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Kurkuma
Curcuma longa L., Zingiberaceae
(Curcumae rhizoma) |
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| Vorkommen: |
Kurkuma ist eine tropische Gebirgspflanze mit Heimat in Indien und Südostasien. Curcuma (engl. turmeric) gehört zur Pflanzenfamilie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Kurkuma ist wie der Ingwer eine schilfähnliche und mehrjährige Pflanze mit knollig-verdicktem Wurzelstock, dem Rhizom. Dieses ist fleischig und innen kräftig orange gefärbt (Bild links). Es verzweigt sich im Boden fingerartig, kriecht horizontal und bildet dabei dichte, kiloschwere Matten. Die großen hellgrünen und parallelnervigen Blätter werden bis 1 m lang und bilden direkt über dem Boden einen Scheinstamm, aus dem ein ungefähr 20 cm hoher Blütenstand mit weißen, gelblichen bis rosafarbenen Blüten herauswächst. |
| Verwendung: |
Wurzelknollen bzw. Rhizome, frisch und getrocknet, als Gewürz und als Heilpflanze. Der ethanolische Extrakt, genannt Curcumin, aus dem Rhizom. |
| Inhaltsstoffe: |
3 bis 5 % Curcuminoide, das sind Scharf- bzw. Bitterstoffe. Diese setzten sich aus Curcumin und anderen nichtflüchtigen gelben Pigmenten zusammen.
2 - 7 % ätherische Öle mit hohem Anteil an Sesquiterpenen und außerdem Polysacchariden.
Sehr hoher Gehalt an Stärke. |
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Traditionelle Heilpflanze und moderne Medizin
In Indien ist die Wurzelknolle ein heiliges Gewürz und eine bewährte Heilpflanze der Ayurvedischen Medizin. Ihre Verwendung ist mindestens 3000 Jahre alt. Seit dem frühen Mittelalter ist Kurkuma auch in Nordafrika und Europa gebräuchlich. In Mitteleuropa kannte man Kurkuma allerdings vor allem als gelb färbenden Bestandteil des Currypulver.
Kurkuma ist international als Heilpflanze anerkannt. Die Deutsche Arzneimittelvorschrift gibt bislang nur Verdauungsbeschwerden als Anwendungsgebiet für Curcuma an. Die WHO nennt Rheumaschmerzen als Indikation.
Die wichtigste Wirksubstanz in der Gelbwurzel ist das Curcumin. Curcumin wirkt stark galletreibend, entzündungshemmend, antioxidativ, antimikrobiell, antimutagen und krebshemmend.. Pharmakologische Tests sind viel versprechend. Sie eröffnen neue Möglichkeiten der Therapie und der Gesundheitsvorsorge für verschiedene Zivilisationskrankheiten.
Verdauungsbeschwerden
In medizinischen Patientenstudien bestätigte sich vor allem die hohe Wirksamkeit gegen dyspeptische Beschwerden. Typische Symptome sind Druck und Schmerz im Oberbauch, Völlegefühl, Blähungen, langsame Verdauung und Fettunverträglichkeit. Bei der Fettverdauung und gegen Blähbauch kommt die Wirkung des bitteren Kurkuma unmittelbar zum Tragen. Kurkuma fördert die Bildung von Gallensäure und sorgt für eine vermehrte Entleerung der Gallenblase. Es reguliert außerdem die körpereigene Bildung von Cholesterin und senkt beziehungsweise normalisiert den Cholesterinspiegel. So kann Kurkuma Arterienverkalkung, Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugen helfen.
Antiaging und Entzündungshemmung
Kurkuma gehört zur Klasse der Antioxidantien wie beispielweise Vitamin E, Carotin oder Vitamin C. Es verhindert als natürliches Antioxidationsmittel den Verderb von Lebensmitteln durch Mikroorganismen sowie das Ranzigwerden von fetthaltigem Fleisch. Mit vergleichbarer Wirkung neutralisiert es auch im menschlichen Organismus freie Radikale. Es kann also in der Antiaging-Medizin gegen Hautalterung eingesetzt werden.
Die Entstehung von chronischen Entzündungen, Rheuma, Grauem Star, Alzheimer, koronaren Herzkrankheiten oder Leber- und Nierenleiden und auch Krebs beruhen teilweise, (wie die Hautalterung), auf der langfristigen Dauerschädigung durch freie Radikale. Ein starker Radikalfänger wie das Curcumin könnte auch gegen diese sogenannten Altererscheinungen und eventuell sogar gegen Krebs vorbeugen.
Rheuma beziehungsweise die rheumatoide Arthritis, also chronische Gelenkentzündung kann mit Curcumin behandelt werden. Curcumin hemmt die Synthese der enzündungsauslösenden Prostaglandine. Eine Vergleichsstudie zwischen Curcumin und Phenylbutazon bei Rheuma-Patienten ergab für Curcumin Verbesserungen bei Symptomen wie Gelenkschwellung, Morgensteifigkeit und Gehzeit.
Dosierung und Wirksamkeit
Curcumin zeigt in Labortests anticancerogene Wirkung gegen bestimmte Tumortypen. Darüber hinaus zeigt Curcumin auch antimutagene Wirkung und könnte so die Metastasenbildung verschiedener Krebsarten verhindern. Solcherlei Aktivität zeigen auch andere Substanzen im Labortest. Curcumin wird zwischenzeitlich aber auch in Patientenstudien eigesetzt. Das Besondere an Curcumin ist auch, dass selbst bei sehr hohen Dosierungen von 8 oder 10 Gramm pro Tag (was dem Konsum von 200 Gramm Kurkumawurzel entsprechen würde) keine negativen Nebenwirkungen beobachtet wurden. Auch der Jahrtausende langen Konsum in hinduistischen Haushalten zeigt, dass für Menschen keine Gefahr von Giftigkeit oder unerwünschten Nebenwirkungen besteht. Es gibt keine Gegenanzeigen für die Einnahme von Kurkuma. Die Bioverfügbarkeit von Curcumin im Organismus und damit seine Wirksamkeit wird durch andere Substanzen beeinflusst. Solche fördernden und hemmenden Efffekte (beispielsweise von Vitamin C im Gegensatz zu Schwarztee) sind allgemein für die Resorption von Medikamenten, Mineralstoffen oder Vitaminen bekannt. Die Bioverfügbarkeit von Curcumin wird bei gleichzeitige Aufnahme von Zitrusfrüchten, Zimt und ganz besonders von Pfeffer nachweislich stark verbessert.
Autorin: Stefanie Goldscheider

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Lesen Sie auch:
Andere verdauungsfördernde, galletreibende Arzneipflanzen: Artischocke, Ingwer
Heilpflanze bei Nieren- und Blasenleiden: Brennnessel
Curcuma als Gewürz: Kurkuma
Kochbuch und Rezepte mit Kurkuma: Indisch vegetarisch, Das große Ayurveda-Kochbuch
Literatur:
- Rhyner, Frohn: Heilpflanzen im Ayurveda, AT-Verlag 2006
- Sandi Suwanda - Li Tian: Chinesische Arzneimitteltherapie; Hippokrates Stuttgart, 2005
- Van Wyk, C. Wink; M. Wink: Handbuch der Arzneipflanzen; 2004; Wissenschaftliche Verlags GmbH, Stuttgart
- Ingrid und Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen;Kosmos Verlag Stuttgart, 2004
- Brendler - Gruenwald - Jaenicke; Heilpflanzen-CD-ROM; Medpharm Scientific Publishers 2003
- Fintelmann, V; Weiss, R.F.: Lehrbuch der Phytotherapie; 11. Aufl. 2006; Hippokrates Verlag, Stuttgart
- Frohne, D.; Jensen: Heilpflanzenlexikon; 7. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlags GmbH, Stuttgart
- Jänicke - Grünwald - Brendler: Handbuch Phytotherapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2003
- Wichtl, M.: Teedrogen und Phytopharmaka, 4. überarb. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
- Zeitschrift für Phytotherapie, Hippokrates-Verlag |
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