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Kastanien

Von Stefanie Goldscheider

Die Kastanie - Baum und Frucht

Die Edel- oder Esskastanie mit dem lateinischen Namen Castanea sativa ist ein großer Laubbaum aus Süd- und Osteuropa, der bei uns vor allem im Weinbauklima wächst. Die Esskastanien darf nicht mit der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) verwechselt werden, die zu einer anderen botanischen Pflanzenfamilie gehört. Die Früchte der Rosskastanie sind nicht essbar. Esskastanien wurden bereits von den Römern in Mitteleuropa eingeführt.


Maroni oder Kastanie

Die braunen Nüsse, also die Kastanien oder Maroni, sind ein altes Heil- und Nahrungsmittel. Sie werden von sehr stacheligen grünen Hüllen umgeben, die bei der Reife aufplatzen (Bild oben rechts). Wildwachsende Kastanien enthalten zwei bis drei Maroni - in Süddeutschland auch "Kesten" genannt. Maroni haben glänzend kastanienbraune Schalen, die beim Rösten aufplatzen und darunter eine filzige Samenhaut, die das helle, mehlige Innere umschließt. Züchtungen aus Frankreich produzieren größere, rundliche Kastanien, die sich leichter von der Samenschale lösen und besonders wohlschmeckend sind (Bild rechts). In den Mittelmeerländern und auf dem Balkan werden Kastanien auch kommerziell angebaut. Kommerzieller Art ist auch die Unterscheidung in Maroni oder Kastanien, die mit der Größe sowie mit dem Anteil der Haut und Fruchtform zu tun hat. Maroni beziehungsweise französisch "marrons" und schweizerisch "marroni" haben einen höheren Marktwert als Kastanien.

Kastanien, die Alleskönner

MaronikonfektMaroni können entweder gekocht oder geröstet gegessen werden. Besonders beliebt sind sie einfach pur als heiße Maroni. Als Beilage oder zum Füllen von Ente oder Martinsgans sind sie eine Delikatesse in Herbst und Winter.In Frankreich, Italien und der Schweiz wird die berühmte crème de marrons - eine Süßspeise aus Maroni beziehungsweise Maronenpürree zubereitet. Ebenfalls berühmt sind marrons glacée - kandierte Kastanien. Eine feine Nascherei beziehungsweise eine vegane und lactosefreie Praline mit Maroni beziehungsweise Kastanienmehl ist Maroni-Konfekt. Maroni-Konfekt wird handwerklich hergestellt und ist eine DLG-prämierte Spezialität (Bild rechts).
Aus Kastanienmehl (Bild links) kann man sehr wohlschmeckende Kuchen selber backen, aber auch süße Pfannnkuchen und Aufläufe herstellen oder Nudeln machen. Der hervorragende Geschmack der Kastanien und des Kastanienmehls macht Gewürze oder besondere Zutaten bei der Zubereitung praktisch überflüssig. Ein tolles neues Produkt sind Kastanienflocken (Bild rechts), die dem Müsli nussige Süße verleihen oder ein glutenfreies selbstgemischtes Müsli ermöglichen (Bild unten).


Was steckt drin in Kastanien?

Früher dienten Kastanien häufig als Ersatz für Getreide, also als Sattmacher. Man backte Brot und Kuchen oder bereitete einen Brei ähnlich Polenta oder Kartoffelbrei daraus. Solche Zubereitungen munden natürlich auch heute.

Kastanien enthalten vor allem Stärke und Zucker, daneben wenig Eiweiß und sehr wenig Fett. Sie sind relativ mineralstoff- und vitaminreich. Wegen des hohen Kaliumgehaltes zählen Kastanien zu den basischen Lebensmitteln. Ihr Reichtum an Kohlenhydraten, aber vor allem ihr sehr guter Geschmack und ihre Bekömmlichkeit machen Kastanien außerdem zu idealen Lebensmitteln für Weizenallergiker und Zöliakiepatienten wie auch für Ausdauersportler.


Produkte aus Kastanien

Die Govinda Natur GmbH ist Hersteller, Importeur und Anbieter von erlesenen Ayurveda & Naturprodukten, die fair gehandelt werden und ökologisch sinnvoll sind. Alle Produkte sind frei von Gentechnik. Feines Bio-Kastanienmehl oder Kastanienflocken und Kastanien-Pfannkuchen-Mix können im Onlineshop bestellt werden oder ist über den Naturkost-Fachhandel erhältlich.





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