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Löwenzahn

Taraxacum officinale, Asteraceae (Compositae)

(Taraxaci radix cum herba)

Loewenzahn Vorkommen und Beschreibung

Den auffällig gelb blühenden und auf Wiesen und Weiden aspektbildenden Löwenzahn gibt es praktisch überall auf der Nordhalbkugel: auch auf Brachen, Geröllhalden und Dünen sowie in Gärten. Löwenzahn gedeiht vom Hochgebirge bis in die Flussauen, von magersten und trockensten Standorten bis zu fetten, schweren Auenböden. Die Pflanze mit den charakteristisch gezähnten Blättern taucht in vielen Größen, Formen und Erscheinungsbildern auf. In Deutschland gilt Löwenzahn häufig als Unkraut, wobei viele Menschen die Rosettenblätter als Wildgemüse schätzen. Wertvoll und altbewährt ist Löwenzahn auf jeden Fall als Heilpflanze und für Frühjahrskuren. Die Löwenzahnwurzel hat ebenfalls eine Monographie als Heilpflanze.
Praktisch alle unsere Pflanzenfresser ob Nutztiere oder Wildtiere, allen voran Kühe, Schafe, Hasen aber auch Hühner, Schweine und Kaninchen fressen Löwenzahn sehr gerne. Bekannt ist der Löwenzahn auch unter dem Namen Kuhblume.
Wegen der charakteristischen fallschirmartigen Samen, die im Wind verwehen ist ebenso der Name Pusteblume geläufig. Andere kennen den Löwenzahn als Bettseicher oder Pissblume, weil er die Harnbildung anregt.
Obwohl Löwenzahn sicherlich zu den bekanntesten Pflanzenarten gehört ist seine genaue Bestimmung für Laien unmöglich. Die Gattung Taraxacum (Löwenzahn) ist die artenreichste in Deutschland. Verwechslungen innerhalb der Gattung sind jedoch vollkommen harmlos. Verwechslungen mit ähnlichen Arten meist auch, denn die Inhaltstoffe auf die es bei der Verwendung als Heilpflanze ankommt, unterscheiden sich nicht grundlegend.

Verwendung:

Taraxacum officinale ist eine in vielfältiger Weise kulinarisch, diätetisch und therapeutisch genutzte Heilpflanze, deren Blätter, Blüten Milchsaft und Wurzeln bekannte und gut untersuchte sowie wirkungsvolle Inhaltsstoffe besitzen. Löwenzahn ist verdauungsfördernd, appetitanregend, blähungstreibend, harntreibend und nierendurchspühlend, er regt den Stoffwechsel an und fördert die Gallensekretion.

Aus den kräftigen, tiefreichenden Löwenzahnwurzeln, die sehr viel Inulin enthalten, wurde und wird Kaffeeersatz gemacht.

Der weiße Milchsaft des Löwenzahns wird als Ersatz für den wirtschaftlich wichtigen Latex des tropischen Gummibaums erforscht - mit ersten Erfolgen.

Inhaltsstoffe: Vitamine, insbesondere Carotinoide, Vitamin E und Vitamin C, Omega-3-Fettsäuren, Mineralstoffe insbesondere Kalium, Kalzium und Eisen, Inulin, Bitterstoffe, Triterpene, Phytosterole, Flavonoide, Cumarine, Phenolcarbonsäuren



Appetit und Verdauung

Die wichtigsten Bestandteile des Löwenzahns hinsichtlich seiner Verwendung als Heilpflanze sind die Bitterstoffe. Löwenzahn enthält ein komplexes Gemisch davon, das vielfältige Wirkungen hat. Bitterstoffe, sogenannte Amara, finden in Magenbittern Verwendung, weil sie die Verdauung und den Appetit anregen. Zum Einen stimulieren Bitterstoffe die Speicheldrüsen und die Magenschleimhaut, zum Anderen regen sie die Peristaltik (Motorik) von Magen, Darm und Gallenblase an. Sie sorgen dabei für einen schnelleren Durchfluss, eine effektivere Verdauung und eine bessere Aufnahme sowie Rückführung von Vitaminen und Mineralstoffen im Darm. Die durch Bitterstoffe verbesserte Durchblutung des gesamten Verdauungstraktes wiederum unterstützt den Aufbau und die Funktion der Schleimhäute. Dadurch wirken Bitterstoffe gegen Verstopfung, Blähungen und Völlegefühl und pflegen Magen und Darm. Bitterstoffe wirken leicht abführend.

Gesteuert werden die Bitterwirkungen über Geschmacksrezeptoren, also die bittere Geschmacksempfindung im Mund, Nervenverbindungen und das Gehirn. Bitterwirkungen gibt es aber auch direkt über die Schleimhäute im Magen. Die Löwenzahn Bitterstoffe sind allgemein anregend. Unter den Bitterstoffdrogen ist Löwenzahn eine der mildesten, mit dem geringsten Bitterwert und hat deswegen einen sehr guten Geschmack auch als Salat.


Löwenzahn kulinarisch

Löwenzahn ist als Wildkräuter-Salat beliebt. Man verwendet die frischen Blätter im Frühling und isst sie kleingeschnitten, roh. Das klassisch italienische oder griechische Rezept für wild wachsende Löwenzahn-Arten, verwendet die gesamten Blattrosetten. Diese werden geputzt und kurz in Wasser abgekocht. Anschließend wird der immer noch tief grüne Löwenzahn mit reichlich Olivenöl und Zitrone angemacht, sowie mit etwas Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Man erhält ein appetitliches und anregendes Blattgemüse, ähnlich wie Spinat. So wird Löwenzahn am Mittelmeer im Winter und Frühling als Beilage zu Fleisch oder Fisch gegessen und auch in Restaurants serviert.
Der italienische Kulturlöwenzahn Catalogna sieht wie ein sehr großer Löwenzahn aus. Zu kaufen gibt's die lang gestielten und ungefähr 50 cm langen Blätter als dicke, fleischige Blattrosetten auch in Deutschland bei italienischen und türkischen Gemüsehändlern oder auf dem Markt.

Leber, Galle und Niere

Löwenzahn regt die Funktionen von Leber und Gallenblase an. Durch den vermehrten Gallenfluss und die verbesserte Ausleitung aus der Leber verbessert sich die Verdauung von Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten. Löwenzahn gilt als Mittel zur Entgiftung und Blutreinigung in der Frühjahrskur. Er verbessert den Allgemeinzustand von Patienten mit Leberleiden und Leberfunktionsstörungen. Die Gallensteinbildung wird vermindert. Die Förderung der Verdauung und die Steigerung des Stoffwechsels entlasten die Bauchspeicheldrüse.

Löwenzahn ist als harntreibendes Mittel bewährt. Dabei reizt er aber nicht die Nieren sondern fördert die Ausscheidung von Salzen, auch von Bicarbonat. Löwenzahn wird deswegen zur Durchspülungstherapie vorbeugend bei Nierengries angewendet. Außerdem wird Löwenzahn zur Linderung und zur Therapie bei Entzündungen der ableitenden Harnwege, bei Prostataerkrankungen und Harnwegsinfektionen empfohlen.

Löwenzahn wird in der Naturheilkunde traditionell gegen Rheuma und Arthrose eingesetzt. Die Durchspülung, die Entgiftung und die Anregung des Stoffwechsels können rheumatische Beschwerden lindern und bei Hauterkrankungen helfen.


Autorin: Stefanie Goldscheider


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Lesen Sie auch:
Andere verdauungsfördernde Arzneipflanzen: Kamille, Artischocke, Ingwer, Kurkuma


Literatur:
- Ursel Bühring: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde, Sonntag, 2005
- Ingrid und Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen;Kosmos Verlag Stuttgart, 2004
- Wichtl, M.: Teedrogen und Phytopharmaka, 4. überarb. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
- Zeitschrift für Phytotherapie, Hippokrates-Verlag