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Bananen und andere krumme Dinge

von Stefanie Goldscheider

Bananenblueten

Die krumme Frucht, die eigentlich eine Beere ist, ist weltweit sehr begehrt. Doch wie bei vielen wichtigen Agrarprodukten verzeichnen bedeutende Bananen-Anbauregionen in den letzten Jahren große Exporteinbußen, die durch tropische Stürme, Flut, Dürre und Pflanzenkrankheiten verursacht werden.

Die typische Waldpflanzen der Tropen, die unter leichter Beschattung und im Windschutz, auf humusreichen, lockeren, feuchten Böden bestens gedeiht, leidet sehr unter extremen Klimaeinflüssen. Auch deswegen werden in den Anbauländern mittlerweile viele Bananenplantagen auf eine ökologische Wirtschaftsweise umgestellt.


Bananen-Sorten
Bananen-Handel
Botanik und Anbau der Banane
Bananenernte
Nährwert
Wieso biologischer Bananenanbau?
Bananen im biologischen Anbau
Faire Bananen von UROCAL und APRO VERDE





Warenkunde Banane

Bananenvielfalt

Größe, Farbe, Form und Geschmack der Bananen variieren sehr stark (Bild unten). Es gibt Babybananen, von denen man ein Dutzend essen muss um satt zu werden und große Früchte bis zu 50 cm Länge, von denen mehrere Personen auf einmal satt werden.

Nicht alle Bananen sind gelb. Es gibt rote, braune, rosafarbene und gestreifte Bananensorten. Manche sind hocharomatisch und fruchtig süß, andere mehlig, fest und stärkereich. Die klasischen großen Obstbananen für den Export sind dagegen eher wässrig. Die Sortenvielfalt ermöglicht die Nutzung als Grundnahrungsmittel ähnlich unseren Kartoffeln genauso wie als Obst. Aus den überall in den Tropen verbreiteten und dort für die Ernährung so bedeutenden und beliebten stärkehaltigen Kochbananen, bzw. Mehlbananen (englisch "plantains") werden auch Bier, Mehl oder Chips hergestellt.

Bananengeschichte

Der Ursprung der krautigen Bananenpflanze liegt im indo-malayischen Raum. Kultiviert wurde die Banane in Südostasien schon vor Jahrtausenden. Von dort gelangte sie im 1. Jahrtausend n. Chr. mit den Arabern nach Afrika. In Mittel- und Südamerika, wo heute die meisten Bananen für den Welthandel produziert werden, wurde die Banane erst im 16. Jahrhundert eingeführt.

Nach der Abschaffung der Sklaverei und im Zeitalter der Technisierung, die schnelle Transporte und Frachtkühlung erlaubte, wurden Bananen zum bedeutendsten Agrarprodukt der neuen zumeist unabhängigen Staaten Süd- und Mittelamerikas. Multinationale Konzerne wurden Betreiber von ständig wachsenden Bananenmonokulturen in den sprichwörtlichen Bananenrepubliken.

Wirtschaftliche Bedeutung von Bananen

Bananen sind nach Reis, Weizen und Milch das viertgrößte landwirtschaftliche Handelsprodukt weltweit und die wichtigste Frucht überhaupt. Sie werden in 100 Staaten angebaut, aber trotz hoher Produktionsmengen (Bild unten), wie beispielsweise in Indien und China, in manchen Ländern gar nicht exportiert, sondern im Land verbraucht. Für viele Staaten in Mittel- und Südamerika kommt ein großer Teil der Exporterlöse aus Bananen. In Ecuador sind über 30 % der Arbeitsplätze vom Bananenanbau und -handel ängig. Weltweit leben viele Millionen Menschen davon.

Für die USA und die Staaten der Europäischen Union sind Bananen ein bedeutender Importartikel.

Vor über 100 Jahren begründete der erste multinationale Konzern den Handel mit der tropischen Frucht. Seitdem teilen sich drei amerikanische Konzerne den Weltmarkt: die United Fruit Company (heute "Chiquita"), die Standard Fruit (heute "Dole") und "Del Monte". Sie beherrschten und beherrschen weitgehend das Agrarland, die Arbeitsbedingungen, die Handelswege und die Preise.

Der Bananenanbau in Lateinamerika durch die multinationalen Fruchtkonzerne erbringt z.B. in Cota Rica, Guatemala oder Panama 10- bis 50-fach höhere Erträge als in armen Staaten Afrikas wie Kenia, Burundi, Ghana, oder Uganda. Die Spitzenerträge werden durch intensive, die Umwelt und die Bevölkerung belastenden Anbaumethoden ermöglicht.

Das Importvolumen von Bio-Bananen in Deutschland vervielfachte sich in den letzten Jahren und betrug 2006 mehr als 45 000 Tonnen, das sind über 3,6 % der Gesamtimporte.


Botanik und Anbau von Bananen

Die Bananenstaude

Bananenstauden (Bild links) werden je nach Sorte 2,5 bis 4 m hoch, die Mehlbananen (plantains) sogar 6 m. Dabei verholzen sie nicht und bilden statt dessen einen Scheinstamm aus. Er besteht aus den steifen Blattscheiden der riesigen Blätter. Die Scheinäste sind eigentlich Blattstiele. Bananenstauden sind schnelllebig und vermehren sich vegetativ über seitlich aus der Mutterpflanze wachsende Schösslinge. Einmal in ihrem Leben tragen die Stauden Früchte und sterben danach ab. Die Schösslinge oder englisch "suckers" stellen den Fortbestand der Plantagen sicher. Durch die Selbstverjüngung können Plantagen 10 bis 20 aber auch über 40 Jahre genutzt werden.

Büschel, Hände und Finger

Der Blüten- und Fruchtstand entwickelt sich je nach klimatischen Bedingungen vier bis neun Monate nach der Bildung des Schösslings. Drei bis sechs Monate später sind die Früchte erntereif. Dazu werden die Staude und der gesamte Fruchtstand mit einer Machete abgeschlagen.

Der Fruchtstand der Banane wird Büschel genannt. Ein Büschel besteht aus zahlreichen weiblichen Einzelblüten bzw. Früchten, den so genanten Fingern (Bild rechts). 10 bis 20 Finger stehen in "Händen" zusammen und werden als solche später zerteilt und verkauft. Das Büschel wiegt dann 35 bis 50 kg.

Sorten und Botanik

In den inneren Tropen vollzieht sich der Zyklus des Stauden- und Fruchtwachstums schneller als in den Subtropen oder gar am Mittelmeer. Es gibt aber an trockenere und kühlere Klimate angepasste Zwergsorten, die im Winter eine wachstumspause haben.
Viele der weltweit kultivierten ca. 1000 Bananensorten sind natürliche Hybriden aus zwei Arten der Gattung Musa aus der Familie der Musaceen. Im Überschneidungsgebiet von M. acuminate und M. balbisiana entstand die Banane. Durch eine natürliche Vervielfachung ihres Chromosomensatzes wurden die Früchte größer [1]. Die Kulturhybriden bilden ohne Bestäubung samenlose Früchte (Parthenokarpie). Wildbananen dagegen haben Samen, die zu Züchtungszwecken genutzt önnen (Bild links).

Ernte, Reife und Handel

Bananen werden stets grün geerntet. Auch zum Eigenverbrauch in den Erzeugerländern werden sie nicht an der Staude reif. Zum Erntezeitpunkt sind Bananen hart und stärkehaltig und noch nicht süß. Geschmacks- und Qualitätsunterschiede von frischen Obstbananen beruhen nicht auf dem Reifegrad bei der Ernte, sondern auf den unterschiedlichen Sorten, den Anbaubedingungen und der Nachreife. Die abgeschnittenen Büschel werden als Ganzes, meist per Seilbahn vom Feld abtransportiert, dann gewaschen, zerteilt, mit Desinfektionsmitteln oder Fungiziden behandelt und fertig verpackt. In Kartons erreichen sie per Schiff und unter reifeverzögernden Bedingungen die Bestimmungshäfen, wo sie dann künstlich zur Reife gebracht werden. Die Reifeverzögerung während des Transports und die Reifebeschleunigung in den Bananenreifereien Europas werden durch die Temperatur und das Sauerstoff / Kohlendioxidverhältnis, sowie durch Absaugen bzw. Zugabe von Ethylen gesteuert. Die technischen Verfahren hierzu sind nicht schädlich, können aber Qualität und Aroma der Früchte vermindern. Verkauft werden Bananen mit einem mittleren Reifegrad und mittlerer Süße. Der Reifeprozess ist dann nicht mehr aufzuhalten. Die Bananen werden schließlich beim Verbraucher vollaromatisch süß und gelb bis braun. Sie enthalten dann nur noch wenig Stärke.


Nähr- und Gesundheitswert von Bananen

Bananen und Kochbananen haben in bestimmten Ländern der Tropen eine überragende Bedeutung und sind oft die einzige oder wichtigste Nährstoffquelle der ländlichen Bevölkerung. Sie werden gekocht, frittiert oder zu Mehl verarbeitet und ersetzen Brot, Reis, Getreide und Kartoffeln. Unter solchen Bedingungen ist ihre Armut an Protein und bestimmten Mineralstoffen wie Kalzium, Jod und Zink aber auch Vitamin E relevant. Bei hauptsächlicher Ernährung mit Bananen kann es zu Mangelerscheinungen kommen.
In den Industrieländern dagegen werden Bananen als genußvolles, frisches Obst gegessen. Sie sind leicht bekömmlich und verdauungsregulierend. Wegen ihres Mineralstoffgehalts, ihrer Vitamine und ihrer Fruchtzucker sind sie Energiespender und gesund auch für Kleinkinder und Senioren. Bei Sportlern und Sportarten wie Langstreckenlauf, Radfahren oder Bergsteigen sind Bananen, frisch, getrocknet und als Fruchtriegel (Bild links) ebenfalls sehr beliebt. Bananen stellen eine reiche Quelle vor allem für Kalium dar. Sie enthalten relativ viel Magnesium, Vitamin B6, Folsäure und Vitamin C sowie den Botenstoff für gute Laune, das Serotonin.


Bioanbau von Bananen

Wieso ausgerechnet Biobananen?

Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Diese Maßnahme ist jedoch wirkungslos gegen systemisch wirkenden Pestizide, die gegen Pilzkrankheiten und Insekten vielfach angewendet werden und deren Wirkort in der Pflanze und nicht an ihrer Oberfläche ist.

Nach einer aktuellen Meldung der BBC enthalten 50 % aller in England konsumierten Obst- und Gemüsearten Rückstände von Chemikalien, deren Verwendung nicht erlaubt ist. Die Ergebnisse der ohnehin spärlich durchgeführten Kontrollen werden jedoch weder in England noch bei uns veröffentlicht und der Verbraucher erfährt nicht, was er täglich zu sich nimmt.

Die Folgen der Intensivproduktion

Der großflächige Bananenanbau in den Erzeugerländern blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung. Beispielsweise werden in Costa Ricas Bananenplantagen im Jahr bis zu 44 kg Pestizide pro Hektar ausgebracht. Die Kosten der Pflanzenschutzmaßnahmen in konventionellen Bananen belaufen sich auf bis zu 35 % ihres Handelspreises. 40 bis 50 Fungizidapplikationen aus der Luft (Bild links), die Zugabe von Nematiziden direkt in den Boden und von Insektiziden in die Plastiksäcke, in denen die Früchte heranwachsen (Bild rechts) sowie das Sprühen von Herbiziden in zweimonatigen Abständen sind ein gesundheitsschädlicher und lebensgefährlicher Cocktail für die Landarbeiter und eine tickende Zeitbombe für die Natur.

Seit den 80er Jahren sind erhöhte Raten von Leukämie, Sterilität und Krebs als direkte Folgen von Pestizidkontakt der Plantagenarbeiter bekannt. Landarbeiter erkranken außerdem an Haut, Nerven oder Atemwegen oder werden Opfer von tödlichen akuten Vergiftungen. Grundwasser, Meeressediment in Küstennähe und Fische weisen teilweise alarmierend hohe Kontminationen mit verschiedenen Toxinen aus den Plantagen auf. Die mit Insektiziden getränkten Plastiksäcke (Bild rechts) sind Sondermüll. Selbst die abgestorbenen Stauden und kranken Pflanzenteilen ist so stark mit Chemikalien belastet, daß ihre Kompostierung schwierig ist und dabei wiederum toxische Abbauprodukte ins Grundwasser gelangen. Diese Persistenz der Chemikalien betrifft aber auch entfernte Regionen und bedroht

Bananengeschmack

Biologisch erzeugte Bananen unterscheiden sich deutlich von den herkömmlichen blassen, druckempfindlichen, wässrigen Hochzüchtungen, die auf ausgelaugten Böden mit viel Düngung sehr schnell gewachsen sind und mit sehr vielen Agrochemikalien behandelt wurden. Biobananen haben festeres, gelberes Fruchtfleisch, sind länger haltbar und haben mehr Aroma.

Getrocknete Bananen und Bananenchips werden meist vor Ort hergestellt und bekommen ihr besonders gutes Aroma durch natürliche Reife. Auch können sie aus entlegenen Regionen, die mitten im Tropenwald naturnah bewirtschaftet werden, ohne Schaden transportiert werden.

Der tropische Nährstoffkreislauf oder Fischfans esst Biobananen!

Bananenstauden sind schnellwüchsige Waldpflanzen, die unter extensiven bzw. traditionellen Bedingungen ihre Nährstoffe aus dem Kreislauf des Waldes beziehen. Tropischer Regenwald ist, bedingt durch das günstige Klima, sehr schnellwüchsig. Der Nährstoffkreislauf vom Boden in die Pflanze und dann aus der sich zersetzenden, toten Pflanze wieder in den Boden, verläuft ebenfalls sehr schnell. Allerdings fehlt in den Tropen weitgehend die Möglichkeit der Nährstoffspeicherung [2] im Boden, da die wichtigen Nährstoffe alle rasch vom Regen ausgewaschen werden, wenn sie nicht sofort durch die Wurzeln wachsender Pflanzen wieder aufgenommen werden. Deswegen sind tropische Ökosysteme besonders empfindlich und können nach kurzer Zeit schon zerstört werden, wenn dieser Kreislauf unterbrochen wird.

Daran angepasst waren die traditionellen Systeme der Brandrodung, die jeweils kleine Flächen Wald für wenige Jahre zum Anbau von verschiedenen Kulturen nutzten und den Wald dann wieder hochwachsen ließen.

Großflächige Rodungen und lange Nutzungsdauer mit einer Kulturart führten dagegen immer wieder zu Nährstoffverarmung und Unfruchtbarkeit des Bodens und zu großflächiger Erosion und Verwüstung durch die starken Regenfälle. Zudem werden Gewässer getrübt [3], verschmutzt und überdüngt, mit gravierenden Auswirkungen auf die Lebewesen der Flüsse und Meere, die vorgelagerten Korallenriffs und die Fische. Werden zusätzlich Agrochemikalien eingesetzt, so gelangen auch diese Stoffe binnen kurzer Zeit in den globalen Wasserkreislauf.

Bananen sind ideale Kulturen für den Bioanbau

Das Ökosystem Tropischer Regenwald ist sehr anfällig gegen Störungen des biologischen Gleichgewichts und verliert leicht seine Fruchtbarkeit. Darum liegt es nahe, die landwirtschaftliche Nutzung dem Waldökosystem nachzuahmen. Dies geschieht weltweit in so genannten Agroforstsystemen (Bild rechts und unten). Ziel von Agroforstsystemen ist eine nachhaltige land-, forst- und weidewirtschaftliche Produktion, also die verbesserte Nutzung und gleichzeitig der Schutz der Ressourcen. Kennzeichnend für Agroforstsysteme sind die so genannte Rotation, also der Wechsel von landwirtschaftlicher, weidewirtschaftlicher oder forstlicher Nutzung und der so genannte Mehrstockwerksanbau aus Baum-, Strauch- und Krautarten.
Beispiele sind Kokospalmen als Schattenspender und Windschutz über Bananen (Bild rechts) oder Bananen als Bodenbefestigung, dazwischen Gemüse bzw. Stickstoff fixierende Hülsenfrüchte (Bild links) und ein bis zwei mal im Jahr eine Abweidung durch Schafe oder Schweine.

Eine Vielfalt an Pflanzenarten und ein angepasstes Management sowie eine sorgfältige Feldhygiene verhindern die epidemieartige Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten wie Panamawelke oder Sigatokakrankheit, die den Anbau von Bananen stark beeinträchtigen, zu riesigen ökonomischen Schäden führen und deren chemische Bekämpfung durch zunehmende Resistenzbildung der Erreger immer aufwendiger wird.

Der kurzfristige ökonomische Gewinn, der so oft die Ressource zerstört und gravierende weitere Probleme und Kosten nach sich zieht, steht hier nicht im Vordergrund. Deswegen sind die Umwelt schonende Mischkulturen meist gekoppelt mit Fairtrade Projekten und Bioanbau.



UROCAL Bananen - fair und biologisch

In Ecuador werden 35 % der Bananen, die auf den Weltmarkt gelangen produziert. Es gilt ein staatlicher Mindestpreis für Bananen, der von den großen Exportfirmen jedoch häufig nicht ausbezahlt wird. Der ecuadorianische Genossenschaftsdachverband UROCAL ging in den Siebziger Jahren aus Landverteilungskämpfen hervor. Damals besetzten Kleinbauern das Land der United Fruit Company, die Ecuador verlassen hatte. UROCAL unterstützt heute etwa 600 Bauernfamilien bei der Produktion und Vermarktung ökologisch angebauter Früchte. Eine Bauernfamilie bewirtschaftet meist zwischen einem und 15 Hektar Land mit Mischkulturen, die organisch gedüngt, gemulcht und mechanisch von Unkraut befreit werden. Die so erzeugten Bananen werden vom Anbauverband Naturland biologisch zertifiziert. Die Bauern erhalten zwischen 6 und 7 Dollar, fast 2 Dollar mehr als der staatliche Mindestpreis für konventionelle Bananen vorschreibt. Weitere 2 Dollar erhält UROCAL für Gemeinschaftsaufgaben, Schulungen, den Aufbau eines Gesundheitswesens und Umweltprojekte.

Nachhaltige Agroforstsysteme bedingen im allgemeinen einen höheren Aufwand an menschlicher Arbeit und damit kleinere Plantagen. Sie fördern und sichern damit kleine und mittlere genossenschaftliche Strukturen und gewährleisten soziale Komponenten wie Versicherungen und die Fortbildung der Bauern. Das Einkommen der Bauern wird unabhängig vom durch internationale Konzerne monopolisierten Weltmarktpreis, wenn Handelspartner und Konsumenten da sind, die solcherart nachhaltige Produktion zu würdigen wissen.

Die qualitativ hochwertigen Produkte fließen in unabhängige Handelswege.

Anmerkungen

[1] Anzahl der Chromosomensätze = Ploidiegrad: Viele Pflanzen wie beispielsweise Mais, Weizen oder Zuckerrüben, aber auch viele Wildpflanzen besitzen mehr als einen Chromosomensatz und sind di-, tri- oder tetraploid. Polyploidie, also ein mehrfaches Genom, führt normalerweise zu besonderer Größe und Massenwachstum, so auch bei Bananen. Züchterisch wird diese Erscheinung, die den Wildarten einen Selektionsvorteil in der Evolution verschaffte, vielfach genutzt.

[2] Nährstoffspeicherung: In den Tropen sind die Haupt-Pflanzennährstoffe Kalium, Phosphor und Stickstoff nur an die organische Substanz, also den Humus, und nicht an den Mineralboden gebunden. Durch die schnelle Verrottung, die hohen Temperaturen und starken Niederschläge sind die Nährstoffe sofortiger Auswaschung preisgegeben. Der Mineralboden (Ton) ist meistens extrem nährstoffarm und ermöglicht kaum Pflanzenwachstum. Zudem wird er unbedeckt von Pflanzenbewuchs durch die Starkregen sehr schnell weggeschwemmt.

[3] Trübung des Wassers: Tropische Korallenriffs bzw. die Organismen aus denen sie aufgebaut sind, brauchen ausreichend Sonnenlicht für Wachstum und Überleben. Durch Schwebstoffe im Wasser, die aus Bodenerosion, Abwasser und absterbendem Unterwasserleben stammen, wird das Wasser lichtundurchlässig; die Lebewesen werden zudem mit den Trübstoffen bedeckt und sterben ab. Deren Verwesung führt wiederum zu noch mehr Wassertrübung.


Buchtipp:

Bananen - Geschichte, Anbau, Fairer Handel, Rezepte
Lukas Rosenblatt, Judith Meyer und Manfred Hailer
Edition Fona, Lenzburg, 2005, 139 Seiten, Leinenband mit Schutzumschlag, 77 Farbfotos., € 19,90; CHF 34,00
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