Beeren - Gesundheit durch Farbstoffe
von Stefanie GoldscheiderAppetitlich und lecker sind sie allemal, die roten, violetten und blauen Beeren aus Garten, Feld und Wald. Zudem stecken sie voller wertvoller Inhaltsstoffe. Die Heilkräfte von Heidelbeeren, Holunder und Preiselbeeren, aber auch von Wein sind in der Volksmedizin in Europa tief verwurzelt; ihre Anwendung hat lange Tradition.
Beeren in rot und blau - die Anthozyane
Freie Radikale gelten auch als auslösender Faktor für Krebs. Anthocyane werden in konzentrierter Form unter der Bezeichnung OPC (oligomere Procyanidine) als Nahrungsergänzungsmittel verkauft.
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Beeren sind Gesundheit pur
Beeren zeichnen sich aber noch durch weitere gesunde Inhaltsstoffe aus. Sie enthalten teilweise sehr viel Pektin, das heilsam und wohltuend für Magen und Darm ist. Ein hoher Gehalte an Vitamin C ist ein bekannter Gesundheitsfaktor, der nicht genug geschätzt werden kann. Die vielen Fruchtsäuren und Fruchtzucker erfrischen und beleben und tragen zum Wohlgeschmack bei.Einige besonders wertvolle heimische Wildbeerenarten sind:
- Heidelbeere
- Holunder
- Preiselbeere
Heidelbeere
Die Heidelbeere oder Blaubeere (Vaccinium myrtilis) ist ein bis ca. 50 cm hoch werdender, anspruchsloser Zwergstrauch, der in lichten Nadelwäldern, Heiden und Mooren Mittel- und Nordeuropas beheimatet ist. Heidelbeersträucher bedecken mancherorts den gesamten Waldboden.
Die kleinen Beeren mit blauen, oft weiß bereiften Schalen und violettem Fruchtfleisch werden von Juli bis
September reif. Sie färben Hände und Zähne intensiv dunkelblau.Verwechseln kann man die Heidelbeere mit der etwas größeren, wenig schmackhaften Rauschbeere (V. uliginosum), deren Fruchtsaft aber hell und nicht färbend ist.
Zur Kultur wird die aus Nordamerika stammende, bis 2 m hohe Strauchheidelbeere V. corymbosum angebaut. Ihr Ertrag ist höher, ihre Beeren sind größer und beim Transport haltbarer als Wildheidelbeeren. Allerdings ist das Fruchtfleisch der Kulturheidelbeere nicht blau oder schwarz sondern farblos und hat einen weniger ausgeprägten Geschmack. Die Verkaufsware für Kuchen, Saft und Frischverzehr stammt teils aus Wildsammlung in Osteuropa und unseren Nachbarländern, teils aus Kultur.
Heidelbeerfrüchte werden sogar medizinisch genutzt. Sie werden gegen Durchfallerkrankungen und zur Verbesserung der Sehleistung bei Nacht eingenommen. Äußerlich wirken sie gegen Entzündungen und tragen zur Wundheilung bei.
Holunder
Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist ein seit Jahrtausenden bekannter und viel verwendeter Strauch, der auch den Germanen heilig war.
Sein
mundartlicher Name Holler erinnert an Frau Holle. Man nutzt bis heute
sowohl die weißen Blütendolden als auch die schwarzroten, saftigen
Steinfrüchte. Holunder ist ein schnellwüchsiger Kulturfolger
und in ganz Eurasien an Waldrändern, Ufern, Feldwegen, Scheunen,
Bahndämmen und Böschungen weit verbreitet.Der große, ca. 3 bis 7 m hohe Strauch trägt im Mai und Juni reichlich intensiv duftende Blüten, die zu Bowle, Sirup, Tee oder Gebäcken verarbeitet werden. Ab August reifen die Fruchtdolden und können geerntet werden. Die Früchte des Schwarzen Holunders eignen sich zur Herstellung von sehr schmackhaften Kompotten, Säften, Marmeladen oder Likören. Sie werden auch als intensives Färbemittel in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Der violette natürliche Farbstoff ist das Sambucyanin.
Verwechseln kann man den Schwarzen Holunder mit dem Roten- oder Traubenholunder (Sambucus racemosa), der leicht giftig ist und dessen Früchte leuchtend rot sind. Verwechslungen gibt es auch mit dem nur 0,5 bis 1,5 m hohen Zwergholunder (S. ebulus), der übel schmeckende und giftige schwarze Früchte trägt. Den Genuss der rohen Früchte sollte man allerdings bei allen Arten vermeiden, denn sie können Brechreiz verursachen. Beim Erhitzen verliert sich diese Giftwirkung.
Für die industrielle Verarbeitung werden Holunderbeeren aus Wildsammlung in Polen aber auch angebaute Kultursorten aus Österreich, Dänemark, der Schweiz und Deutschland verwendet.
Holunderblüten, die bis zu 1,5 % Rutin enthalten, sind als Erkältungsmittel gegen Reizhusten und Bronchitis zugelassen. In der Volksmedizin kommen in gleicher Weise auch die Früchte zum Einsatz. Sie enthalten viele Mineralstoffe und Vitamine und gelten als Stärkungsmittel bei fiebrigen Erkrankungen.
Preiselbeere
Die Preiselbeere Vaccinium vitis-idaea (Bild links), die auch Kronsbeere genannt wird, ist mit der He
idelbeere verwandt, ist wie sie ein Heidekrautgewächs
(Ericaceae) und
hat sehr geringe Ansprüche an den Standort. Sie
wächst noch vereinzelt in heimischen Mittel- und Hochgebirgen, vor allem aber im Norden
Eurasiens sowie in Grönland und Alaska. Man findet sie in Hochmooren
und Sümpfen sowie in Nadelwäldern mit saurem Boden.Der immergrüne Zwergstrauch wird maximal 30 cm hoch. Die kleinen leuchtend roten Früchte werden ab August reif. Aus den wild vorkommenden Preiselbeeren, die zum Verkauf beerntet werden, sind inzwischen einige Kultursorten für den Erwerbsanbau ausgelesen worden.
Cranberry
Nah
verwandt ist unsere Preiselbeere mit der ebenfalls rote Beeren tragenden Moosbeere (V. oxycoccos) und der amerikanischen
Cranberry (Bild rechts) (Vaccinium macrocarpon).
Cranberries haben größere Früchte und werden großflächig
in Sumpfgebieten angebaut. So können sie maschinell geerntet werden.
Beide Arten können gleichermaßen für Soßen und Kompott,
zu Wildgerichten oder in Torten verwendet werden. Die heimische Preiselbeere
schmeckt etwas intensiver herb-sauer als die
Cranberry, was auch am höheren Schalenanteil liegt.Die Inhaltsstoffe von Preiselbeere und Cranberry sind ähnlich. Beide enthalten viel Pektin, Fruchtsäuren, Phenole und Flavonoide, sowie Vitamin A. Die Cranberry enthält mehr Eisen und Vitamin C als die Preiselbeere. Der Saft der Beeren wird aufgrund antiviraler, bakterizider und fungizider Wirkstoffe erfolgreich gegen Blasenleiden und Harnwegsinfektionen eingesetzt.
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Das schön aufgemachte Buch besteht aus zwei Teilen: Im ersten Teil werden 20 verschiedene, teilweise eher unbekannte Beerenarten steckbriefartig vorgestellt. Man erfährt das Wichtigste zur Botanik, Neues über Sorten und Züchtungen, Hinweise zum Gesundheitswert und Kulturtipps für den eigenen Anbau. Im zweiten Teil gibt es raffinierte und leckere, pikante und süße Rezepte für heiße und kalte Tage.
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