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Lärche

Larix decidua, L. laricina, L. occidentalis und L. kaempferi, Pinaceae

Lärchenextrakt

alte Lärche am SteilhangLärchen gehören zu den größten einheimischen Baumarten. Herbstfärbung in gelb-organge und Sommerbelaubung beziehungsweise der Laubabwurf und der jährliche Neuaustrieb der Blätter sind Besonderheiten dieser großen Nadelbäume. Lärchen werden 30 Meter hoch mit Stammdurchmessern von einem Meter. Lärchen wachsen sehr schnell und bilden sehr hartes und widerstandsfähiges Holz, das wegen seiner Fäulnis- und Witterungsbeständigkeit für Pfähle, Schindeln und tragende Konstruktionen verwendet wird.

Die Verwandtschaft der Lärchen ist die Familie der Kieferngewächse. Dies wird deutlich anhand der Zapfen und der Nadeln in Büscheln. Ähnlich wie bei Kiefern sieht auch die Rinde beziehungsweise die dicke Borke von Lärchen aus. Diese Rinde wurde traditionell und wird bis Heute zum Gerben und Färben und sogar medizinisch verwendet. Die Heilkunde kennt zumindest seit der Römerzeit eine Lärchensalbe aus Lärchenharz. Das Lärchenharz ist sehr wertvoll, heute ein anerkanntes Heilmittel und wird auch Terebinthina laricina genannt. Neueren Datums ist die Entdeckung und Extraktion von definierten medizinisch wirksamen Substanzen aus dem Lärchenholz beziehungsweise aus Sägespänen und Sägemehl: Diese Extrakte sind das Taxifolin und das Lärchen-Arabinogalactan (LAG).

Die Lärche ökologisch

Lärchenbestand im HochgebirgeLärchen vertragen viele ganz unterschiedliche Bodenarten und Standorte. Wegen dieser Genügsamkeit könnte diese Nadelbaumart vom Klimawandel weniger betroffen sein als die meisten anderen unserer Waldbaumarten. Das macht sie neben Eichen und Tannen zu Bäumen der Zukunft. Auch sind Lärchen, anders als die ökonomisch so bedeutsamen Fichten, wenig durch Schädlinge und Krankheiten bedroht. Borkenkäfer sind kein echtes Problem. Hoher Lichtbedarf und die Fähigkeit kahle Flächen als Pionierbäume zu besiedeln, sollten Lärchen mehr in den Fokus der Fortwirtschaft rücken. Allerdings kommen diese Vorteile der Lärchen nur dadurch zum Tragen, dass sie normalerweise aus Naturverjüngung heranwachsen. Die Anpassung an den Standort ist ausgeprägt, bis hin zu sogenannten autochthonen Rassen. So gibt es natürliche Lärchenbestände in trockenen, heißen Südlagen an Alpenhängen genauso wie im sehr kalten Hochgebirge mit extremen Temperaturschwankungen und Frösten.

Steckbrief Lärche

Vorkommen und Merkmale:

Lärchen sind große Nadelbäume, die vor allem in kalten Gebieten auf der Nordhalbkugel vorkommen. Einzelne werden bis zu 50 Meter hoch bei Stammdurchmessern von bis zu 240 Zentimetern. Es gibt 600 bis 800 Jahre alten Exemplare. Von Nord-Amerika bis Sibirien und Japan gibt es ungefähr 8 Arten. Lärchen sind sommergrüne, das heißt laubabwerfende Nadelbäume. Die Gattung Larix - Lärchen gehört zusammen mit Fichten, Tannen, Zedern und anderen Nadelbaumarten zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Die in Mitteleuropa einheimischen Lärchen Larix decidua kommen in den Alpen bis in eine Höhe von 2400 Metern vor. Unsere Lärche ist gegen Kälte und Frost völlig resistent und verträgt starke Sonneneinstrahlung. In Japan wächst Larix kaempferi, in Sibirien L. dahurica und L. sibirica, in Nordamerika L. laricina und L. occidentalis.

Verwendung:

Die stattlichen Bäume mit dem besonders harten und witterungsbeständigen Holz werden forstlich genutzt. Das Harz, das natürlicher Weise aus Rissen und Wunden der Lärchen austritt, wird in traditionellen Verfahren durch Anbohren gewonnen oder als sogenanntes Lärchenpech beim Verbrennen des Holzes. Lärchenharz, ein sogenannter Balsam, ist ein Vielstoffgemisch. Es wird zu Lärchenterpentin verarbeitet dem Terebinthia laricina. Daraus kann Terpentinöl und Kolofonium gewonnen werden. Terpentinöl diente äußerlich auf der Haut zur Entzündungshemmung, gegen Geschwüre, Abszesse und Ekzeme aber auch gegen Nervenschmerzen, Gicht, Rheuma und Hexenschuss. Innerlich wurde es bei Infektionen der Luftwege auch gegen Bronchitis und Lungenentzündung (Pneumokokken) eingenommen. Die Anwendung reiner Terpentinöle ist heute wegen der starken Reizwirkung und allergieauslösenden Faktoren nicht mehr üblich. Noch immer gefragt sind aber Zubereitungen wie Emulsionen und Salben oder Massageöle, für die oben beschriebenen Anwendungen, ob gegen Neuralgien oder Psoriasis. Lärchenöl in der Aromatherapie dient der Stimmungsaufhellung.
Für Tiere wird Lärchenharz noch therapeutisch verwendet zum Beispiel zur Hufpflege und bei Klauenerkrankungen.
Neuere Verwendungen sind Extrakte aus Sägemehl und Sägespänen insbesondere aus der amerikanischen Lärchen L. laricina und L. occidentalis sowie aus der japanischen L. kaempferi und der sibirischen L. sibirica.

Inhaltsstoffe:

Harzsäuren vor allem Laricinolsäure, Ätherische Öle mit Pinen.
Extrakte aus Lärchenholz sind das Lärchen-Arabinogalactan und das Taxifolin. Arabinogalactan ist ein hochkomplexes Polysaccharid insbesondere aus amerikanischen Lärchen. Taxifolin ist ein dem Quercetin ähnliches Flavonoid, das meist aus der japanischen Lärche extrahiert wird.

Aus hartem Holz und dicker Rinde

Wie Menschen darauf gekommen sind Lärchenextrakte medizinisch zu nutzen ist leicht vorstellbar. Das gegen Fäulnis besonders widerstandsfähige Holz mit dem guten Duft ist wohltuend in vielen Formen. Nach der traditionellen Verwendung insbesondere zur Infektabwehr und Wundheilung, lag es nahe entsprechende Untersuchungen durchzuführen. Tatsächlich wurden in zahlreichen Studien die Immunstimulation und die Entzündungshemmung immer wieder festgestellt. Man kennt aber noch mehr Wirkungen: Den Schutz der Magen- und Darmschleimhaut sowie die Verbesserung der Darmflora und der Verdauung. Die gesundheitsfördernden Bifidobakterien und Lactobazillus nehmen bei Einnahme von Lärchen-Arabinogalactan LAG zu. Diese Unterstützung einer gesunden Darmflora ist durch das LAG so ausgeprägt, dass das gesammte Immunsystem mit der Aktivierung von Killerzellen und Macrophagen angeregt wird. Angeregt werden auch Faktoren gegen Tumorzellen.

Arabinogalactan

Lärchen-Arabinogalactan oder LAG ist ein sogenanntes Polysaccharid, ein Vielfachzucker. Es wird aus Lärchenholz extrahiert. Es ist wasserlöslich und mit Anteilen von bis zu 35 % im Lärchenholz enthalten. Arabinogalactane sind im Pflanzenreich weit verbreitet und werden als Gelier- und Verdickungsmittel sowie als Stabilisatoren verwendet. Sie sind an Proteine gebunden. Heilpflanzen, die Arabinogalactane enthalten, sind unter anderem Echinacea und Curcuma.

Lärchenarabinogalactan ist aber anders! LAG ist ein reines Polysaccharid, und nicht an ein Protein gebunden. Damit ist LAG etwas aussergewöhnliches im Pflanzenreich. Es zeichnet sich durch eine hochkomplexe und verzweigte Struktur aus. Es kann nicht verdaut werden und gilt deswegen als Ballaststoff.


Die Widerstandskraft der Bäume

Dass Lärchen vergleichsweise wenig von Krankheiten und Schädlingen angegriffen oder gar getötet werden hat mit ihrer eigenen Abwehr und damit der Produktion des Harzes und der dicken Rinde zu tun. Fichten, die dem Borkenkäfer zum Opfer fallen, haben nicht die dicke Rinde der Lärchen und ihr Harzfluss ist versiegt. Das Harz ist sehr entscheidend für die Abwehr der Bäume und es ist nicht nur eine beliebige klebrige Substanz. Neben dem wasserlöslichen Vielfachzucker Lärchen-Arabinogalactan gibt es auch den in Alkohol- bzw. Methanol-löslichen Anteil. Dieser setzt sich zusammen aus Flavonoiden. Flavonoide sind starke Anti-Oxidationsmittel, die auch Mikroben und krankheits- beziehungsweise entzündungsauslösende Zellen in Schach halten. Der größte Anteil der Flavonoide in Lärchenholz ist das Taxifolin.

Studien mit den Gesamt-Extrakten und mit reinem Taxifolin zeigen Wirkung gegen Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Die Extrakte und Taxifolin hemmen Thrombozyten und könnten so das Thromboserisiko mindern. Lärchen-Extrakte und Taxifolin hemmen auch bestimmte entzündungsauslösende Faktoren.

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Taxifolin

Ein natürlicher Pflanzenfarbstoff (Flavonoid) ist das Taxifolin. Taxifolin ist im alkoholischen Extrakt von Lärchenholz zu großen Anteilen enthalten.Taxifolin ist wie andere Flavonoide (vor allem das Quercetin und das Kaempferol) antioxidativ wirksam. Es ist aber weniger toxisch und nicht mutagen. Taxifolin wurde im Labor ausgiebig untersucht und so fand man Wirkungen gegen bestimmte Krebszellen, darunter Darmkrebs, Eierstock-Krebs, Brustkrebs und Melanome.

Die pharmakologischen Wirkungen gegen Entzündungen und Hautentzündungen, gegen hohen Blutdruck und zur Gefäßerweiterung, gegen Kreislauferkrankungen und Erkrankungen der Leber und der Nieren sind auch in vivo beobachtet worden.

 


Die Einnahme von Lärchenextrakten wurde hinsichtlich Lebesmittelsicherheit eingehend untersucht. Ohnehin handelt es sich um altbekannte Zusätze. Es zeigen sich keinerlei Nebenwirkungen.


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Stefanie Goldscheider

Anhang

[1] Autochthone Arten oder Rassen entstehen bei Tieren und Pflanzen an extremen oder isolierten Standorten und an den Rändern ihrer Verbreitungszonen. Bei großen Baumarten wie den Lärchen ist das besonders beeindruckend, denn die Generationenfolge ist sehr lang. Eine alte Lärche kann an ihrem Standort viele Hundert Jahre lang stehen und sich versamen. Ihre Nachkommen haben es mit der gleichen Bodenart, Hangexposition, Höhenlage und Strahlung zu tun, vielleicht mit kaum Erde sondern Fels, vielleicht mit extrem versauerten Standorten oder mit Rutschungen, Lawinen und Hangschutt. Nur wenige Nachkommen überstehen über Jahrzehnte diese scharfen Ausleseprozesse und werden selbst zu sehr großen alten Bäumen. Nur diese versamen sich wieder. Alte Wälder und Waldbäume weltweit gedeihen meist nur deswegen, weil sie bestens an ihren Standort angepasst sind. Das Anpflanzen von normalem Baumschulmaterial bleibt an Extremstandorten oft erfolglos. Aufforstung ist aber mit Baumschulpflanzen aus den Samen der autochthonen Rasse erfolgversprechend.

Bei Weinreben und traditionellen Obst- und Gemüsearten hilft der Mensch durch gezielte Auslese und Weitervermehrung, also durch klassische Pflanzenzüchtung bei der Rassebildung. Man spricht dann von Sorten. Wenn diese Sorten örtlich nur in einer Region vorkommen, nennt man sie ebenfalls autochthon - autochthone Rebsorten.

 


Quellen:
- Schönfelder, Ingrid und Peter: Das neue Handbuch der Heilpflanzen; Kosmos Verlag Stuttgart, 2004