Anwendungsformen & Wirkungsweisen von Vaporizern

Verdampfen, die „gesunde“ Alternative des Rauchens

von Wolfgang Schneider

Schonende Inhalation von ätherischen Ölen und Kräutern möglich gemacht! https://pixabay.com/de/photos/vape-e-zig-vaping-verdampfer-3677946/

Das Verdampfen von Kräutern und deren Inhalation verweist auf eine lange Tradition. Wahrscheinlich hatte diese ihren Ursprung kurz nach der Erfindung des Feuers. Erste schriftliche Belege gehen auf den griechischen Geschichtsschreiber Herodot zurück, der um ca. 500 v.Chr. vom reitenden Nomadenvolk der Skythen berichtete. Diese warfen Kräutersamen auf glühende Steine, um den Dampf zu inhalieren. Und kein geringerer als Hippokrates weist in seinen Schriften auf den medizinischen Wert des Kräuterdampfes hin, bei dem im Gegensatz zum Rauchen keine durch Verbrennen entstehende Giftstoffe freigesetzt werden.
Der Vorläufer der heutigen modernen Verdampfer als Inhaliergerät geht auf den Amerikaner Joseph Robinson zurück, der 1930 das Patent für seinen „Electric Vaporizer“ anmeldete. Dieser war für medizinische Anwendungen konzipiert und auch heute noch profitieren vor allem Anästhesisten von der Uridee. Als „Vater des Verdampfens“ gilt allerdings Eagle Bill Amato. Erstmal erhitzte er 1993 eine mit Kräutern gefüllte Glaspfeife von unten, anstatt sie direkt anzuzünden. Damit war der Erste auf Konvektion bzw. Wärmeströmung beruhende Vaporizer geschaffen. Der heiße Luftstrom löst die Wirkstoffe sanft aus der Pflanze, die Toxine bleiben zurück.

Bis zum heutigen modernen Vaporizer war es dann nur noch ein kleiner Schritt. Eine externe Energiequelle musste so in das Inhaliergerät integriert werden, dass der Apparat handlich und praktisch betrieben werden konnte. Mit dem Einbau eines kleinen Heizelements in Kombination eines Akkus gelang das zur Jahrtausendwende und seitdem sind die Vaporizer auf dem Vormarsch. Heute gibt es sie in vielfältigen Ausführungen und wer mehr Informationen über Vaporizer haben möchte, kann sich in einschlägigen Online-Shops kundig machen. Luxuriöse Tisch-Versionen mit digitaler Temperaturregelung oder als tragbare Lösungen, die vom Smartphone-App aus reguliert werden können, sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Der Klassiker allerdings bleibt der kleine und mobile Vaporizer für unterwegs, der sich bequem in der Hosentasche verstauen lässt.

Der Dampf verbrennt die Wirkstoffe nicht, da es zu keinem direkten Kontakt zwischen Medium und Feuer kommt. Deshalb sind die Substanzen in einer weitaus höheren Dichte vorhanden. Das Fehlen der Toxine und Benzole erlaubt es dem Anwender, den Dampf richtig zu inhalieren, ohne dass die Gesundheit geschädigt wird. Zudem gibt das geschlossene System keine Wirkstoffe an die Raumluft ab. So können mit minimalen Dosen maximale Wirkungen erzielt werden. Damit bleibt der Kosten-Nutzen-Effekt auf einem herausragenden Niveau. Als willkommener Nebeneffekt merken passionierte Anwender an, dass sich die Geruchsentwicklung sehr in  Grenzen hält. Wohnung, Kleider und die Innenräume von Autos bleiben so von üblen Gerüchen verschont.

Der moderne Vaporizer und seine Wirkungsweise

Die große Mehrheit der Nutzer sind Freunde der Hanfpflanze. Für diese bietet sich der Gebrauch der Verdampfer geradezu an. So erlebt Cannabis gerade eine Wiederauferstehung. Jahrzehntelang aufgrund des psychoaktiven THC (Tetrahydrocannabinol) rigoros verfolgt, weichen die Fronten langsam auf. Seit einiger Zeit ist nun auch CBD (Cannabidiol) auf dem Markt. Wie THC ist CBD einer von über hundert Wirkstoffen des Hanfs, erzeugt aber keinen Rausch. Im Gegenteil, es werden ihm mannigfaltige gesundheitliche Vorzüge zugeschrieben und in der Schmerztherapie ist CBD ein willkommenes Produkt zur begleitenden Behandlung.

Das macht sich die Medizin zunutze und seit März 2017 dürfen Cannabis-Produkte in Deutschland auf Rezept verschrieben werden. Medizinisches Cannabis gibt es zwar als Fertigarznei, die effektivsten Wirkungen werden jedoch über die Aufnahme der Essenzen von Öl oder Kraut über die Mundschleimhaut erzielt. So stellt sich für viele Erstanwender die Frage, wie dies geschehen soll. Mit den Verdampfern wird dem Patienten eine vorzügliche Möglichkeit an die Hand gegeben, die für die Schmerzbekämpfung notwendigen Substanzen schonend aufzunehmen.

Kostenfrage spricht für Vaporizer

Nun ist die Anwendung der Technologie auch mit der Kostenfrage verbunden. Die Preisspanne der Produkte beläuft sich auf ca. 35 Euro für das Taschengerät bis auf den zehnfachen Betrag, der für eine luxuriöse Ausführung mit allen Schikanen hingeblättert werden muss. Durch die hohe Effizienz während des schonenden Dampfvorgangs werden diese Kosten bei regelmäßiger Nutzung jedoch schnell wieder eingespielt.

 

 

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