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Coenzym Q10

Ein bewährtes Nahrungsergänzungsmittel

Vorkommen und Beschreibung

Das Coenzym Q10 (oder kurz Q10) ist ein lebensnotwendiger Wirkstoff. Wie ein Vitamin ist Coenzym Q10 unverzichtbar für bestimmte Körperfunktionen. Sein Mangel hat schwerwiegende gesundheitliche Folgen. Anders als bei einem Vitamin kann der gesunde menschliche Organismus das Q10 aus Vorstufen selbst herstellen. Praktisch alle Lebewesen besitzen und benötigen größere Mengen an Coenzym Q (1). Allerdings sind die Konzentrationen an Q10 im Allgemeinen sehr gering. Hohe Konzentrationen finden sich hingegen in Herz, Leber, Niere, Muskeln und den Drüsen.

Verwendung:

Q10 hat seinen Wirkungsort in den Mitochondrien. Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen und stellen für alle Muskelarbeit die Energie bereit. Q10 ist Teil der Atmungskette, bei der die im Organismus gespeicherte Energie (2) für Gehirn-, Nerven-, Hormon- und Muskelfunktionen verbraucht wird. Q10 steuert also die Energiebereitstellung für alle Körperfunktionen. So steuert es auch den wichtigsten Muskel im Körper - das Herz - und sorgt für regelmäßigen und kräftigen Herzschlag. Alle Organfunktionen und alle Muskelarbeit funktioniert nur mit Q10.

Struktur:

Chemisch gesehen handelt es sich beim vitaminähnlichen Coenzym Q10 um das Ubichinon-50 mit der Summenformel C59 H92 O4. Ubichinone sind fettlösliche, gelbe - orange Kristalle (Bild oben).



Q10: Energie fürs Herz

Die allgemeine Leistungsfähigkeit lässt bekanntlich mit steigendem Alter nach. In umfassenden Untersuchungen wurde festgestellt, dass auch die Q10-Gehalte in den Organen mit steigendem Alter absinken. Im Herzmuskel sinkt der Q10-Gehalt um durchschnittliche 30% bei 40-jährigen und um 60% bei 80-jährigen. Die Schwankungsbreite ist groß, je nach Allgemeinzustand und Training. Nachweislich niedrigere Q10-Werte haben Menschen mit Herzbeschwerden: Arterienverkalkung, Bluthochdruck, Herzmuskelschwäche, Herzinsuffizienz, Ischämie und Angina pectoris aber auch mit Herzrhythmusstörungen. Die Vermutung liegt nahe, dass durch die absinkenden Q10-Werte im Blut und den Organen diese Beschwerden ausgelöst werden. Kranke, etwa nach einem Herzinfarkt oder Herzoperationen, können ihr Herz aber nicht mehr ohne Risiko trainieren. Erstaunlich und hoffnungsvoll ist der Effekt, den die gezielte Einnahme von Q10 als Nahrungsergänzungsmittel haben kann: der Anstieg der Q10 Gehalte im Blut verbessert Symptome beginnender oder fortschreitender Herzerkrankungen. Es normalisiert sich der Blutdruck und es verbessert sich das Herzschlagvolumen.

Natürliche Leistungsfähigkeit dank Q10

Mangelsymptome an Coenzym Q10 sind schwer nachzuweisen. Unbestritten ist, dass bei jungen Menschen der Q10-Status höher ist als bei älteren, bei leistungsfähigen höher als bei geschwächten.


Die Leistungsfähigkeit von Herz und Kreislauf kann trainiert werden. Sportler tun dies ganz gezielt durch Belastung beziehungsweise Training. Der Trainingseffekt ist eine komplexe Langzeitwirkung, an der viele Organe und Muskeln beteiligt sind. Trainiert werden kann Ausdauerleistung, bei der auch nach langer Belastung noch Energiereserven im Körper genutzt werden können. Trainiert werden kann aber auch Kraftleistung, bei der kurzzeitig sehr viel Energie umgesetzt wird. Beteiligt ist immer das Herz, das bei Sportlern natürlicher Weise sehr viel Coenzym Q10 enthält. Coenzym Q10 ist somit ein Leben lang unentbehrlich für das Funktionieren des Herzmuskels.
Eine Supplementierung mit dem Energie-Faktor Q10 ist bei allgemeiner Belastung und Überlastung wichtig. Haupteinsatzgebiet ist jedoch die Vorbeugung von nachlassender Herzleistung und Herzerkrankungen. Q10 dient der Verbesserung der Fitness im Alter. Angezeigt ist Coenzym Q10 auch bei Diabetes und Fettsucht, weil es den Energieumsatz des Körpers steuert und gleichzeitig fördert.

Woher stammt Coenzym Q10?

Ubichinone beziehungsweise Coenzym Q kommt in Mikroorganismen, Pflanzen, niederen und höheren Tieren sowie dem Menschen vor. Über die Nahrung nehmen wir aber nur geringe Konzentrationen auf. Menschen mit einem Mangel an körpereigenem Q10 sollten gezielt Q10 zur Nahrungsergänzung einnehmen. In Japan, den USA und vielen anderen Ländern ist diese Supplementierung seit Jahrzehnten üblich und weit verbreitet. Allerdings sollte zwischen natürlichem und synthetischem Coenzym Q10 unterschieden werden. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben immer wieder die Unbedenklichkeit als Nahrungsergänzungsmittels bewiesen, selbst bei sehr hoher täglicher Einnahme. Diese Studien beziehen sich aber nur auf das natürliche Q10. Es wird in Japan traditionell in natürlichen Fermentationsprozessen gewonnen - ähnlich wie Hefe. Natürliches Q10 ist ein bewährtes, sicheres und gesundheitsförderndes Mittel. Sehr gute, chromatographierte Q10-Qualitäten haben einen Reinheitsgrad von mindestens 99%. Das synthetische Q 10 hat eine abweichende chemische Struktur.






Autorin: Stefanie Goldscheider

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Anhang:
(1) Die Coenzyme Q in den unterschiedlichen Organismen wie Bakterien, Pflanzen und Tiere werden anhand ihrer chemischen Struktur unterschieden in Q6 bis Q10. Weil Coenzym Q im Pflanzen- und Tierreich überall (= ubiquitär) auftritt, nennt man diese Wirkstoffe auch Ubichinone.

(2) Im Körper chemisch gespeicherte Energie in Form des ATP.


Quellen:
Lexikon der Lebensmittel und der Lebensmittelchemie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 4. Auflage 2005

RÖMPP Lexikon der Lebensmittelchemie, Thieme Verlag Stuttgart, New York, 2. Auflage 2006

Dr. Emile G. Bliznakov: Die Entdeckung: Energie-Vitamin Q 10