes. Angebaut wird Galgant heute vor allem in Thailand, China, Indonesien und Indien. Er gedeiht im feucht-tropischen Klima auf lockeren, nährstoffreichen Böden. Die Vermehrung erfolgt über Rhizomstücke.

Galgant enthält etwa 1,5 % ätherisches Öl, welches das Aroma bedingt. Für den scharfen Geschmack sind harzartige Stoffe verantwortlich. Hauptbestandteil des Rhizoms ist Stärke.

Galgant in der Küche

Der Geschmack des braunen Gewürzpulvers vom Galgant ist weniger scharf als Ingwerpulver, leicht bitter und erinnert ein wenig an Zimt. Galgant wird auch als "milder Ingwer" bezeichnet und gehandelt und kann Ingwer ersetzen. In ganz Südostasien ist Galgant ein sehr beliebtes Gewürz. Besonders in der thailändischen Küche ist er in vielen Rezepten unverzichtbar und wird vor allem frisch verwendet. In Scheiben geschnitten wird er in Suppen mitgekocht, gerieben ist er ein wichtiger Bestandteil der roten und grünen Currypasten, die in zahlreichen Abwandlungen mit Kokosmilch, Knoblauch und Zitronengras hergestellt werden.

Auch in Indonesien ist Galgant in den berühmtesten Landesgerichten enthalten, so beispielsweise im nasi goreng. Die Verwendung als getrocknetes Pulver verändert und schwächt sein Aroma etwas, ist aber weit verbreitet, da Galgant auch ein wichtiger Bestandteil des Currypulvers ist. In Europa kennt man Galgant vor allem als Lebkuchengewürz. Er ist aber auch in Magenbittern enthalten, da er die Magensaft- und Gallensekretion anregt, verdauungsfördernd und antibakteriell wirkt.

Buchtipp mit vielen Rezepten mit Galgant: Schnelle Thai Küche, Thai Street Food

Die Serie über Ingwergewächse: Ingwer, Kurkuma, Kardamom
Ein pfeffriger Verwandter des Ingwers: Paradieskörner