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Mango

Von Stefanie Goldscheider

Mangifera indica - der Mangobaum

Mangobäume gibt es in den Tropen praktisch überall. Die imposanten immergrünen Baumriesen gedeihen aber auch noch in subtropischen Breiten und in der Sahelzone. Alle Mangoarten stammen ursprünglich aus Indien beziehungsweise dem Indomalayischen Raum. Dort wurden sie bereits vor 4000 Jahren domestiziert und ihre hohe Wertschätzung ist bis heute ungebrochen. Mangobäume werden bis 45 Meter hoch und 100 Jahre alt. Ein einziger großer Baum trägt dann Jahr für Jahr tonnenweise Früchte. Die Krone eines alten Mangobaumes beschattet Haus und Hof seines Besitzers, was unter tropischer Sonne willkommene Abkühlung für Mensch und Tier bedeutet. Mangobäume mit dem botanischen Namen Mangifera indica sind übrigens mit Pistazien und Cashewnüssen verwandt. Sie gehören zur Familie der Anacardiaceae oder Sumachgewächse.

- Die Mangofrucht
- Warenkunde Mango
- Fairer Handel und Bioanbau









... und seine Früchte

Leider werden die Mangofrüchte einer Sorte alle in einer kurzen Zeitspanne reif und sind anders als unsere Äpfel kaum lagerfähig und außerdem schlecht zu transportieren. Mangos sind aber vielfältig zu verwerten. Sie können bereits vor der Reife quasi als Gemüse in Currygerichten mit verarbeitet werden. Man kocht aus ihnen Mango-Chutney und viele andere würzige Soßen aber auch Saft, Marmelade oder Kompott ein (Bilder unten). In Indien erzeugt man ein Gewürzpulver aus Mangos, das Amchur. Mangos eignen sie für Süßes und Pikantes, als frisches Obst und als Dessert. Mangoscheiben werden auch durch Trocknen haltbar gemacht. Getrocknete Mangos behalten das volle, fruchtige Aroma der frischen Mango, sind unkompliziert zu essen, leicht und einfach zu transportieren und erfreuen sich auch bei uns großer Beliebtheit.


Was steckt in Mangofrüchten?

Die Vielfalt der Mangosorten ist erstaunlich: Größe, Form und Farbe der Frucht, der Geschmack, die Zucker- und Säuren, das Aroma und die Qualität des Fruchtfleisches variieren weit mehr als das Angebot in unseren Geschäften dies ahnen lässt. Allein in Indien gibt es nach Schätzungen 1000 Mangosorten, die normalerweise nicht auf unsere Märkte gelangen (Bild oben). Mangofrüchte können bis zu 3 kg schwer werden. Sie hängen an langen Stielen von den Bäumen (Bild rechts). Ihr Kern beziehungsweise Stein ist groß und flach und von einer Faserhülle umgeben, die den Genuss der Frucht ziemlich beeinträchtigen kann. Neuere Sorten haben aber kaum noch Fasern. Das komplexe Aroma der Mangos ist schwer zu beschreiben, wird aber meistens als köstlich empfunden. Allerdings können gewisse Komponenten bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen. Mangos gehören zu den vitaminreichsten Früchten, ganz besonders durch viel Provitamin A. Sie sind auch eine gute Quelle für Vitamin C und Selen.


Warenkunde Mango

Die Farbe sagt nichts über die Reife einer Mango aus. Sie kann grün über gelb bis rot sein. Auch das Fruchtfleisch kann hellgelb bis orange sein. Entscheidend für die optimale Reife sind der Geruch und die Härte beziehungsweise die Nachgiebigkeit des Fruchtfleisches. Frische, reife Mangos sind sehr saftig und süß, weswegen beim Verspeisen klebrige Finger unvermeidlich sind. Unreife Mangos sind herb und sauer, überreife Mangos sind sehr süß und verwandeln sich nach und nach in Fruchtmus. Störend kann der Terpentingeruch sein, der aber mit der ungenießbaren, ledrigen Schale entfernt wird.

 

Die häufigste Mangosorte bei uns ist Tommy Atkins, die zwar gut gelagert und transportiert werden kann, aber nur ein mittelmäßiges Aroma hat. Die Früchte wiegen zwischen 400 und 700 Gramm. Im April und Mai bekommen wir in Naturkost- und Eine-Welt-Läden auch frische Mangos der Sorte Amélie aus biologischem Anbau und fairem Handel. Eine reife Amélie ist ein unvergessliches Duft- und Geschmackserlebnis. Sie wird in Burkina Faso von Kleinbauern angebaut und durch Fairtrade Organisationen auch getrocknet bei uns verkauft. Die philippinische Mango Carabao ist ebenfalls eine besonders wohlschmeckende und obendrein praktisch faserfreie Sorte. Aus Carabao werden traditionell Purree, Saft und Trockenmangos gemacht.





Warum Mangos aus fairem Handel und Bioanbau?

Mangos sind große Urwaldbäume. Ihr Holz ist hart und beständig, gerade Stämme sind für den Möbelbau geeignet. Die Blätter können von Rindern gefressen werden oder als Gemüse gekocht werden. Die Mangofrüchte sind vielerorts Grundnahrungsmittel für Millionen von Menschen. Bäume mit vielfältiger Nutzung nennt man auch multi purpose trees.

Der gesamte Baum ist eine wertvolle Kulturpflanze in den Tropen. Wie jede Baumart schützt sie den empfindlichen Boden ganzjährig und bei jedem Wetter vor Erosion durch Wasser oder Wind. Baumkulturen sind unter tropischen Bedingungen mit Starkregen die einzige Hilfe gegen Erdrutsche und Überschwemmungen.

Mangoplantagen sind eine gute Möglichkeit für eine nachhaltige Bewirtschaftung in den Tropen. Der Verkauf von Mangoprodukten aus den großen Mengen an Früchten, die ein einziger Baum trägt, ist eine wichtige Einkommensquelle für die ländliche Bevölkerung. Werden die Mangos lokal verarbeitet, getrocknet oder zu Saft gekocht, bleibt auch diese Wertschöpfung bei den Kleinproduzenten. Die Ökobilanz für den Transport haltbar gemachter Mangoprodukte mit dem Schiff im Vergleich zu Frischware per Flugzeug ist ein weiteres ökologisches Argument für verarbeitete Mangos aus fairem Handel.


Getrocknete Mangos aus Burkina Faso

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Erde und liegt in Westafrika, südlich der Sahara. Die Probleme sind vielfältig. Das vorherrschende Klima mit ausgeprägter Dürrezeit mit Sandstürmen, abwechselnd mit heftigen Regenzeiten, erschwert die Landwirtschaft. Beim Ackerbau besteht hier immer das hohe Risiko von totalen Ernteausfällen. Bäume sind in Burkina Faso im Kampf gegen die Ausbreitung der Sahara, also gegen die Verwüstung der Flächen, besonders wichtig. Ihre Anpflanzung wurde schon vor vielen Jahren von ländlichen Kooperativen vorangetrieben.

Saisonal gibt es Mangofrüchte im Überfluss. Ab April reift die sehr aromatische, säuerliche Mangosorte Amélie, danach die besonders süße Brooks. Beide Sorten werden vor Ort zu Trockenmangos verarbeitet und verpackt. Dies alles geschieht unter hygienischen Bedingungen und mit lückenloser Qualitätskontrolle durch ein HACCP System. Darum kümmern sich Fair-Trade Organisationen, die außerdem für die Kleinbauern einen Marktzugang in Europa schaffen.


Foto-Kalender und Planer 2016 von Biothemen:

Exotische Früchte an Baum und Strauch. Planer Hochformat 2016
Fotokalender von Biothemen

 






 

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Cashew
Datteln
Erdbeerbaum
Guaven und Ananasguaven
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Kaffee
Kakao
Kokos

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