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Ginkgo, Fächerblattbaum

Ginkgo biloba L., Ginkgoceae

(Ginkgo folium)

Vorkommen: Der Ginkgo ist die einzige überlebende Art seiner botanischen Klasse, die den Nadelbäumen nahesteht und ein Relikt aus der Zeit der Saurier ist. Die bis 4000 Jahre alt werdenden zweihäusigen Ginkgo-Bäume aus Südostasien, die mit dem Wind bestäubt werden, wachsen wegen ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Umweltgifte überall auf der Welt als Park- und Straßenbäume.
Verwendung: Der Extrakt der Blätter (Nadeln), in der chinesischen Medizin auch die Samen, die an Früchte erinnern.
Inhaltsstoffe: 0,02-0,06% Bilobalid (Sesquiterpen), 0,02-0,2% Ginkgolide A,B,C und J (Diterpenlactone), 0,2-2% Biflavone darunter Bilobetin und Ginkgetin, 0,5-2% Flavonolglycoside, etc.

In der Chinesischen Medizin werden Zubereitungen aus Ginkgo biloba bereits seit 1000 Jahren medizinisch genutzt und zwar bei Tinnitus, Asthma, Hypertonie und Angina Pectoris. Wissenschaftlich erwiesen ist, daß Ginkgo-Extrakte die Durchblutung im Gehirn und die Sauerstoffversorgung der Nervenzellen sowie nachweislich das Überleben von einzelnen Nervenzellen verbessern. Sie wirken antiödematös und hemmen die Blutgerinnung. In der westlichen Medizin werden verschiedene Ginkgoextrakte bei Demenzerkrankungen und Durchblutungsstörungen im Gehirn durch Alterungsprozesse, Schlaganfall oder Verletzung, bei Schwindel, Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche, Ohrensausen und Tinnitus verordnet. Bei peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten durch Diabetes oder Arteriosklerose ermöglichen sie längere Schmerzfreiheit beim Gehen. Ginkgo-Extrakte sind nebenwirkungsarm und gut verträglich. Sie sind zu wichtigen Mitteln in der Geriatrie und bei Hirnleistungsstörungen geworden.  



Literatur:
- Sandi Suwanda - Li Tian: Chinesische Arzneimitteltherapie; Hippokrates Stuttgart, 2005
- Brendler - Gruenwald - Jaenicke; Heilpflanzen-CD-ROM; Medpharm Scientific Publishers 2003
- Fintelmann, V; Weiss, R.F.: Lehrbuch der Phytotherapie; 11. Aufl. 2006; Hippokrates Verlag, Stuttgart
- Frohne, D.; Jensen: Heilpflanzenlexikon; 7. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlags GmbH, Stuttgart
- Jänicke - Grünwald - Brendler: Handbuch Phytotherapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2003
- Wichtl, M.: Teedrogen und Phytopharmaka, 4. überarb. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
- Zeitschrift für Phytotherapie, Hippokrates-Verlag
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