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Erdmandeln - Chufas

Von Stefanie Goldscheider

Die Erdmandel

Erdmandeln sind die Wurzelknollen eines tropischen Grases. Das Erdmandel-Gras ist mit dem tropischen Papyrus verwandt. Auch die Erdmandel mag feuchte Standorte, ist aber keine Wasserpflanze. Erdmandeln wurden in Ägypten und im Nahen Osten seit Jahrtausenden als Nahrungspflanze genutzt. In Spanien bereitet man aus Erdmandeln, die auf spanisch Chufas heißen, die Horchata de chufa zu. Dabei handelt sich um ein milchartiges Erfrischungsgetränk. Erdmandeln pur schmecken angenehm süßlich und ähneln in ihrem Mundgefühl frischen Mandeln. Geröstet, gebraten oder gekocht schmecken sie ebenfalls gut und geben Gerichten eine nussige Note und Biss. Im englischsprachigen Raum heißen die chufas auch tiger nuts.


Botanik der Erdmandel

Botanisch ist die Erdmandel ein Ried- beziehungsweise Sauergras mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Cyperus esculentus. Die Erdmandel ist anspruchslos und ausdauernd. Die Kulturform var. sativa kommt in unseren Breiten nicht zur Blüte und Samenbildung. Cyperus esculentus verbreitet sich über unterirdische Ausläufer, die sogenannten Rhizome, die ein dichtes Geflecht und viele kleine Speicherknollen produzieren. Diese Knollen, die Erdmandeln oder Chufas sind nur 10 bis 20 mm groß. Oberirdisch bildet die Pflanze meist nur Blätter und ist ein hübsches Ziergras für den Garten (Bild links). Die Erdmandel ist bei uns inwischen verwildert. Im Mittelmeerraum, in Asien und in Afrika, wo sie auch angebaut wird, ist sie gleichzeitig ein lästiges Unkraut. Anders als Papyrus ist die Erdmandel nicht an Wasser gebunden und die unzähligen Speicherknollen überstehen auch längere Dürreperioden um danach neu auszutreiben. Erdmandeln erbringen im Anbau hohe Erträge an Knollen von über 10 Tonnen je Hektar.


Was steckt drin in Chufas?

Getrocknete Erdmandeln (Bild rechts) oder Erdmandelmehl enthalten etwa 30 % Kohlenhydrate, davon sind knapp 10 g Zucker. Sie schmecken also natursüß. Erdmandeln enthalten außerdem 25 % Fett, das zum größten Teil aus ungesättigten Fettsäuren zusammengesetzt ist. Wegen der kleinen Knollen haben Chufas einen hohen Schalenanteil. Der Ballaststoffgehalt ist mit bis zu 25 % sehr hoch. Chufas fördern also das Sättigungsgefühl und die Verdauung. Daneben enthalten sie 7 % Eiweiß. Sie sind besonders reich an Mineralstoffen wie Kalium, Eisen, Magnesium und Zink, sowie an Vitamin E und C. Für eine vollwertige und basische Ernährung sind sie bestens geeignet. Nebenbei sind sie vegan, gluten- und lactosefrei. Ermandeln sind für Diabetiker geeignet, sowie für alle Nussallergiker.



Chufas verwenden

Erdmandeln frisch zu verwenden ist sehr lecker, aber auch arbeitsintensiv, denn die kleinen Knöllchen müssen geputzt werden. Üblich ist ihr Konsum vor allem in Spanien, Westafrika und in Indien. Geröstet ergeben Erdmandeln einen nussartigen Snack. Versüßt mit Agavensirup sind sie eine kleine ballaststoffreiche Zwischenmahlzeit (Bild rechts). Wie Nüsse kann man die gehaltvollen Erdmandeln auch zu Crème vermahlen und dieses als gesunden und sehr leckeren Brotaufstrich verwenden (Bild links). Für die traditionelle Erdmandel- Milch, die Horchata de chufa werden die kleinen Knöllchen zerstampft, lange eingeweicht, eventuell gekocht und am Schluss mit Wasser vermischt und durchgeseiht. Großtechnisch dienen Erdmandeln auch der Erzeugung von Stärke - ganz ähnlich wie Kartoffeln. Ihre Verarbeitung zu Mehl, das glutenfrei ist, eröffnet weitere Möglichkeiten: Erdmandeln können als nussige Beigabe zu Kuchen oder Gebäcken dienen, dem Müsli oder Joghurt zugemischt werden oder zu laktosefreier beziehungsweise veganer Milch, nämlich Horchata weiterverarbeitet werden.


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