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Traubensilberkerze, Wanzenkraut

Cimicifuga racemosa L., Ranunculaceae

(Cimicifugae rhizoma)

Vorkommen: Kräftige, bis 2 m hohe, mehrjährige Waldpflanze aus Nordamerika. Blütenstand aufrecht und hoch (a und b) mit zahlreichen weißen Blüten. Große mehrfach gefiederte Blätter (c). Verholzter, grober Wurzelstock mit sehr dunklem Mark (d). Der starke, eigenartige Geruch der giftigen Traubensilberkerze hält auch Blattwanzen fern (lateinischer Name und Bezeichnung Wanzenkraut). Wird auch als Zier- und Gartenpflanze gezüchtet.
Verwendung: Der frische oder getrocknete Wurzelstock mit Seitenwurzeln für verschiedene Zubereitungen.
Inhaltsstoffe: Komplexes Wirkstoffgemisch aus Triterpenglycosiden Cimifugasid, Actein und anderen, Alkaloiden Cytisin u.a., Cimifugasäuren, Gerbstoffen, Harzen, Flavonoiden.

Die Traubensilberkerze wurde bereits von den nordamerikanischen Indianern auf vielfältige Weise genutzt, unter anderem zur Erleichterung von Entbindungen und gegen Schlangenbisse. Amerikanische und Britische Ärzte übernahmen viele indianische Indikationen der Arzneipflanze. In der Chinesischen Medizin wird die Traubensilberkerze ebenfalls vielfältig angewendet. Die Homöopathische Verwendung zielt in Richtung Ovarien, Uterus und Hypophyse also auf das Hormonsystem der Frau. Die Anwendungsgebiete laut der Monographie der Komission E sind prämenstruelle Schmerzen und Dysmenorrhoe sowie klimakterisch bedingte neurovegetative Beschwerden. Lange vermutete man eine hormonähnliche, in diesem Fall östrogenartige Wirkung der Traubensilberkerze. Die genauen Wirkungsweisen auf den weiblichen Hormonhaushalt sind noch nicht vollständig geklärt. Richtig ist, daß die Wirkstoffe den Hormonhaushalt beeinflusssen. Sie wirken außerdem blutdrucksenkend und gefäßerweiternd. Tee oder Extrakte aus der Traubensilberkerze sind geeignete und nebenwirkungsarme pflanzliche Mittel bei klimakterischen Beschwerden.  



Lesen Sie auch:
Andere Pfllanzen mit hormonartiger Wirkung:
- Ginseng
- Rotklee
- Miso, Shoyu, Tamari und Tofu - Würziges aus der Sojabohne
- Maca - der peruanische Ginseng

Literatur:
- Brendler - Gruenwald - Jaenicke; Heilpflanzen-CD-ROM; Medpharm Scientific Publishers 2003
- Fintelmann, V; Weiss, R.F.: Lehrbuch der Phytotherapie; 11. Aufl. 2006; Hippokrates Verlag, Stuttgart
- Frohne, D.; Jensen: Heilpflanzenlexikon; 7. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlags GmbH, Stuttgart
- Jänicke - Grünwald - Brendler: Handbuch Phytotherapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2003
- Wichtl, M.: Teedrogen und Phytopharmaka, 4. überarb. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
- Zeitschrift für Phytotherapie, Hippokrates-Verlag
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