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Isländisches Moos

Cetraria islandica L., Lichenes

(Lichen islandicus)

Vorkommen und Beschreibung

Das unscheinbare Isländische Moos wächst am Boden in den feucht-kühlen Lagen im arktischen und alpinen Klima, z.T. auch bei uns. Es handelt sich aber nicht um ein Moos sondern um eine Flechte. Flechten bestehen aus einer Alge und einem Pilz in besonders enger Symbiose. Dabei bringt die Algenzellen das Chlorophyll in die Symbiose ein und ernährt damit die ganze Flechte Die Algenzellen wird vom Pilzgeflecht umsponnen, das der Flechte Form, Aussehen und Halt gibt. Vermehrung von Flechten kann über Bruchstücke erfolgen oder wie bei Pilzen über Sporen. Alle Flechten sind sehr empfindlich gegen Luftschadstoffe und damit gute ökologische Indikatorpflanzen.

Verwendung:

Die gesamte Flechte (Thallus) getrocknet, um Bitterstoffe oder Schleinmstoffe im Wasserauszug zu erhalten.

Inhaltsstoffe:

über 50 % aus stärkeähnlichen (in kaltem Wasser lößlich) und zelluloseähnlichen (in heißem Wasser lößlich) Polysacchariden. 2 - 3 % bittere Flechtensäuren, die antibiotisch wirksam sind.




Für die Schleimhäute

Der Tee des sehr schleimstoffreichen Isländisch Moos wirkt auf Schleimhäute bei Erkrankungen der oberen Luftwege insbesondere Bronchitis auswurfördernd und hemmt so den Hustenreiz. Bei Magen- und Darmentzündungen wirkt der Schleim schmerzlindernd. Stärkend auf den Magen wirken zusätzlich auch die in Isländisch Moos enthaltenen Bitterstoffe, die sich am besten in einem Kaltwasserauszug gewinnen lassen. Bei der Verwendung als Hustenmittel ist die Bitterkeit eher störend, sie kann aber durch sehr kurzes Überbrühen und Abgießen vermindert werden. Allerdings gehen so die antibiotisch wirkenden Bestandteile mit verloren, die bei Entzündungen des Hals- und Rachenraums hilfreich sind. In Isländischem Moos wurden noch weitere Polysaccharide, darunter auch solche mit immunstimulierenden Effekten gefunden. Der Tee und der Schleim ist auch in großen Mengen ungefährlich, zumal die Pflanze wegen ihres Stärkereichtums in Hungerzeiten auch gegessen wurde.



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Literatur:
- Brendler - Gruenwald - Jaenicke; Heilpflanzen-CD-ROM; Medpharm Scientific Publishers 2003
- Fintelmann, V; Weiss, R.F.: Lehrbuch Phytotherapie; 11. Aufl. 2006; Hippokrates Verlag, Stuttgart
- Frohne, D.; Jensen: Heilpflanzenlexikon; 7. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlags GmbH, Stuttgart
- Jänicke - Grünwald - Brendler: Handbuch Phytotherapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2003
- Wichtl, M.: Teedrogen und Phytopharmaka, 4. überarb. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
- Zeitschrift für Phytotherapie, Hippokrates-Verlag