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Mistel

Viscum album L., Viscaceae

(Visci albi herba)

Vorkommen: Auf verschiedenen Baumarten, vor allem Laubholzarten, wachsen Misteln als grüne Halbschmarotzer. Die Mistel betreibt selbst Photosynthese, bezieht Wasser und Mineralstoffe aber von ihrer Wirtspflanze. Misteln sind niedere Pflanze mit unscheinbaren Blüten und weißen Beeren. Sie verbreiten sich auf andere Wirtsbäume mit Samen im Kot der Vögel. Misteln wachsen sehr langsam.
Verwendung: Der Presssaft des grünen Mistelkrautes weiblicher und männlicher Pflanzen. Mistzelextrakt wird oft nach Jahreszeiten getrennt gewonnen. Homöopathische Verwendung.
Inhaltsstoffe: Lektine und Viscotoxine, hochmolekulare Polysaccharide, Lignane und Amine.

Bereits im antiken Griechenland wurde die Mistel gegen Geschwüre und Geschwülste, traditionell auch gegen Epilepsie verwendet. Von Rudolph Steiner wurde die Schmarotzerpflanze aufgrund ihres Charakters "selbst ein Geschwulst zu sein, das ungeordnet nicht etwa zur Sonne sondern in alle Richtungen wächst", zur Krebstherapie eingesetzt. Hier kommt die cytotoxische Wirkung der Viscotoxine und die immunstimulierende Wirkung der Lektine zum Tragen. Beide Wirkprinzipien werden inzwischen auch wissenschaftlich bestätigt. Es ist in verschiedenen Analysen und Studien eine Verbesserung der Immunparameter, Metastasenreduktion und eine Verbesserung der Lebensqualität im Sinne einer Steigerung des Endorphinspiegels gezeigt worden. Präparate aus Mistelextrakt werden deswegen als homöopathische Mittel zur komplementären Behandlung in der Krebstherapie eingesetzt.




 


Literatur:
- Brendler - Gruenwald - Jaenicke; Heilpflanzen-CD-ROM; Medpharm Scientific Publishers 2003
- Fintelmann, V; Weiss, R.F.: Lehrbuch der Phytotherapie; 11. Aufl. 2006; Hippokrates Verlag, Stuttgart
- Frohne, D.; Jensen: Heilpflanzenlexikon; 7. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlags GmbH, Stuttgart
- Jänicke - Grünwald - Brendler: Handbuch Phytotherapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2003
- Wichtl, M.: Teedrogen und Phytopharmaka, 4. überarb. Aufl. 2002; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
- Zeitschrift für Phytotherapie, Hippokrates-Verlag
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