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Sanddorn

Hippophaë rhamnoides L., Elaeagnaceae, Ölweidengewächse

(Hippophae rhamnoides fructus)

Vorkommen und Beschreibung

Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ist ein stark bedornter Strauch von 3 bis 4 m Höhe. Er trägt silbrig graue, nadelförmig schmale Blätter. Das Verbreitungsgebiet des sanddorns reicht von den Alpen bis in die innere Mongolei. Sanddorn wächst im Hochgebirge (Bild links) und an den Küsten von Nord- und Ostsee bis ins Baltikum. Der Strauch ist eine Pionierpflanze und als Erstbesiedler ökologisch sehr wertvoll zur Begrünung karger Standorte und zur Stabilisierung von Dünen, Ufern, Böschungen und Felshalden.
Großflächigen Anbau von Sanddorn gibt es in der ehemaligen Sowjetunion, verschiedenen osteuropäischen Staaten und in Skandinavien. Seit ungefähr 30 Jahren werden auch in Deutschland besonders wohlschmeckende und ertragreiche Sanddornsorten angebaut.
Die saftigen Sanddornfrüchte reifen ab September heran. Zur Ernte werden die Zweige abgeschnitten, schockgefrostet und die Sanddornbeeren abgeschüttelt oder abgestreift.

Verwendung:

Das aus den Samen und dem Fruchtfleisch der Sanddornfrüchte gewonnene Sanddornöl, in Mischung oder Reinform.
Saft bzw. Püree aus den Sanddornbeeren. Wegen des sehr hohen Vitamin-C-Gehalts gilt Sanddorn als die Zitrone des Nordens.

Inhaltsstoffe:

Vitamine C, E, Carotinoide, mehrfach und einfach ungesättigte sowie gesättigte Fettsäuren in unterschiedlichen Anteilen (darunter Linol-, Linolensäure), sekundäre pfanzliche Verbindungen wie Flavonoide: Lycopin, Kämpferol und Quercetin.




Sanddorn zur Abwehr von Erkältungskrankheiten

Sanddorn ist um ein Vielfaches reicher an Vitamin C als Zitrusfrüchte. Die Sanddorn-Beeren enthalten ebenso alle anderen Vitamine, viele Fruchtsäuren und ungewöhnlich viel Fett, mehr als andere Beeren. Knapp 7 % im Fruchtfleisch von Sanddorn sind wetvolles Öl. Außerdem enthalten die leuchtend orangefarbenen Beeren des Sanddorns gesundheitsfördernde Flavonoide, darunter auch Lycopin. Der rote pflanzliche Farbstoff Lycopin ist aus Tomaten als krebshemmende Substanz bekannt. Sanddornsaft ist ein komplexer, natürlicher Vitaminspender und Wirkstoff-Cocktail, der seit langer Zeit in vielen Ländern volksmedizinisch zur Anwendung kommt.
Sanddorn ist ein Naturheil- beziehungsweise Nahrungsergänzungsmittel zur Vorbeugung vor Erkältungskrankheiten und zur Rekonvaleszenz bei Infektionskrankheiten mit Fieber. Sanddornsaft wird allgemein bei erhöhtem Bedarf an Vitamin C eingesetz, also bei Stress beziehungsweise erhöhter körperlicher und seelischer Belastung sowie zur Unterstützung der Wundheilung und bei Rauchern. Sanddornsaft ist ein sicheres Nahrungsergänzungsmittel auch während der Schwangerschaft und Stillzeit. Sandornsaft wird zur Anreicherung anderer Säfte mit Vitamin C verwendet.



Vitamin C

Die Ascorbinsäure beziehungsweise das Vitamin C ist eines der stärksten Antioxidantien im Körper. Man nennt Substanzen wie Vitamin C auch Radikalfänger. Bei Rauchern ist der Bedarf stark erhöht was man auf das vermehrte Auftreten schädlicher Stoffe im Organismus zurückführt. Vitamin C ist ein starker Entgifter im Organismus und damit unverzichtbar für des Immunsystem. Vitamin C ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt unter anderem am Aufbau des Bindegewebes und an der Synthese von Carnitin, Neurotransmittern und Hormonen. Auch fördert Vitamin C die Eisenaufnahme und die Wirksamkeit anderer Wirkstoffe. Die bekannte Vitamin C Mangelkrankheit ist Skorbut. Sie zeigt sich zunächst durch Schleimhautblutungen, später durch Blutungen in der Muskulatur. Vitamin C wird durch Luft zerstört. Wärme fördert diesen Prozess wogegen Säure die Zerstörung von Vitamin C hemmt (Sauerkraut!). Frische Gemüse und Obst aber auch Kartoffeln sind die besten Quellen für Vitamin C. Höchste Gehalte haben saure Wildobstarten wie Hagebutten und Sanddorn aber auch in der Kälte beziehungsweise im Freiland gewachsener Kohl, Blattgemüse und Salat.

Sanddornöl in der Hautpflege

Das Sanddornöl enthält Linolsäure und hat einen hohen Anteil der seltenen und diätetisch wertvollen alpha Linolensäure. Alpha Linolensäure ist eine Omega 3 Fettsäure und essentiell für Nervenzellen und das Hormonsystem. Bei den meisten Menschen ist diese Fettsäure im Mangel. Das Sanddornöl findet pharmazeutische Verwendung bei Strahlungsschäden der Haut durch Verbrennung und Sonnenbrand und allgemein zur Wundbehandlung. Sanddornkernöl und Sanddornfruchtöl sind in zahlreichen kosmetischen Produkten enthalten, ganz ähnlich wie Lavendelöl.

Autorin: Stefanie Goldscheider



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Literatur:
- Ternes, Täufel, Tunger, Zobel: Lexikon der Lebensmittel und der Lebensmittelchemie, WVG, 2006
- Ingrid und Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen;Kosmos Verlag Stuttgart, 2004