Amaranth & Quinoa
von Stefanie GoldscheiderAndenkorn
Amaranth und Quinoa (auch Quinua) wurden von Inkas und Azteken
bereits vor 5000 Jahren angebaut. Die heiligen Pflanzen waren von zentraler
Bedeutung zur täglichen Ernährung, als Kraftspender und für
mythische Zwecke. Genutzt wurden vor allem die winzig kleinen runden Samen
dieser Pseudogetreidearten (Quinoakorn, Bild rechts). Amaranth und Quinoa sind keine Gräserarten
wie die anderen Getreide. Sie haben deswegen als glutenfreie Lebensmittel (bei zunehmenden Allergien gegen Weizeneiweiß) auch in unserem Speiseplan an Bedeutung gewonnen. Ihre Samen ähneln Hirse in Aussehen,
Verwendung und Nährwert.Durch die spanischen Eroberer wurde der Anbau von Amaranth und Quinoa verboten und die Felder vernichtet, um den Eingeborenen ihren Zusammenhalt, ihre Religion und ihre Energiequelle zu nehmen.
Amaranth
Amaranth (Amaranthus spp.) oder Fuchsschwanz hat seinen Ursprung in Mexico. Viele Amaranthus-Arten sind als Ackerunkräuter mit Mais und Hirse auf mitteleuropäischen Äckern eingewandert.
Die
jungen Blätter und Triebe der schnellwüchsigen Pflanzen, die
bei uns keine Schädlinge oder Krankheiten haben, dienen in vielen
Ländern als gesundes und schmackhaftes Gemüse,
ähnlich unserem Spinat.
Seit einigen Jahren gibt es hierzulande Anbauversuche und feldmäßigen
Anbau (Bild links) zur Gewinnung der hochwertigen Samen.Die Verarbeitungsmöglichkeiten der Amaranthsamen (Bild rechts) sind so vielfältig wie die von Getreide. Man verwendet sie als Zugabe oder pur, gepoppt oder gemahlen in Brot, Müsli, Keksen und Riegeln. Sie sind in dieser Form nicht nur gesund sondern vor allem lecker. Das Amaranthmehl kann im Haushalt aber auch anderes Mehl ersetzen, beispielsweise in Pfannkuchen, Suppen und Süßspeisen aller Art.
Eine Vielfalt an leckeren und innovativen Produkten mit Amaranth gibt es in Naturkostläden und Reformhäusern zu kaufen.
Quinoa
Quinoa, Quinua (Chenopodium
quinoa)
oder die Reismelde gehört botanisch zur selben Familie wie Spinat und Mangold. Die
Pflanzenfamilie der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae)
ist in Europa mit zahlreichen Arten und Gattungen vertreten. Wild wachsende
Verwandte der Reismelde sind der Gute Heinrich, die Melde oder der küstenbewohnende und besonders salzverträgliche
Queller
(französisch: Salicorne) (Bild rechts). Die jungen Sprosse all dieser Pflanzen wurden
und werden als Gemüse oder Salat gegessen. Die Quinoapflanze sieht unserer Gartenmelde Chenoposium album (Bild links) ziemlich ähnlich, hat aber größere Samenstände und Samen. Das hochwertige Korn von Quinoa wird ähnlich wie Reis oder Hirse als Beilage, in Suppen, Aufläufen und Süßspeisen verwendet. Die Körner enthalten Saponine, die einen leicht bitteren Geschmack bedingen. Quinoakorn ist im Naturkostladen erhältlich.
Standortansprüche
Amaranth und Quinoa sind sehr produktive und dabei genügsame Pflanzen. Je nach Bedingung werden sie innerhalb eines halben Jahres 50 cm bis über zwei Meter hoch und bilden Tausende von winzigen Samen an sehr großen, auffällig gefärbeten Fruchtständen. Die Arten kommen mit wenig Wasser aus und wachsen auch in höheren und sehr hohen Bergregionen. Allerdings sind die meisten Kultivare nicht frostresistent.Gesundheitswert von Amaranth und Quinoa
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Inhaltsstoffe [in
100 g]
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Weizen (ganzes Korn)
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Amaranth
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Quinoa
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Protein (N x 6,25) - Lysin Fett Mineralstoffe gesamt - Calcium * - Magnesium - Kalium - Eisen ** |
11,7 g
380 mg 1,83 g 1,67 g 33 mg 97 mg 381 mg 3,2 mg |
15,8 g
847 mg 8,81 g 3,25 g 214 mg 308 mg 484 mg 9,0 mg |
14,8 g
860 mg 5,04 g 3,33 g 80 mg 276 mg 804 mg 8,0 mg |
| * Calcium in Kuhmilch:
120 mg **Eisen in Spinat: 3,8 mg |
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Durchschnittswerte aus: Souci-Fachmann-Kraut
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Ausblick
Andere wertvolle Nahrungspflanze aus den Anden:
Maca, der peruanische Ginseng
Lupinen - mehr als pflanzliches Eiweiß
Rezepte mit Quinua gibt's im Fair-Trade-Kochbuch





